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Wegberg
Ein Stück Schwaamer Ortsgeschichte

Wegberg: Ein Stück Schwaamer Ortsgeschichte
400 Jahre Haus Geerkens in Schwaam: Johannes Geerkens führte die Besucher über das Reetdachgehöft und erklärt die unterschiedlichen Ausstellungsstücke. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Die Inhaberfamilie Geerkens und die Dorfgemeinschaft öffneten das Reetdachgehöft in Schwaam für Besucher. Von Nicole Peters

Pflege und Erhalt des geschichtsträchtigen Reetdachgehöfts sind Familie Geerkens eine Herzensangelegenheit. Darin investiert sie viel Zeit, ebenso in die Sammlung historischer Gegenstände, die sie in den Räumen aufbewahrt. Die Schlafkammer mit Einrichtung, in der der Legende nach Napoleon einstmals nächtigte, gehört auch zu den Attraktionen, die das Haus zu bieten hat.

Anlässlich des 400. Geburtstags hatte sich Familie Geerkens einschließlich der Kinder Johannes, Adele und Maria dazu entschlossen, die Anlage erstmals öffentlich interessierten Besuchern zugänglich zu machen und ein gemeinsames Fest zu feiern. Bei Organisation und Durchführung half die Dorfgemeinschaft Schwaam tatkräftig mit. Viele Menschen nahmen die Gelegenheit wahr und kamen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto in das Reetdachdorf, um sich umzusehen und bei selbst gebackenem Kuchen ins Gespräch zu kommen. "Die ersten Gäste kamen zeitig", erzählte Adele Geerkens in einer kleinen Pause lächelnd, "der erste war gegen 10 Uhr da." Zuvor habe ihr Vater das Anwesen immer wieder einzelnen Leuten gezeigt. Die runde Zahl haben sie zum Anlass für die Feier genommen und die Freude von Vater Heinrich (88) und der ganzen Familie, die eng mit dem Hof verbunden ist.

An diesem Tag waren alle inklusive Enkelkinder im Einsatz. Mit Hofführungen brachte beispielsweise Sohn Johannes den kleinen Gruppen den alten Gewölbekeller mit Werkzeugen zur Instandhaltung des Reetdaches oder markante Gebäudeteile näher. Anekdoten und Fragen kamen dabei einige auf.

Das Jubiläum hatte zudem Heimat- und Ortsfotograf Hans Peter Jans zum Anlass genommen, eigene historische Fotografien sowie Aufnahmen aus dem Bestand von Dorfbewohnern und Archiven aufzubereiten und auf Leinwand zu projizieren. Somit wurden an diesem Tag viele Erinnerungen wieder lebendig oder neue Eindrücke gesammelt. Ebenfalls war die Feier Auslöser zur Herausgabe einer Broschüre, in der Heimat- und Ahnenforscher Dietmar Schmitz die Geschichte des Hofes und in Teilen des Ortes mit vielen Texten und einigen Fotografien darstellte. "In Unterlagen wie der 'Orts- und Kirchengeschichte Merbeck' von Gerhard Evertz habe ich Informationen zusammengesucht und komprimiert zusammengefasst", berichtete er. Da die Geschichte des Hauses eng mit dem Gedenkkreuz am Halfesweg zusammenhängt, hatte er auch unter Hinzunahme der Ausführungen Horst-Dieter Jansens in einem Heimatkalender Nachforschungen über das Wappen über der Tür des Geerkens-Hofes und am Gedenkkreuz angestellt. Im Stadtarchiv in Mönchengladbach ist er fündig geworden: Ein auf einem Vertrag gefundener Siegelabdruck belegt, dass das Siegel Quirin Dresen, Vogt von Rheydt, zuzuordnen ist. Dieser war damaliger Hofeigentümer und hat dessen Renovierung im Jahr 1744 vorgenommen. Etwa 40 Notarakten aus den Jahren 1722 bis 1922, anhand derer die Besitzfolge nachzuvollziehen ist, oder eine Kartendarstellung aus dem Jahr 1601 sind ebenso in der Broschüre zu finden.

Familie Geerkens ist seit 140 Jahren in dem Schwaamer Reetdachgehöft heimisch.

Quelle: RP
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