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Wegberg
Geschichten von und für Menschen

Wegberg: Geschichten von und für Menschen
Autorin Annemarie Lennartz eröffnete den Lesungs-Reigen der SiebenSchreiber in der Wegberger Mühle: Aus mehreren Begebenheiten hatte sie "Männer sind auch nur Menschen" ausgewählt. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Die Autorengruppe "SiebenSchreiber" präsentierte bei der Herbstblätter-Lesung Geschichten und Gedichte über "Mit-Menschen". Nachdenklich stimmend oder humorvoll unterhielt die Literatur die Zuhörer in gemütlicher Atmosphäre. Von Nicole Peters

Gedämpfte Beleuchtung, ein Tisch mit Blumen und roter Decke zentral vor das Publikum gestellt sowie eine kleine, aber feine Musikergruppe, die zwischen den Textbeiträgen mit Musik für stimmungsvolle Überleitungen sorgte: Die Autorengruppe "SiebenSchreiber" hatte für die vom "Aktionskreis Wegberger Mühle" veranstaltete Herbstblätter-Lesung eine gemütliche Atmosphäre in der Wegberger Mühle geschaffen.

Die Geschichten und Gedichte, die die Schreiber zum Thema "Mit-Menschen" zu Fotografien vortrugen, unterhielten auf unterschiedliche Weisen: mal nachdenklich stimmend, mal einfühlsam, dramatisch oder humorvoll. Um Inspirationen zu bekommen, hatte sich die Gruppe einen Tag lang in Aachen umgesehen, erzählte Mitglied Dr. Günter Arnolds. Die Lesung widmete sie Heiner Lücke, der sie immer unterstützt und teils am Piano mit selbst geschriebenen Stücken begleitet hatte - er ist kürzlich verstorben. Ganz unterschiedliche kreative Ergebnisse hatten Ausflug in die Stadt, Stunden im eigenen Kämmerlein sowie dreiwöchentliche Besprechungen hervorgebracht.

Annemarie Lennartz eröffnete den Reigen. Mit-Menschen treffe man überall, stellte sie zunächst fest, die Begegnungen blieben einem lange im Gedächtnis oder seien lediglich von flüchtiger Natur. Aus mehreren Begebenheiten hatte sie "Männer sind auch nur Menschen" ausgewählt: Darin riss dem sich aufmerksam bemühenden Ehemann nach wiederholtem Keifen der Ehedrachenfrau während des Einkaufs der Geduldsfaden. Er fuhr einfach ohne sie mit dem Auto fort. In "Brittas Geschichte" ließ die Protagonistin zum Jahrestag des Todes ihrer Tochter die Gedanken schweifen - die Zuhörer erlebten Erinnerungen an dramatische Begebenheiten sehr nah mit.

Als "possierliches Tierchen" beschrieb Cora Imbusch die Spezies Mensch, die Stutenbissigkeit, "Trump"-ismus und Revierkämpfe aufweise. "Häutung" hatte Renate Müller das fiktive Erlebnis einer vom Krebs geheilten Frau betitelt, das die Autorin anhand eines Handtaschenfundes auf einer Bank entwickelte. Dessen Inhalt ließ diese wie ihr altes Leben dort zurück. In spannender Weise führte Peter C. Schmidt seine Zuhörer in vergangene Zeiten zurück, in denen der Brand eines Fachwerkhauses für Bewohner und Nachbarn eine kleine Katastrophe bedeutete. Detailliert charakterisierte er sie einzeln.

Inga Lücke hatte ein Gedicht und zudem einen Text zu einem Konzert verfasst und ließ sie vorlesen. Der zweite Beitrag handelte von einem Konzert, währenddessen sich für Mutter und Tochter ein Angsterregendes Gedränge entwickelte. Sie erfuhren wahre Mitmenschlichkeit in dieser Ausnahmesituation. Abschließend vollzogen die Anwesenden beim Zuhören von Günter Arnolds Beitrag eine kleine gedankliche Kehrtwende, als klar wurde, dass Ich-Erzähler Timo ein Erdmännchen war, das mit unverfälschtem Blick Verhalten, "Fell"-Kleid, Essgewohnheiten und mehr der komischen Menschen unter die Lupe nahm. Dabei gelang es Arnolds, Bedenkliches wie Pelzkleidung oder ungesunde Nahrung humoristisch leicht zu verpacken.

Musikalische Interpretationen ließen Pascal Oster, Reiner Bauer und Heinz Stoffels mit Gitarren und Percussions-Instrumenten in bravouröser Ausführung hören. Ein Herbstabend, bei dem die Autoren reichlich Beifall ernteten.

Quelle: RP
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