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Wegberg
Florian Wegberg kommt - mit Version 7

Wegberg: Florian Wegberg kommt - mit Version 7
Ein Holzlager brennt, die Feuerwehr baut die Wasserversorgung auf und löscht. Die Macher der Modifikation nahmen sich regionale Örtlichkeiten zum Vorbild. Der Einsatzort könnte am Grenzlandring bei Harbeck sein. FOTO: MARCO HENDRISCH
Wegberg. Wegberger Feuerwehrleute tüfteln an einer neuen Version fürs Simulationsspiel "Emergency 4". Die soll im ersten Quartal 2016 starten. Modifikation 6 hatte schon 120.000 Downloads. Bald gibt's ganz neue Fahrzeuge und Szenarien. Fans können es kaum erwarten. Von Gabi Laue

"Leitstelle Kreis Heinsberg. Kommen!" "Florian Wegberg hört." Feueralarm auf dem Meldeempfänger, dann erste Funksprüche. Auf der Feuerwache an der Venloer Straße kleiden sich die Männer ein, springen in die für den Einsatz ausgewählten Fahrzeuge. Ein Blaurock öffnet die großen Falttüren, Blaulicht und Signalhorn werden eingeschaltet, Löschfahrzeuge rücken aus. So beginnt einer von Hunderten Einsätzen, die mit der Wegberg-Modifikation des Simulationsspiels "Emergency 4" durchgespielt werden können - an PC oder Laptop per Mausklick. Marco Hendrisch und Yannick Steves, beide Oberfeuerwehrmann im Löschzug 1 Wegberg, haben mit Freunden jetzt die Version 7 in Arbeit, die viel Neues ins Spiel bringt.

Als frischgebackener Abiturient (Kolbe-Gymnasium) hatte Marco Hendrisch im Jahr 2013 mit Gleichaltrigen die Version 6 für Computerspieler programmiert. Jetzt studiert der 20-Jährige an der Fachhochschule Aachen wissenschaftliches Programmieren und absolviert im Dualen System eine Ausbildung bei Canadian Aviation Electronics in Stolberg zum mathematisch-technischen Softwareentwickler. Einige Freunde konnten aus beruflichen Gründen das Update nicht mitgestalten, darunter Korbinian Offensperger aus Bayern. Noch dabei ist Lukas Engels aus Rath-Anhoven.

Unfall Uevekovener Kreuzung? Alles nur Spiel. Per Mausklick bewegen sich Fahrzeuge, Retter und Notarzt.

Im abgelaufenen Jahr hat sich viel getan. Auf der Facebook-Seite "Feuer- und Notfallsimulation Wegberg" gibt's schon erste Bilder, Trailer finden sich auf YouTube. "Wir erhalten 40 bis 50 Nachrichten am Tag: Wann kommt die neue Version?", erzählt Hendrisch. Der "Fuhrpark" umfasst jetzt 31 Fahrzeuge inklusive Rettungs-, Notarzt- und Krankentransportwagen, davon sind zehn neu. Und welche Arbeit allein da hinter steckt, zählt der Programmierer kurz auf: "Ein 3D-Modell eines Fahrzeugs braucht 20 bis 30 Stunden, die Farbe 15 Stunden pro Auto, Lichter darzustellen, dauert einen Arbeitstag. Ein Auto braucht so eine Woche bis zehn Tage." Und damit ist das Löschfahrzeug nicht fahrbereit. Es muss so animiert werden, dass Rollladen sich öffnen und Material freigeben. Das Programm weiß, wo welches Gerät liegt.

Das war die nächste akribische Arbeit der Tüftler: "Wir sind alle Gerätehäuser im Stadtgebiet Wegberg abgefahren, haben alle Geräte aufgeschrieben und in welchem Fach in welcher Anzahl sie liegen", sagt Hendrisch. Daraus wurden Tabellen erstellt, die alles eins zu eins in Simulation umsetzen. Die Sounds der Martinshörner, das Geräusch sich öffnender Rollladen, Funkverkehr, alles wurde aufgenommen, Blaulicht und Frontblitzer in Videos festgehalten. "Jedes Auto hat im Spiel einen realistisch-individuellen Sound", begeistert sich Hendrisch über das Resultat. Die Spieler werden Überraschungen erleben - Running Gag sind zum Beispiel hier und da vorbeilaufende Kühe. Ziel des Spiels ist es, ein Brand- oder Unfallszenario zu bewältigen - das begeisterte auch schon bei der Spielemesse in München. Die meisten Spiel-Einsätze laufen zehn bis 15 Minuten, ein Großbrand dauert 60 Minuten, die Arbeit dahinter Tausende Stunden. Für Hendrisch nicht zu viele: "Wenn man das Ergebnis im Spiel sieht, das ist schon schön!"

Der Großbrand aus anderer Perspektive. In Details steckt monatelange Programmierarbeit.
Quelle: RP
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