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Wegberg
Flachs für Automobilbau "ein großes Thema"

Wegberg: Flachs für Automobilbau "ein großes Thema"
Jürgen Royek (von links), Werner Reiners und Dieter Lencer halten eine Autoverkleidung für eine Tür in der Hand. Naturfasern bieten mehrere Vorteile. FOTO: Uwe Heldens
Wegberg. Flachs - Naturfaser im Hightech-Einsatz: Auf Einladung des Beecker Flachsmuseums informierte Textil-Ingenieur Jürgen Royek zahlreiche Zuhörer über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Im Rahmen der Vortragsreihe erläuterte der Angestellte eines großen Chemikalienherstellers mit rund 3500 Mitarbeitern und Sitz in Basel (Schweiz), dass Naturfasern über extrem hochtechnologische Effekte verfügten.

Bei der Kokosfaser gebe es nur begrenzte Einsatzmöglichkeiten, da damit anfertigte Autositze nicht atmungsaktiv seien. Als Anforderungen an Naturfasern führte der 57-Jährige, im Unternehmen zuständig für Neuentwicklungen auf dem europäischen Textilmarkt, unter anderem Wärmebeständigkeit, dynamisches Verhalten, Preis und Verarbeitungskosten, die Haftung zwischen der Faser und der Chemie, die sie zusammenhält, sowie das Langzeitverhalten an.

Als "großes Thema" führte Royek in diesem Zusammenhang die Automobilindustrie an: "Die muss brummen." Naturfasern könnten dabei einfache und kosteneffiziente Prozesse auslösen. Das Crash-Verhalten sei bei Naturfasern gut; es gebe eine hohe Stabilität und kein Splittern. Die Gewichtsersparnis führe zu einem geringeren Benzinverbrauch. Die Einsatzgebiete der Naturfasern seien äußerst vielfältig. Hier verwies der Textil-Experte auf Brillen, Autotürverkleidungen, Autohimmel - hier könnten auch Brennnesseln verarbeitet werden - sowie Unterlagen, Hutablagen oder Tablette.

Bei der Autotürverkleidung würden etwa 30 Prozent an Gewicht eingespart. Ein weiteres Einsatzgebiet seien Schleifscheiben. Darauf setze, so Royek, inzwischen auch der bekannte Tierpark Hellabrunn. Die speziellen Hufschleifscheiben, etwa für die Elefanten, könnten die Haut der Tiere nicht verletzen. Autos hätten im Laufe der Zeit eine Entwicklung durchlaufen - vom einfachen Transportmittel zum Lebensraum. Schafswolle hingegen schneidet nach seinen Angaben deutlich schlechter ab, da sie keine hohe Lichtbeständigkeit aufweise. Royek: "Ein Schaf geht automatisch in den Schatten, wenn die Sonne stark scheint." Im Textilbereich seien Naturfasern unter anderem wegen ihrer hohen Reißfestigkeit beliebt, etwa bei Gurten.

(DG)
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