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Wegberg
Frauenpilgermesse mit sozialem Zweck

Wegberg: Frauenpilgermesse mit sozialem Zweck
Maritta von der Gracht (2.v.l.) und Annemarie Merz (r.), zwei Damen aus dem Organisationsteam, verteilten mit weiteren Frauen die Programmhefte für den Frauengottesdienst. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Frauen des Liturgiekreises der kfd Wegberg und Beeck bereiten seit 20 Jahren die Frauenpilgermesse vor. Texte, Kyrie und Fürbitten richten sie auf das jeweilige Thema aus. Die Kollekte geht an den Verein "Zornröschen" in Gladbach. Von Nicole Peters

Den Frauen des die Frauenpilgermesse vorbereitenden Liturgiekreises ist es wichtig, dass ihr Anliegen der Hilfe für den sozialen Zweck und der Besinnung bei den pilgernden Besuchern ankommt. "Wenn wir die Texte zusammenstellen möchten wir, dass Gesagtes ankommt und von den Zuhörern verstanden wird, was wir damit meinen und was wir bewirken wollen", erklärt Annemarie Merz beim geselligen Beisammensein im Pilgerheim im Anschluss an die Messe, die unter dem Thema "Maria, deine Nähe tröstet!" stand.

Annemarie Merz gehört mit Maritta von der Gracht und vier weiteren Frauen zum Liturgiekreis der Vereinigung "Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands" (kfd) Wegberg und Beeck. Dieser bereitet den Gottesdienst für Frauen und Frauengemeinschaften, der in der Mitte der Holtumer Oktav-Woche stattfindet, vor. In diesem Jahr geht die Kollekte an den vor 27 Jahren gegründeten Verein "Zornröschen" in Mönchengladbach, der sich für von sexuellem Missbrauch betroffene Kinder und Jugendliche mit Beratung, Hilfe, Prävention und Prozessbegleitung einsetzt.

Am Tisch im Pavillon hinter dem Pilgerheim sitzend kommen die Frauen mit Vereinsvorstandsmitglied und Rechtsanwalt Michael Heinemann sowie mehreren Gästen ins Gespräch. So wie die zahlreichen, in erster Linie weiblichen Gottesdienstbesucher, die an langen Tischreihen sitzen und Essen vom Catering-Unternehmen Kohlen zu sich nehmen. Unter dem Eindruck der Worte und Lieder der Messe, die sie gerade erlebt haben. "Wir haben die Messe auf dem Spendenempfänger aufgebaut, das machen wir immer so", erläutert Annemarie Merz stellvertretend für den Liturgiekreis. Das Thema wurde ausgewählt, Texte dazu zusammengestellt sowie Fürbitten und Kyrie verfasst. Durch einen Besuch mit Monika Hartmann beim Verein in Mönchengladbach hatte sie direkt vor Ort bewegende Informationen zu Kinderschicksalen und der geleisteten Arbeit erhalten. Aussagen, die beide sehr betroffen machten, was die Frauen in ihren Texten zum Ausdruck brachten. Wobei sie einen klaren Bezug zu Maria und den von ihr erbetenen Beistand herstellten.

Michael Heinemann ist von der katholischen Messe "sehr beeindruckt und eingenommen". "Maria eignet sich gut, um den Kindern beizustehen", bekräftigt er. Und er verweist auf einen weiteren Aspekt: "Die Mütter haben es oft in der Hand, sich gegen den in vielen Fällen in den Familien stattfindenden Missbrauch zu wehren." Dazu bräuchten sie viel Kraft. Neben der finanziellen Unterstützung sei es von Bedeutung, dass die allein durch Spenden finanzierte Beratungsstelle, die anonym hilft, Hilfesuchenden bekannt sei.

Neben dem sozialen Zweck der Frauenpilgermesse kamen an diesem Nachmittag weitere vorbereitende Tätigkeiten des Liturgiekreises etwa für die Muttertagsmesse - abwechselnd mit anderen Veranstaltern - das Fest der "Kreuzerhöhung" in der Kapelle in Kipshoven und den reihum in der Pfarrei St. Martin gestalteten Weltgebetstag der Frauen. Die kfd Wegberg und Beeck unterhält zudem einen Besuchsdienst, verteilt die Mitgliederzeitschrift "Frau und Mutter" und stellt regelmäßig ihre Arbeit der Öffentlichkeit vor. "Wichtig wäre es, jüngere Frauen zu erreichen, was aber leider nicht möglich ist", betont Maritta von der Gracht, "die Arbeit der kfd oder des Liturgiekreises wird keiner nach uns machen", befürchtet sie.

Quelle: RP
 
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