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Mit Hedwig Klein
Die Mutter der Atelieretage

Mit Hedwig Klein: Die Mutter der Atelieretage
Blick vom Wegberger Rathausplatz auf das ehemalige Kreuzherrenkloster mit der Atelieretage und die Kirche St. Peter und Paul. FOTO: Jürgen Laaser (Archiv)
Erkelenz. Die Atelieretage im Kloster Wegberg existiert seit zehn Jahren. Hedwig Klein hat sich 2008 für deren Gründung stark gemacht.

WEGBERG Die Atelieretage mit ihren zehn Künstlern feiert am Wochenende, 14. und 15. April, zehnjähriges Bestehen. Hedwig Klein war zur Gründungszeit Bürgermeisterin, hatte sich vehement für diese Nutzung der ehemaligen Klosterzellen eingesetzt und die Unterstützung durch den Rat der Stadt Wegberg bekommen. Sie erläutert im Gespräch die Einzelheiten.

Wieso ist damals ein neues Nutzungskonzept für das Alte Kloster erforderlich geworden?

Klein 2005 wandte sich Pater Franz an mich und fragte, ob es in der Nähe der Kirche eine Wohnung gebe, die er mit Pater Laetantius beziehen könne. Wegen ihrer gesundheitlichen Situation - beide waren erkrankt - und weil sie nur noch zu zweit seien, sei das Kloster als Wohnung nicht mehr geeignet. Sie bezogen die obere Etage in einem Mehrfamilienhaus an der Burgstraße, in dem ehemals die Bäckerei 'Van Well' untergebracht war. Das war ideal für die beiden Patres, weil sie dort ihr klösterliches Leben gemeinsam ausüben konnten. Für das alte Kloster musste eine neue Verwendung gefunden werden.

Welche Überlegungen hatte es dazu gegeben?

Klein Das Bistum Aachen war daran interessiert, das Kloster zu verkaufen. Der Kirchenvorstand - und dabei wurde er von der Stadt Wegberg unterstützt - wollte auf gar keinen Fall einen Verkauf. Für das Kloster, in so zentraler Lage in der Innenstadt, musste ein Verwendungszweck gefunden werden, der die Innenstadt stärken und beleben konnte.

Wie ging es mit dem Kloster weiter?

Klein Es bewarb sich unter anderem das Ehepaar Olivier-Sicher aus Erkelenz; es wollte im Kloster eine Kunstschule einrichten. Außerdem interessierte sich Gabi Lufen für den "linken Trakt", um die Musicalschule 'Power Stage' zu gründen und zu betreiben. Sie hat mehrere Jahre dort sehr erfolgreich gearbeitet und auch eine sehr gute Resonanz gehabt. Im rechten Trakt wurden notwendige Büro- und Konferenzräume der Pfarrei untergebracht. Die Kunstschule wurde - aufgrund verschiedener Probleme - schon nach einigen Monaten aufgegeben. Der Rat beschloss, Standesamt und Friedhofsamt, die mehr Raumkapazität brauchten, in diesem Klostertrakt unterzubringen, und hat einen entsprechenden Mietvertrag mit der Pfarre gemacht.

Wie ist es zu den heutigen Aktivitäten in den ehemaligen Klosterzellen gekommen?

Klein Der Gedanke "Kloster und Kunst" war erhalten geblieben. Im Stadtmarketingprozess sind wir auf die Idee gekommen, dass es sicherlich Bürger gibt, die künstlerisch tätig und vielleicht daran interessiert sind, eine der elf Klosterzellen anzumieten. Auf einen Aufruf hatten wir sehr große Resonanz. Die meisten Künstler, die jetzt noch dabei sind, waren es von der ersten Stunde an.

Hat sich das Konzept rückblickend bewährt?

Klein Ja, die Künstler haben sehr schnell ein Zuhause gefunden und immer betont, dass es eine richtige Entscheidung gewesen sei. Zum einen konnten sie ihre Sachen liegenlassen, mit denen sie arbeiteten; zum anderen waren sie ungestört bei ihrer Arbeit. Auch waren und sind sie bis heute ein richtiges Team. Sie schufen den Namen "Atelieretage" und führen regelmäßig Ausstellungen durch. In der Herbstzeit kam die Kunstoffensive im Klostergarten und Haus dazu, so dass wirklich die Kunst Schwerpunkt geworden ist.

Sie haben sich damals als Bürgermeisterin für die jetzige Nutzung sehr eingesetzt. Besteht darin der Zusammenhang zu Ihrer Einbindung in die Festlichkeiten nächste Woche?

Klein Vielleicht ja. Ich bin gefragt worden, ob ich bereit sei, eine kurze Ansprache zu halten. Vor fünf Jahren war das auch so. Ich habe in den zurückliegenden Jahren immer einen sehr guten Kontakt behalten und gehe hin, wenn die Atelieretage geöffnet ist und sie dort Ausstellungen machen. Insgesamt bin ich sehr froh, dass das Kloster auf diese Weise genutzt wird. Kunst hat auch etwas mit dem Geist des Hauses zu tun - meines Erachtens passt das.

Die Künstler verkaufen in einer Benefizaktion Werke zugunsten des Fördervereins 'Abbé George', bei dem Sie Vorsitzende sind. Wofür werden Sie den Erlös einsetzen?

Klein Das war für mich eine Überraschung, dass sie diese Idee entwickelt haben. Da wir unsere Krankenstation in Burundi an einen Schwesternorden übertragen haben, der bestrebt ist, aus der Station ein Krankenhaus zu entwickeln, brauchen wir noch Geld und möchten die Spenden dafür einsetzen. Die Ordensschwestern sind im Moment dabei, Pläne zu entwickeln. Schwester Revocate kommt im April nach Wegberg und wird alles erläutern.

NICOLE PETERS STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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