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Wegberg
Fahrräder bleiben die Highlights

Wegberg: Fahrräder bleiben die Highlights
Auktionator Heinz Krämer (r.) und Claudia Gisbertz vom Bürgerservice der Stadt Wegberg kommen mit den Bietern ins Gespräch. Das größte Interesse gilt den Fahrrädern, die Achim Witte (hinten) gebracht hat. FOTO: Anke Backhaus
Wegberg. Achim Witte hat wieder Fahrräder vom Baubetriebshof der Stadt Wegberg zum Rathausplatz gebracht. 25 Stück, um genau zu sein. Sie sind nämlich heiß begehrt. Das weiß Witte nur zu gut, das wissen auch Claudia Gisbertz und Heinz Krämer. Von Anke Backhaus

Sie haben vor dem Rathaus der Stadt Wegberg wieder ihren Tisch aufgebaut, auf dem einige Stücke verteilt liegen, auf die die Besucher schon gewartet haben - gestern war wieder Zeit für die große Fundsachen-Versteigerung. Mit Herzblut gibt Heinz Krämer seit vielen Jahren den Auktionator, und zwar mit viel Humor. Ebenfalls seit vielen Jahren mischt auch Claudia Gisbertz, die im Wegberger Rathaus im Bürgerservice arbeitet, mit und sorgt dafür, dass die Fundsachen neue Besitzer finden. Die Versteigerungen macht das Duo bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen - mit Erfolg und noch mehr Freude an der Sache.

"Die Aufbewahrungsfrist beträgt ein halbes Jahr. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Hat sich der rechtmäßige Besitzer nicht gemeldet, können wir die Fundstücke versteigern", sagt Heinz Krämer. Der Vollzugsbeamte "a.D." ist heute zwar im Ruhestand, freut sich aber immer wieder, als Auktionator tätig werden zu dürfen. "Das macht mir einfach immer noch Spaß", sagt Heinz Krämer mit Überzeugung. Er weiß: "Die Leute kommen ganz bewusst zu den Versteigerungen, weil sie wissen, dass sie hier günstig tolle Fahrräder bekommen." Nun war das auch wieder so. Bis zu 105 Euro investieren die Besucher der Versteigerung, um ein Fundfahrrad zu bekommen. Jedoch kann es auch gut sein, wesentlich weniger für ein Fahrrad zu zahlen.

Zu den kleinen Teilen, die dieses Mal unter den Hammer kommen, zählen unter anderem Brillen, Jacken, darunter auch Kinderjacken, Handschuhe und Schals. Es wird eben das versteigert, was gerade da ist. Heutzutage gibt es allerdings eine kleine Einschränkung, wie Claudia Gisbertz sagt: "Wir dürfen keine Handys mehr versteigern. Aus Datenschutzgründen. Auf den Geräten könnte ja immer noch etwas drauf sein." Aber Geräte wie Digitalkameras können schon mal in der Versteigerungsmasse der Stadt Wegberg sein.

Zurück zu den begehrten Fahrrädern. Alle sind dieses Mal nicht an den Mann bzw. die Frau gekommen. Sie werden, so sagen es Claudia Gisbertz und Heinz Krämer, sozialen Zwecken zugeführt. Übrigens stellt sich gerade bei Fahrrädern die Frage, warum gerade diese Gegenstände nicht von ihren rechtmäßigen Besitzern vermisst werden. Claudia Gisbertz erzählt dazu: "Natürlich gelingt es oft, ein Fahrrad seinem Besitzer zurückgeben zu können. Das wird dann immer geprüft, ehe das Fahrrad herausgegeben werden kann. Bei den Rädern, die dennoch stehen bleiben, kann es durchaus sein, dass die Besitzer aus anderen Kommunen stammen. Die Fundbüros sind nicht miteinander vernetzt." Im Klartext heißt das, dass die rechtmäßigen Besitzer sich schon selbst die Mühe machen sollten, auch in Fundbüros von Nachbarstädten nachzufragen, ob das Rad dort eventuell gelandet sein könnte.

Das Geld, das die Versteigerung erzielt, kommt in die Stadtkasse. Viel ist es zwar nicht, aber immerhin. Und: Auch diese Versteigerung hat mal wieder gezeigt, dass das Interesse der Leute groß ist. Also macht das eingespielte Duo Claudia Gisbertz und Heinz Krämer auch in Zukunft mit viel Spaß an der Sache weiter.

Quelle: RP
 
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