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Wegberg
Ein großes Herz für wollige Wesen

Wegberg: Ein großes Herz für wollige Wesen
Sie leben mit und für Coburger Füchse, Moorschnucken und Waliser Schwarznasen: Dagmar Schöffler-Thesling und Günter Radtke. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. In der Grenzlandschäferei, die am Merbecker Kartoffelfest teilnehmen wird, ist Lämmerzeit: Viele Jungtiere unternehmen Erkundungstouren im Stall. Je drei Zicklein und Lämmer päppelt das Schäfer-Paar mit der Flasche auf. Von Nicole Peters

Alle Schafe und Ziegen, die lammen, werden bei der Grenzlandschäferei im Winter eingestallt. Nebeneinander stehen Muttertiere, Jungtiere und Böcke gruppenweise in separaten Verschlägen, die mit reichlich frischem Stroh ausgelegt sind. Über den Lämmerboxen hängen Infrarot-Lampen, die den Jüngsten die notwendige Wärme spenden. Seit vier Jahren betreiben Dagmar Schöffler-Thesling und Günter Radtke intensive Zucht nach Standard.

Sowohl Tiere der Landschaf-Rassen "Coburger Füchse" und "Moorschnucken" als auch das Gebirgsschaf "Waliser Schwarznase" leben bei ihnen. Die tägliche Fürsorge auf der Weide leisten sie gemeinsam mit ihren Hütehunden: Border Collies, die in der Arbeit mit Schafen ausgebildet sind.

Beim Merbecker Kartoffelfest (19. und 20. September) werden sie mit ihrem vielfach prämierten Schönheits-Champion und Hütehund im Ruhestand, Kendu, das Führen einer Schafgruppe durch einen Parcours und Einpferchen zeigen.

"Vor vielen Jahren habe ich mir einen Border Collie angeschafft", erzählt Dagmar Schöffler-Thesling, "da diese Hunde vor allem auf das Schafehüten ausgerichtet sind, legte ich mir wenig später eigene Tiere zu, baute einen Stall und nahm weitere Schafe und Ziegen hinzu." Mit der standardisierten Zucht nach Herdbuch trägt das Schäferpaar zum Erhalt der Rassen Coburger Füchse und Moorschnucken, die beide auf der Roten Liste bedrohter Tiere stehen, bei. Die Hobbyzüchter geben Schafe zur Landschaftspflege ab.

Zurzeit sind die Tierfreunde sehr mit der Aufzucht der Lämmer beschäftigt. Drei Zicklein und drei Lämmchen ziehen sie mit der Flasche groß, da die Mütter sie aus unterschiedlichen Gründen nicht angenommen haben. Das weiße Moorschnucken-Lamm Oscar zum Beispiel ist eine Woche alt, erzählt Günter Radtke. "Ein anderes Schaf hatte an ihm geleckt, und die Mutter hatte es daraufhin abgelehnt." Vier Mal am Tag bekommen die Jüngsten zwei Wochen lang die Flasche, danach drei oder vier Wochen lang zwei Mal, bevor sie zu Heu, Lämmerkorn und Silage übergehen.

Im Gang des Stalles liegt Border Collie Kendu, der mehrfach prämierte Schönheits-Champion und Hütehund, und beobachtet aufmerksam das Geschehen. Freundlich wedelnd stellt er sich persönlich vor. Dieser Hund ist der erste Schützling, den die Schäfer mit dem Verein "Hospiz Bollerbär" unterstützen. Unterkunft, Verpflegung und ärztliche Betreuung werden aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden für die älteren Arbeitshunde aufgebracht und für die "Ruheständler" Pflegestellen gesucht.

Die Grenzlandschäferei ist auf vielen Ausstellungen und Vorführungen vertreten. "Wir haben die Tiere sehr gerne und möchten, dass es allen gut geht", resümiert die Schäferin, und er ergänzt: "Wir möchten bei den Leuten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es sich um lebendige Wesen handelt, die mit Liebe und Sorgfalt gehalten werden."

Quelle: RP
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