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Wegberg
Ein Geschenk an Borussia und ihre Fans

Wegberg: Ein Geschenk an Borussia und ihre Fans
Markus Bullik (l.) übergab ein Exemplar seines Buches im Beisein von Kunst- und Werbefachmann Edgar Janzen an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. FOTO: Dieter Wiechmann
Wegberg. Mit dem Fotoprojekt "Heimspiel. Menschen bei Borussia" hat der Fotograf Markus Bullik aus Wegberg den Menschen bei Borussia Mönchengladbach ein bemerkenswertes Denkmal gesetzt. Der Bildband ist jetzt im Handel erhältlich. Von Michael Heckers

Markus Bullik erinnert sich, als wäre es gestern gewesen: Im zarten Alter von elf Jahren gewann er als E-Jugendlicher des SC Viktoria Rath-Anhoven im Trikot der legendären Fohlenelf der 1970er Jahre die Fußball-Kreismeisterschaft. Das war 1974, als Deutschland zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister wurde. "Wir wurden damals am Ball sozialisiert", sagt Markus Bullik rückblickend mit eine Schmunzeln. Jede freie Minute verbrachte er mit seinen Kumpels auf dem Fußballplatz. Aufgewachsen ist er in der Fröbelstraße in Rath-Anhoven.

Heute ist Markus Bullik 53 Jahre alt. Er wohnt mit der Keramikerin Marion Scheidtweiler und ihrem gemeinsamen Sohn Felix auf einem alten Hof im Wegberger Ortsteil Moorshoven. Als 21-Jähriger trampte er nach Indien und Nepal. Inspiriert durch seine Reise studierte er Ethnologie und später Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie. Die mehrfach ausgezeichnete Dokumentation "Brauchgestalten der Dorfgesellschaft" brachte ihm internationale Anerkennung. Es folgten Ausstellungsprojekte für die Goethe Institute Madras und Bangalore in Indien. Über zwölf Jahre war er Director of Photography des Harvest Magazins. Hier in der Region erstellten Markus Bullik und Felix Kunkler als Arbeitsgemeinschaft für Kommunikation den Geschäftsbericht der Kreissparkasse Heinsberg. Im Jahr 2004 wurde dieser als bester designter Geschäftsbericht mit dem Arno, dem Designpreis des Sparkassen- und Giroverbandes, ausgezeichnet.

Sein Interesse für Heimat, Fußball und die Borussia hat der vielgereiste Fotograf nie verloren. Das wird im Projekt "Heimspiel. Menschen bei Borussia" mehr als deutlich. Die fotografische Gesellschaftsstudie, die es ab sofort im örtlichen Buchhandel und im Fohlenshop zu kaufen gibt, stellt auf 168 Seiten eine eindrucksvolle Hommage an die Menschen bei Borussia und seine eigene Herkunft dar. Sein Prinzip der Kultur- und Brauchtumsdokumentation durch Porträtfotografie, angewendet auf Borussia Mönchengladbach, ist eine moderne fotografische Heimatkunde der besten Art und zugleich ein ungewöhnlicher und erhellender Blick auf das Phänomen Fußball.

Über drei Spielzeiten hinweg war der Borussia-Park die Bühne für das außergewöhnliches Fotoprojekt von Markus Bullik. "Heimspiele schaffen für einige Stunden eine eigene Welt und sind ein grandioses Ritual, in denen die Zugehörigkeit zu einer großen Gemeinschaft gefeiert wird. Immer sind sie ein Gesamtwerk von vielen hundert - und wenn man alle Fans und Besucher mitzählt - von vielen tausend Menschen", erklärt der Fotograf. 1000 Menschen hat Bullik im Borussia-Park fotografiert: Manager, Balljungen, Spieler, Ordner, Wurstverkäufer, Maskottchen, Flaschensammler, Hooligans, Sanitäter, Polizisten. Die porträtierten Menschen werden mit Namen und Funktion genannt. "Jede Fotografie ist ein Beweis, wie sehr Fußball den Menschen Freude, Sinn und Würde gibt, wie sehr Fußball ihre Heimat ist", sagt Markus Bullik. Ergänzt wird die Bilddokumentation, bestehend aus 124 Porträts aus der Welt des Fußballs, mit Textbeiträgen unter anderem von Dunja Hayali und Borussen-Kommunikationschef Markus Aretz. Im Vorfeld des Champions-League-Spiels von Borussia gegen Manchester City übergab Markus Bullik im Beisein von Kunst- und Werbefachmann Edgar Janzen, der das Projekt unterstützt hat, ein Exemplar seines Buches an NRW-Ministerpräsidentin und Borussen-Fan Hannelore Kraft. Auch bei Borussia freut man sich über die ungewöhnliche Publikation: "Großartig! Menschen bei Borussia. Dieser Bildband ist ein Geschenk an Borussia und an all jene, die unserem Verein in Freundschaft verbunden sind... Unsere Fußballfamilie!", wird Markus Aretz zitiert.

Quelle: RP
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