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Wegberg
Geringeres Wachstum wegen Trockenheit

Wegberg: Geringeres Wachstum wegen Trockenheit
Gemeinsam auf dem Acker: Die Schüler der Edith-Stein-Realschule hatten Spaß in der "GemüseAckerdemie". FOTO: Tobias Arndt
Wegberg. Realschüler lernten mit dem Programm "GemüseAckerdemie" die Auswirkungen fehlender Niederschläge kennen. Das Ziel, Kindern Landwirtschaft nahe zu bringen, wurde erreicht, meinen die Lehrer. Von Nicole Peters

Die 16 Schüler der fünften und sechsten Klassen der Edith-Stein-Realschule machten innerhalb des Bildungsprogramms "GemüseAckerdemie", das im zweiten Jahr vom Verein "Ackerdemia" angeboten wurde, vielfältige Erfahrungen mit den Auswirkungen fehlender Niederschläge. Vor allem geringere Ernten, die die Landwirte der Region betrafen.

"Im Mai hat es so viel geregnet, dass es für unseren eigenen landwirtschaftlichen Betrieb unmöglich war, Heu fertig zu kriegen", resümierte Lehrerin Christel Strauchen, "und der Juni war im Anschluss der trockenste Monat seit Wetteraufzeichnung." Ebenso gab es einen trockenen Sommer. Strauchen betreut das Programm, für das "Ackerdemia" Lehrmaterial, Saatgut, Jungpflanzen und Arbeitsgeräte zur Verfügung stellt, im Rahmen einer Freiwilligen AG im Wechsel mit Lehrer Tobias Arndt. Die Pächterin Marita Langerbeins hat das rund 200 Quadratmeter große Stück Land in Schulnähe kostenlos zur Verfügung gestellt und ist jede Woche mit der ebenfalls ehrenamtlich engagierten Mentorin Maria Arndt beim Gärtnern für zwei Schulstunden zwischen Oster- und Herbstferien dabei.

Im Anschluss wird Christel Strauchen mit den Schülern die Hauswirtschafts-AG durchführen. "Der Boden hat sich als Folge so verdichtet, dass ihn die Schüler nicht auflockern konnten", berichtete Langerbeins. Die Folge für das Wachstum des Gemüses: Nussgroße Kohlrabis, kurze und krumme Möhren, kleine Selleries mit vielen Würzelchen oder früh geschossene Salate und Kürbisse in geringerer Größe. Ebenso sah es bei den Gurken aus - nur die Tomaten hatten aufgrund fehlenden Regens keine dunklen Stellen, waren jedoch auch wenig gewachsen. "Die Ernte war für den ganzen Acker zu wenig", bekräftigten beide Frauen, "das Ziel des Projektes, Kindern Landwirtschaft nahe zu bringen, ist aber erreicht worden." Keines von ihnen habe zuvor erlebt, dass beispielsweise Möhren solche Formen haben können. "Sie kennen nur die langen, geraden aus dem Supermarkt und wissen nicht, dass B-Ware etwa an Pferde verfüttert wird", sagte Langerbeins. "Und sie erkennen, dass die krummen genauso gut schmecken wie die geraden", ergänzte Strauchen.

Jeder Teilnehmer hat einen Paten, dem er die Erträge verkauft und der das ohne Spritzmittel gezogene Gemüse als schmackhafte Mahlzeit auf den Tisch bringt. Auch Schulleiterin Karin Viethen zog trotz widriger Wetterbedingungen eine positive Bilanz: "Wir sind zufrieden, dass wir das Projekt haben und die Schule am Grenzlandring mit unserem Eifer angesteckt haben." Naturverbundenheit sei ebenso wichtig wie lebenspraktische Erfahrungen, die die Schüler sammeln können. Vor allem Kinder, die Probleme im Unterricht hätten, seien bei der gärtnerischen Arbeit motiviert. Dies gelte ebenso für die Garten- und Hauswirtschafts-AG. "Was uns zudem wichtig ist, ist die Wertschätzung der Natur, gegenüber Pflanzen und Menschen", war man sich einig.

Übrigens hatten die Klassen auch in diesem Jahr wieder Unterstützung erhalten. Engagierte Mitglieder der Katholischen Landjugend Erkelenz hatten dem in den Sommerferien gewachsenen Unkraut den Kampf angesagt und mehrere Stunden zusammen mit den beiden Realschullehrern sowie Projektpatin Marita Langerbeins "geackert", um den Nachwuchsgärtnern rechtzeitig zum Schulbeginn das Arbeiten auf ihrem Gemüseacker zu erleichtern.

Quelle: RP
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