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Wegberg
Bürger fordern mehr Transparenz

Wegberg. Einige Maßnahmen aus dem Haushaltssicherungskonzept (HSK) der Stadt Wegberg sorgten für Diskussionen beim CDU-Stammtisch - vor allem mögliche Schulschließungen und Parkgebühren. Von Nicole Peters

Sie selbst sei "aus allen Wolken gefallen", als sie die Namen der beiden Grundschulen Beeck und Merbeck im geplanten Maßnahmenkatalog des HSK gelesen habe, sagte CDU-Vorsitzende Petra Otten zu Beginn des Stammtisches im Gasthaus Cohnen. Das Thema kam in offener Gesprächsrunde der rund 20 Anwesenden auf.

Aufgrund der erwarteten Schülerzahlen könnten die beiden Schulen ab dem Schuljahr 2018/19 schließen, heißt es darin. Dabei geht es vor allem darum, dass Wegberger Grundschulen über zu viel Fläche verfügen. "Darauf hinzuweisen, dass eine bestimmte Quadratmeterzahl voraussichtlich eingespart werden muss, hätte ausgereicht", meinte Otten und wies ausdrücklich darauf hin, dass die Schließung keinesfalls beschlossene Sache sei und wie die anderen Maßnahmen auch in den Ausschüssen besprochen und dazu Konzepte erstellt werden müssten, die dem Rat vorgelegt werden. "Falls viele Familien zuziehen oder Flüchtlingskinder dazu kommen, kann sich etwa alles ändern." Ein Grundsatzbeschluss für die Haushaltssatzung 2015 und damit auch das HSK könnte in der Ratssitzung am Donnerstag formuliert werden. Auch verwundert über den Kommunikationsstil der Stadt äußerte sich stellvertretend der ehemalige Beecker Grundschulleiter Georg Wimmers. "Warum wird in den Ausführungen Beeck genannt?", fragte er, "das Verhältnis von prognostizierten Schülerzahlen und Fläche der Schule stellt sich genau so gut wie an anderen Schulen dar oder besser." Die gute Kooperation mit dem Beecker Kindergarten sei ebenfalls positiv anzumerken. "Wir möchten bitten, dass man fair mit uns umgeht", bekräftigte er.

Auch CDU-Ratsmitglied Bernd Drossart brachte sein Unverständnis zum Ausdruck. Elternbeirat und Politik hätten in Merbeck für die Aussage geworben, dass die Grundschule erhalten bleibe. Er bestätigt viel Unsicherheit, die durch die beschriebene Maßnahme ausgelöst worden sei. Die Fraktion werde das Thema ergebnisoffen diskutieren, kündigte Otten an. Dass etwas getan und gespart werden müsse, sei aber auch klar. CDU-Ratsherr Georg Schmitz wies darauf hin, dass die Arbeitsgruppe Schulen wieder aufgenommen (am heutigen Dienstag in der Ausschuss-Sitzung) und eine erste Sitzung für Januar anberaumt sei. Kritik äußerte auch ein Angehöriger einer Geschäftsinhaberin zur geplanten Parkgebühr. Anwohner Thorsten Haßiepen forderte zudem grundsätzlich einen stärkeren Einbezug von Bürgern in Entscheidungen der Stadtverwaltung. Er vermisse darüber hinaus Anregungen, wie die Attraktivität der Innenstadt gesteigert werden könne. Ein anderer Bürger bemängelte den Zustand der Fahrradwege zwischen Beeck und Wegberger Stadtkern. Im Laufe des Gesprächs machten die Politiker deutlich, dass Eigeninitiative der Bürger beim Einholen von Informationen nötig sei.

Quelle: RP
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