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Wegberg
Formzeug: Goldjubiläum mit guten Aussichten

Wegberg: Formzeug: Goldjubiläum mit guten Aussichten
Eng mit der Firmengeschichte verbunden (v.l.n.r.): Geschäftsführer Wolfgang Siebel, die Gesellschafter Philipp Driescher und Max Albrecht Driescher, Johann Hubert Emmerich sowie Dr. Annette Emmerich mit Wegbergs Bürgermeister Michael Stock. Die weiteren Gesellschafter (nicht im Bild) sind Erika Hollmann, Caroline und Veronika Driescher. FOTO: MIKE OFFERMANNS
Wegberg. Mit einem großen Fest für die rund 120 Mitarbeiter hat die Wegberger Firma Formzeug ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert.

Hauptabnehmer des Wegberger Unternehmens ist die Automobilindustrie. In den vergangenen Jahren kann Formzeug ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen. Erst 2012 nahm das Unternehmen eine rund 1000 Quadratmeter große Produktionshalle in Betrieb, um neue Aufträge abarbeiten zu können.

Zuletzt erweiterte Formzeug auf dem Nachbargelände seine Logistikhalle um 1500 Quadratmeter. "Wenn das Wachstum so weitergeht, werden die bisherigen Flächen nicht ausreichen", mutmaßt Geschäftsführer Wolfgang Siebel. Keine schlechten Voraussetzungen also für ein goldenes Jubiläum, das jetzt mit einem Mitarbeiterfest gebührend gefeiert wurde.

Formzeug wurde 1965 aus dem Unternehmen Driescher heraus gegründet durch Heinz Driescher. Die ersten Gesellschafter waren Max Albrecht und Heinz-Friedrich Driescher, Johann Hubert Emmerich, Friedel Cremers, Fritz Hollmann und Karl-Heinz Siebel. Als Hersteller von elektrischen Schaltgeräten hatte Driescher einen erhöhten Bedarf an Formen für die eigene Gießharzfertigung sowie an Kunststoffteilen. Formzeug startete mit der ersten Fertigung in einem ehemaligen Hühnerstall, um diesen Bedarf zu decken. Bereits 1970 baute das Unternehmen die erste Fertigungshalle am heutigen Standort. Die Vorteile von Kunststoffprodukten sollten allerdings dafür sorgen, dass neue Branchen erschlossen werden konnten. Neben der Firma Driescher entwickelte sich ein branchenunabhängiger Kundenstamm. Zu der Ausprägung von technischen und anspruchsvollen Teilen produzierte das Unternehmen auch Platten- und Kassettenständer, Autobatterien, Gartenbedarf, Kabelhalter, Filtergehäuse und Pumpeneisätze aus Teflon und vieles mehr. Anfang der 1990er Jahre wurden bereits auf 20 Spritzmaschinen Kunststoffteile von einem Gramm bis 2300 Gramm gefertigt. 1996 musste die erste größere Maschine mit 800 Tonnen für Computer- und Projektorgehäuse angeschafft werden.

1998 begann Formzeug mit dem Bau einer 1200 Quadratmeter großen Spritzerei sowie dem Einsatz von 1000 bis 1600 Tonnen Maschinen für Großteile bis 4500 Gramm insbesondere aus dem Sonnenbankbereich. Zwischen 2010 und 2012 wurden weitere Lagerhallen und eine Produktionshalle für Großmaschinen errichtet, mit einem 30-Tonnen-Kran, um die größer und schwerer werdenden Formen entsprechend bewegen zu können. In der gleichen Zeit wuchs der eigene Werkzeugbau, in dem die Formen selbst gebaut werden, im Bereich neuer, effektiverer Fräs-und Erodiermaschinen und dem dazugehörigen Personal entsprechend mit. Selbst die damalige Lehman-Krise hatte Formzeug nicht groß getroffen. Im Gegenteil: Die Wegberger hatten aus der Not eine Tugend gemacht und im weltweiten Konjunkturtief durch konkrete Angebote in der profitablen Automobilbranche Fuß fassen können. Formzeug ist heute neben den technisch orientierten Branchen ein wichtiger Partner für die Automobilindustrie. Kunststoffteile wie Spoiler, Motorteile, Bedienelemente und Armaturen sowie Abdeckungen und Trägerelemente, die in vielen gängigen Automobilen sowie Premiumfahrzeugen verbaut werden, stammen aus Wegberg. Mittlerweile erwirtschaftet Formzeug mehr als 60 Prozent seines Umsatzes im Automotive-Bereich. Heute produziert der Betrieb in Hallen mit 7000 Quadratmetern Nutzfläche auf 40 Spritzgussmaschinen Kunststoffartikel aus über 2000 Spritzgießformen.

Quelle: RP
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