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Wegberg
Flüchtlinge beim Neuanfang begleiten

Wegberg. Paten gesucht: Freiwillige Helfer sollen Flüchtlingsfamilien, die in ihre alte Heimat zurückkehren, beim Neuanfang unterstützen. Von Michael Heckers

Die Flüchtlingshilfe der Pfarrei St. Martin sucht freiwillige Helfer als Paten für Flüchtlingsfamilien, die demnächst in ihre alte Heimat zurückkehren. "Der Flüchtlingshilfe ist es ein großes Anliegen, diese Menschen auf dem Weg zurück in ihre Heimat mit Rat und Tat zu begleiten und darüber hinaus Paten zu finden, die bereit sind, diese Familien beim Neuanfang in ihrer alten Heimat zu unterstützen", sagt Willibert Jansen von der Flüchtlingshilfe der Pfarrei St. Martin.

Für einige in Tüschenbroich lebenden Familien aus sicheren Herkunftsländern wurden die Asylanträge negativ beschieden. Durch den zuständigen Fachbereich der Stadt Wegberg wurde der Flüchtlingshilfe im Juli 2015 die Patenschaft für die im ehemaligen Haus Janske in Tüschenbroich lebenden Flüchtlinge übertragen. Für Notfälle wurde ein rund um die Uhr erreichbarer Notruf eingerichtet. Zurzeit leben dort 21 Erwachsene und 17 Kinder. Die Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe bieten in Tüschenbroich viermal pro Woche Sprachkurse und dreimal wöchentlich Freizeitangebote an. Außerdem begleiten sie die Flüchtlingsfamilien bei Behördengängen sowie Arzt- und Krankenhausbesuchen. Dank ihres ausgezeichneten Netzwerkes ist es der Flüchtlingshilfe in den meisten Fällen möglich, unkompliziert zu helfen und Bedarfe des täglichen Lebens wie Kleider- und Sachspenden abzudecken. Jetzt stehen die Ehrenamtler und Koordinatoren auch denjenigen Flüchtlingen zur Seite, deren Asylanträge abgelehnt wurden. Denn für die Betroffenen ist das häufig mit psychischen und emotionalen Belastungen verbunden.

Die Flüchtlingshilfe der Pfarrei St. Martin Wegberg hatte ihre ehrenamtlichen Helfer kürzlich in das Pfarrheim in Klinkum zu einem Brezelessen eingeladen, um sich für die geleistete Arbeit zu bedanken. Für Rat und Verwaltung der Stadt Wegberg dankte Gerd Pint und für die Pfarrei St. Martin dankten Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran sowie der Koordinator der Flüchtlingshilfe Willibert Jansen den Ehrenamtlern für ihr außergewöhnliches Engagement. Die Verantwortlichen blickten vor rund 40 anwesenden ehrenamtlichen Helfern sowie dem Leiter des Fachbereiches Bildung und Soziales der Stadt Wegberg, Gerd Pint, und dem für städtische Flüchtlingsangelegenheiten zuständigen Sozialarbeiter Youssef Alami auf die Aktivitäten im Jahr 2015 zurück. Nachdem sich die Flüchtlingshilfe der Pfarrei im März 2015 konstituierte, gehörte es zu den ersten Aufgaben, auf Wunsch der Stadtverwaltung auf dem Gelände der Unterkunft Nordstraße 100 in Arsbeck einen Bolzplatz anzulegen. Es wurden Bäume und Sträucher zurückgeschnitten und Rasen gesät. Die Übergabe des Bolzplatzes ist für den 5. Juni 2016 im Rahmen eines Internationalen Kulturfestes geplant.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Flüchtlingshilfe ist die Integration. Im Oktober traf man sich zu einem gemütlichen Abend, bei dem die Flüchtlinge Gerichte aus ihrer heimischen Küche vorstellten und die Ehrenamtler Essen aus der typisch deutschen Küche mitbrachten. Aus diesem Abend entwickelte sich die Idee, Kochkurse zu organisieren. In diesen Kursen vermitteln die Frauen der Flüchtlingsfamilien ihre Kochrezepte - sei es aus Nigeria, Afghanistan, Albanien oder Bosnien - an interessierte Deutsche.

Die Koordinatoren und Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe stellten nach eigenen Angaben fest, dass die in Tüschenbroich lebenden Ausländer überwiegend sehr integrationsfreudig und ehrgeizig sind, die deutsche Sprache zu lernen. Mehrere Flüchtlinge sind im Rahmen eins Ein-Euro-Jobs für den Bauhof der Stadt tätig und helfen bei der Pflege der Grünanlagen. Die Flüchtlingshilfe ist auf der Suche nach Praktikastellen, um Integration zu erleichtern und den Menschen eine das Selbstwertgefühl stärkende Beschäftigung zu geben. Die Fortbildung der Ehrenamtler werde in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde und mit Unterstützung der Caritas fortgesetzt.

Quelle: RP
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