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Wegberg
Geflügelliebhaber setzen auf Nachwuchs

Wegberg: Geflügelliebhaber setzen auf Nachwuchs
Von den 20 Vereinsmitgliedern der Geflügelliebhaber Merbeck sind fast die Hälfte Kinder und Jugendliche. Sie sind ganzjährig im Einsatz für den Verein, aber auch in der Zucht aller möglichen Arten und Rassen von Geflügel. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Die größte Landschau im Rheinland mit dem Titel "Land un Höhner" lockte am Wochenende wieder viele Besucher nach Merbeck. Die Hähne zeigten unüberhörbar, dass ihre Stimmbänder nicht nur beim Sonnenaufgang geölt sind. Von Willi Spichartz

"Jetzt ist's passiert! Ich hab's ja gewusst! Uns ist der Himmel auf den Kopf gefallen!" Und wer war's schuld? Der verwirrte Dorfhahn krähte mitten in der Nacht auf dem Mist, weckte damit Dorfchef Majestix, der ja nichts fürchtet außer, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt über dem kleinen Dorf in Gallien im Jahr 50 vor unserer Zeit. Es ging bekanntlich ja noch mal gut. Der Himmel fiel am Wochenende auch nicht den Merbeckern und einigen Dutzend Hähnen bei der Grenzlandschau "Land un Höhner" der örtlichen Geflügelliebhaber auf den Kopf, allerdings fand die Ausstellung in einem Bauerngehöft gegenüber der Kirche auch nur tagsüber statt. Und drinnen.

Und die Hähne aus Dutzenden von Rassen zeigten unüberhörbar, dass ihre Stimmbänder nicht nur beim Sonnenaufgang geölt sind, und das in Dutzenden von Sprachen. Kräh-Atem-Pausen nutzten Hühner, Gänse, Tauben und Enten schamlos aus, um stimmlich auf sich aufmerksam zu machen - unter den 505 gezeigten Einzel-Geflügel-Exemplaren gab's keine Stummen, vermutlich auch keine Taubstummen.

Die Zahl der menschlichen Besucher überstieg denn auch zur Zufriedenheit der Geflügelliebhaber die der Federkleidträger deutlich, allein der samstägliche Höhnerball im Pfarrheim fand 350 Liebhaber von Musik, Comedy und Unterhaltung - der Saal war ausverkauft, obwohl der Auftritt einer bekannten Kölner Band mit Affinität zum Geflügel nur ein Gerücht war.

Die Abteilung "Land" fand einigermaßen still auf dem Außengelände statt, wo eine stattliche Anzahl bejahrter Traktoren und anderer landwirtschaftlicher Aggregate von technischer Entwicklung zeugten. In einem Zelt konnte man vor allem Hühner als Nutztiere erwerben, die wahlweise grüne oder schokofarbene legen, letztere nicht nur vor Ostern; ein Seidenhuhn war für 20 Euro zu haben, ein Bartzwergehuhn gab's schon für zehn Euro - bei dieser Rasse haben Hähne offenbar keinen ausgewiesenen Stellenwert, ein Exemplar war schon für einen Fünfer zu haben. Unweit davon zeugten einige Schafe und Border Collies davon, dass es sich um die Abteilung "Grenzlandschäferei" aus Niederkrüchten handelte, die in einigen Vertreterinnen der "Walliser Schwarznasenschafe" einen Anziehungspunkt hatte, den vor allem die Kindchenriege von wenigen Wochen alten Lämmern bildete. Das Schwarznasenschaf gilt als das "Schweizer Nationalschaf", ganz weiß mit schwarzem Gesicht, schwarzen Ohren, schwarzen Füßen und - ganz still.

Die Merbecker Ausstellung ist die größte "Landschau" im Rheinland, so Vereinsvorsitzender Andreas Theißen, eben wegen ihres breiten Angebots über das reine Geflügel hinaus. Die gut 20 Vereinsmitglieder, davon fast die Hälfte Kinder und Jugendliche, sind ganzjährig im Einsatz für die Vereinsveranstaltungen, aber auch in der Zucht aller möglichen Arten und Rassen von Geflügel an Hühnern, Wasservögeln und Tauben. Die Zukunft des Geflügels, der Merbecker Geflügelzüchter und ihrer Veranstaltungen sieht also ebenso gut aus wie die der Asterix-Cartoon-Reihe.

Quelle: RP
 
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