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Wegberg
Engagement für das kleine Gotteshaus

Wegberg: Engagement für das kleine Gotteshaus
Restauratorin Antje Lewejohann (vorne) und Praktikantin Pauline Wildenhaus arbeiten am Altar der Kipshovener Kapelle. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Hedwig Klein führt seit Jahren Besucher aus nah und fern durch die vor allem durch ihre einzigartigen Deckenmalerei und Fresken bekannte Kapelle in Kipshoven. Einzelne Bestandteile werden zurzeit restauriert. Von Nicole Peters

Für die Krefelder Diplom-Restauratorin Antje Lewejohann und Praktikantin Pauline Wildenhaus gibt es an diesem Morgen Feinarbeiten zu erledigen. Sie befinden sich am Altar und passen handgefertigte Holzergänzungen im horizontalen Mittelteil, der Predella, farblich ein. Mit einer Art Goldretusche wird sich das gewundene Formteil harmonisch in Bestehendes einfügen. Kleinere Farbarbeiten gibt es zudem an der Holzfigur des Paulus' auszuführen, die rechts im Altar steht. Tätigkeiten, die im Zuge der Restaurierung von Altar, Wandgemälde "Kreuzigungsgruppe" und Holzelementen an Orgelbühne und Aufgang vorgenommen wurden und werden.

Vermutlich im Herbst werden alle Arbeiten durchgeführt sein, erläutert Hedwig Klein. Die Kipshovenerin führt seit fünf Jahren Besucher aus der näheren Umgebung und vom ganzen Niederrhein durch die Kapelle, deren Baubeginn auf das Jahr 1492 datiert wird. Diese Aufgabe hat sie von Vorgängerin Christel Kieven übernommen, und sie führt damit die Tradition von Vater Willy Klein fort, der sich ab Mitte der 1970er Jahre im Rentenalter durch das Orgelspiel für das kleine Gotteshaus und die Kirchengemeinde einbrachte. Aktuelle Veränderungen bezieht Klein stets in ihre Ausführungen ein. So wie sie auch Fragen beantwortet.

"Zunächst zeigt man den Leuten, was es an kirchengeschichtlichen Gegenständen gibt", erläutert sie. Sie wechselt sich dabei regelmäßig mit Walter Goebels ab. Das "Triumphkreuz" aus den Jahren um 1500 vor dem Altar ist dafür ebenso ein Beispiel wie das Gemälde der "Kreuzigungsgruppe", das im Zuge der laufenden Restaurierung überarbeitet wurde. Gespannt warteten die Gäste immer auf die Beschreibung der Kostbarkeiten, welche die Kapelle vor allem bekanntmachten, erzählt Klein: die großformatigen Fresken an den Wänden und die dekorative Deckenmalerei. Deren Freilegung unter vermuteten sieben Farbschichten im Jahr 1968 hatte Hedwig Klein als Kind selbst miterlebt. "Die oberen Schichten waren abgeklopft und darunter die einzigartigen Malereien entdeckt worden", erinnert sie sich, "in rund zwei Jahren sind sie freigelegt worden und im Anschluss nur konservatorisch behandelt worden." Die Deckenmalerei habe ebenso wie die Kirchenfenster mit dem Leidensweg Jesu, der Passion, zu tun. Kreuzigungswerkzeuge, beteiligte Personen, durchstochenes Herz und genagelter Fuß seien beispielsweise abgebildet. Die größte Freske zeige den Heiligen Christopherus mit Kind rechts im Altarraum.

Eine Entdeckung hatten die Verantwortlichen Hedwig Klein zufolge auch bei den aktuellen Maßnahmen, die von verschiedenen Einrichtungen unterstützt werden, gemacht: So war die Vorderseite der Rückwand des Altars zu großen Teilen übermalt worden - die Wegnahme der Madonnafigur mit Thronsitz hatte eine frei gelassene Teilfläche sichtbar werden lassen. Jetzt ist geplant, die komplette Fläche mit im Stile historischer Schabloniertechnik bedrucktem Textil neu zu bespannen.

Quelle: RP
 
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