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Wegberg
Fügsames Material in Bewegung

Wegberg: Fügsames Material in Bewegung
Lehrerin Annette Pöppl (links) mit den Obststufenschülern des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums, die im Kunstunterricht Plastiken aus Seife gestalteten. Das künstlerische Großprojekt war über mehrere Wochen angelegt. FOTO: nipko
Wegberg. Die Schüler der Kunst-Grundkurse des Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasiums haben unterschiedliche Formen aus Seife erschaffen. Ein Teil ist für die kommenden vier Wochen in Schaufenstern der Hauptstraße ausgestellt. Von Nicole Peters

Roland Simons wählte zunächst einmal die Seifen-Objekte zur Ausstellung in den Schaufenstern der Goldschmiede aus, die sich aufgrund ihrer Form heraushoben. Passend dazu integrierte er die kostbaren Ketten und weiteren Schmückstücke. Auf einer ursprünglich grob-kantigen Plastik des Schülers Michael Jörissen drapierte er schwere Silberketten in verschiedenen Längen - eine visuelle Symbiose, die beiden Teilen zu gesteigerter Wirkung verhalf.

Schüler der zwölften Jahrgangsstufe des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums hatten in den Kunst-Grundkursen der Lehrerinnen Annette Pöppl und Vasiliki Hein insgesamt 70 Plastiken aus Seife erschaffen. 50 davon gab eine Gruppe an die Geschäfte Goldschmiede Simons, "Lebensart" und Musikschule "Musikland" als Leihgabe ab, die sie in den kommenden vier Wochen in ihren Schaufenstern ausstellen werden. Beim künstlerischen Großprojekt, das über mehrere Wochen angelegt war, hatten die Schüler vor vielen Fragen gestanden: Wie visualisiert man den Begriff "Bewegung", ohne gegenständlich zu werden? Welche Formen scheinen dynamisch? Wie kann man gestalterisch etwas Massives in etwas "Bewegtes" verwandeln? Diese Aufgaben galt es, kreativ zu lösen. "Schön ist es, dass die Lehrer die Rahmenbedingungen schaffen, innerhalb derer man mit eigener Kreativität die Sache ausführt", erzählte Johannes Kamp, "es galt, aus einem eckigen Seifenblock eine Plastik mit fließender Bewegung zu schaffen." Abrunden der Ecken und Durchbrüche mittels Werkzeugen wie Messer oder Spachtel einzufügen gehörten ebenso zu den Arbeitsschritten wie reliefartige oder glatte Oberflächengestaltung. "Trotz aller Freiheiten darf man nie die Verantwortung für das Gesamtkunstwerk aus den Augen verlieren", meinte er stellvertretend für die anderen Schüler, die sich alle darüber freuen, außerhalb des Schulkontextes in ihrer Heimatstadt ihre Kunstwerke zeigen zu können. Alexander Meißner schilderte die Vorgehensweise: "Zur besseren Verdeutlichung unserer Vorstellungen hatten wir kleine Knetfiguren, um uns an die gewünschten Formen heranzutasten. Wenn es einen einmal gepackt hat, ist die Bewegung wie von selbst entstanden." Meißners Plastik ist im Schaufenster von "Lebensart" zu sehen: Von einer Art Stamm aus ragen Fortsätze spiralförmig nach oben. Die Einzelteile hat er in schöner Regelmäßigkeit ausgebildet. Gegenüber zog beispielsweise die Form von Marina Burkhard die Aufmerksamkeit auf sich - den oberen Bereich hatte sie schuppenförmig mit einer Art Rüssel gestaltet und ritzte in den unteren massiven Korpus kleine Zeichen ein. Ungegenständlich, aber mit Ambitionen eines Fantasiewesens.

Viele weitere interessante Ausprägungen im matt-gedeckten Weißton zieren die Auslagen und laden zum Erkunden ein.

Quelle: RP
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