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Wegberg
Der tägliche Umgang mit dem Tod

Wegberg. Es ist die Entscheidung über den Schluss. Über das, was nach dem Tod mit einem geschieht. "Es ist ein Thema, über das man ungerne spricht", sagt Edwin Otten, Bestattermeister. Seit 2012 leitet er das Bestattungshaus Gerhards in Wegberg. Von Philipp Schaffranek

Den täglichen Umgang mit dem Tod verarbeitet Edwin Otten durch viel reden und durch positive Rückmeldungen zu seiner Arbeit. Interessierte informierte er in den neu gestalteten Geschäftsräumen nun über den Wandel in der Bestattungskultur und die Bestattungsvorsorge. Es gibt immer mehr Wege, sich bestatten zu lassen. Und gerade die Grenznähe zu den Niederlanden erweitert die Möglichkeiten, auf welchem Weg die Bestattung stattfinden soll.

"Es gibt nicht die eine Bestattungsform", sagt der Bestattermeister. Die erste Wahl fällt zwischen Erd- und Feuerbestattung. Lange Zeit galt dabei und gilt vor allem für gläubige Menschen immer noch: "Ich lott mech doch net verbrenne." Doch mittlerweile entscheiden sich immer mehr Menschen für den Weg, bei dem der Sarg im Krematorium verbrannt wird. In Deutschland ist die Zahl der Feuerbestattungen von 39 Prozent im Jahr 1999 auf 51 Prozent im Jahr 2012 gestiegen. Eineinhalb Stunden dauere eine Feuerbestattung durchschnittlich, weiß Edwin Otten. Das nächstgelegene Krematorium liegt in der Nähe von Koblenz. Es ist das Rhein-Taunus Krematorium.

Nach dieser ersten Entscheidung gibt es dann nach Angaben von Edwin Otten wieder viele Wahlmöglichkeiten darüber, wie es mit dem Sarg oder der Urne weitergehen soll. Ganz neue Möglichkeiten bietet die Naturruhestätte Bergerbos in den Niederlanden, 20 Minuten von Wegberg entfernt. Dort kann ein Verstorbener sowohl im Sarg als auch in der Urne im Wald bestattet werden. Baumbestattungen für Särge sind in Deutschland nicht erlaubt. Mit einem Leichenpass ist die Überführung des Verstorbenen in die Niederlande möglich.

Zurück nach Deutschland: Grabformen für eine Sargbestattung sind das Reihengrab, das Wahlgrab, das Wiesengrab und das Gemeinschaftsgrab. Bei der gängigsten Form, dem Reihengrab, liegt die Ruhefrist zwischen 20 und 30 Jahren. Über diesen Zeitraum muss das Grab aufgrund des Verwesungsprozesses bestehen und gepflegt werden. Bei Wahlgräbern können die Angehörigen diese Zeit verlängern.

Urnengräber besitzen eine Ruhefrist von zehn Jahren. Auch für die Urne gibt es die heute gängigen Bestattungsformen: Urnenreihengrab, Urnenwahlgrab und Urnenrasengrab. Die Asche eines Verstorbenen kann darüber hinaus auf einem Aschenstreufeld verstreut oder seebestattet werden.

Auch den Ablauf der Bestattung kann jeder selbst bestimmen. Es stehen private und kommunale Trauerhallen zur Verfügung. Die Beerdigung kann frei oder unter Hinzuziehung eines Geistlichen stattfinden. Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 betreiben 21 Prozent der Deutschen Bestattungsvorsorge. Damit kann finanziell für die eigene Bestattung vorgesorgt werden. Gibt es keine Bestattungsvorsorge, tragen die Angehörigen oder Erben die Kosten der Bestattung. Ansprechpartner für Bestattungsvorsorge sind die Bestattungsunternehmen.

Quelle: RP
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