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Wegberg
Ehrenamtliche leben die Nächstenliebe

Wegberg: Ehrenamtliche leben die Nächstenliebe
Hassan El Ghadi (von links), Nura Kurdi-Mazyek, Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran, Bürgermeister Michael Stock, Rüdiger Birmann, Willibert Jansen und Jutta Schwinkendorf waren Ansprechpartner bei der gut besuchten Podiumsdiskussion unter dem Titel "Angekommen in einem neuen Land" in Wildenrath. FOTO: Jörg Knappe
Wegberg. Bei der SPD-Podiumsdiskussion zur Flüchtlingssituation ging es über Partei- und Religionsgrenzen hinweg um mögliche Unterstützung. Von Nicole Peters

Damit an diesem Abend nicht nur über, sondern auch mit den Flüchtlingen geredet werden konnte, waren Mohamad Firoz aus Afghanistan und Ayas Shekhmus aus Syrien bei der Podiumsdiskussion der SPD unter den rund 70 Besuchern in der Gaststätte "Zur Post" - "ihre Schätzchen", wie sie Jana Peterek, stellvertretende Leiterin der Notunterkunft in Petersholz, aufgrund deren dortiger großartiger Mitarbeit nannte. Beide sind vor politischer Verfolgung oder Krieg geflohen. So hatte Shekhmus den gefährlichen Weg über Türkei, Mittelmeer und Serbien genommen. Beide bedankten sich für die Hilfe, die sie bisher erfahren haben. Ihre Reden machten auch deutlich, dass Sprache elementar für die Kommunikation ist. Während Firoz recht fließend Deutsch sprach, übersetzte Hassan El Ghadi ("Asyl in Wegberg") für den syrischen Bauingenieur.

Zum Thema "Angekommen in einem neuen Land - Empathie kennt keine Abgrenzung" waren Vereins- und Kirchenvertreter gekommen, um über Erfahrungen zu berichten und Hilfsangebote vorzustellen. Die Gespräche an diesem Abend machen deutlich, dass das Ehrenamt eine wichtige Rolle bei Freizeitgestaltung und Kennenlernen der deutschen Kultur sowohl in den kommunalen Einrichtungen der Stadt Wegberg als auch in der von der Johanniter-Unfall-Hilfe betriebenen Notunterkunft in Petersholz einnimmt. Nurah Kurdi-Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland beispielsweise beschrieb die Hilfen als "gelebte Nächstenliebe", die "es in allen Weltreligionen gibt". Bürgermeister Michael Stock erklärte städtische Maßnahmen, die den Asylsuchenden langfristig Perspektiven geben sollen: Die Schaffung von sozialem Wohnraum nannte er ebenso wie die Sensibilisierung der Unternehmerstruktur, um Arbeitsaufnahmen zu ermöglichen, wobei er "Sprache und Arbeit als Schlüssel der Integration" bezeichnete.

Dass die von katholischer und evangelischer Kirche, dem Verein "Asyl in Wegberg" sowie der Stadt in einem Netzwerk von rund 200 Ehrenamtlichen organisierte Hilfestellung ausbaufähig ist, zeigten Anregungen der Besucher. Absprachen bezüglich von Fahrten zu Sportvereinen oder verbesserte Kommunikation waren einige davon. Die Wünsche der Flüchtlinge und jeweilige Dauer ihres Aufenthaltes spielten dabei in die Aktivitäten mit hinein. Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran schlug Patenschaften für einzelne Personen oder Familien als geeignete Form der Beziehung vor. In der Runde, in der sich im weiteren Jutta Schwinkendorf (evangelische Gemeinde/Flüchtlingsnetzwerk Wassenberg) und Willibert Jansen (Koordinator Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe der katholischen Pfarrei Wegberg) einbrachten, kamen mögliche VHS-Kurse oder Aufgabenteilung zur Sprache.

Quelle: RP
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