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Wegberg
Ferientage sind Funkertage

Wegberg: Ferientage sind Funkertage
Marcus Pool (hinten l.) und Wilfried Marek (vorne, 3.v.l.) zeigen David, Pascal, Justin und Craig, wie man einen Morsepieper zusammenbaut. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Der Ortsverband Wegberg, der dem Deutschen Amateur-Radio-Club angeschlossen ist, bot im Rahmen der Wegberger Ferienspiele eine außergewöhnliche Aktion an. Bei den Funkern haben Schüler eine Menge erleben können. Von Michael Moser

Die meisten Menschen können mit dem Kürzel "OV G38" wohl nicht allzu viel anfangen. Es sei denn, sie gehören zu den rund 40.000 Hobbyfunkern, die aktuell in Deutschland ihrem Hobby nachgehen und sich daher naturgemäß mit derlei Bezeichnungen auskennen: "Diese Kombination steht weltweit für den Ortsverband Wegberg und ist nur einmal vergeben", erläutert dazu Marcus Pool, Vorsitzender des OV Wegberg, der am Wildenrather Funkturm an der Eckartstraße mit acht weiteren Club-Mitgliedern im Rahmen der Wegberger Ferienspiele einen Funktag für Kinder anbot.

Unter dem Motto "Ferientage sind Funkertage" konnten die Schüler nicht nur Theoretisches zum Thema erfahren, sondern vielmehr auch aktiv den Tag beim Verein mit insgesamt 40 Mitgliedern mitgestalten. So erfuhren die Kids beispielsweise, dass das Morsen, von dem viele denken, es existiert gar nicht mehr, ein Vorläufer des Funkens und der heutigen Kommunikationstechnik mit Smartphones, Handys oder Laptops darstellt. Insbesondere in der Schifffahrt war das Funken per Tastendruck eine ganz existenzielle Einrichtung, die half, so manches Boot aus Seenot zu retten. Fasziniert zeigten sich die jungen Besucher über die mögliche Reichweite der Funkwellen, denn je nach Frequenz kann ein Funker weltweit Kontakt herstellen und mit Freunden oder Gleichgesinnten sprechen. Sicherlich ist dies auf andere Art und Weise möglich, doch beim Funken weiß man ja nicht unbedingt, mit wem man sich austauschen wird.

Dann aber ging es an die "Arbeit" in Wildenrath. Unter Anleitung von Biggi Beckers und Wilfried Marek vom OV Wegberg, konnten die Kinder ihre technischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, denn es galt einen Morse-Summer zu basteln, der natürlich auch funktionstüchtig sein sollte. Mit viel Geschick und Ausdauer gelang dies schließlich auch, und als Belohnung durften die Bastler die Geräte mitnehmen. Nach einer Stärkung ging es dann nach draußen. Die Wegberger Hobbyfunker hatten eine sogenannte Fuchsjagd vorbereitet, wobei die Teilnehmer einen versteckten Sender mit dazu speziellen Geräten anpeilen und dann finden mussten. Da war der Spaß natürlich schon groß, doch der Höhepunkt für die Schüler war natürlich die Möglichkeit, sich mal an einem echten Funkgerät zu versuchen. Dazu erhielt jeder das benötigte Ausbildungsrufzeichen, was Marcs Pool den Besuchern erklärte: "Jeder Hobbyfunker, der mit anderen in Kontakt treten möchte, muss so ein persönliches Zeichen haben. Dazu müssen wir eine Prüfung ablegen". Diese wird bei der Bundesnetzagentur in Köln durchgeführt und beinhaltet drei Themenfelder. Zunächst gibt es einen technischen Teil, in dem es in erster Linie um die verschiedenen Schaltkreise geht, dann darf die Gesetzeskunde nicht fehlen, und schließlich müssen sich die zukünftigen Funker auch mit der Betriebstechnik auskennen, in der zum Beispiel die unterschiedlichen Abkürzungen abgefragt werden.

Nachdem die Kinder ihre ersten Eindrücke zum Thema Hobbyfunken erhalten hatten, hoffen die Wegberger nun auf ein großes Interesse gestoßen zu sein, denn die Frage des Nachwuchses stellt sich ihnen ebenso wie anderen Vereinen. Marcus Pool hofft zumindest auf einen kleinen Effekt: "Es wäre schön, wenn sich einige der Kinder auch in Zukunft für das Funken interessieren und dabeibleiben". Schließlich sei dies nicht nur ein neues, sondern auch ein nützliches Hobby. So wird bei den Rettungsdiensten auch heute noch gefunkt, oder in Katastrophenfällen kommt das Funkgerät immer wieder zum Einsatz und kann sogar Menschenleben retten.

Quelle: RP
 
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