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Wegberg
Gestank macht Bürger sauer

Wegberg. Anwohner aus Merbeck, Tetelrath und Venn klagen über einen extrem üblen Geruch, der von einem Düngematerial stammt, das zurzeit auf umliegende Felder ausgebracht wird. Die Behörden sehen keinen Grund zu handeln. Von Michael Heckers

Norbert Brunen ist es leid. "Seit Tagen werden die Bürger im Bereich Merbeck, Tetelrath und Venn durch unerträglichen Gestank terrorisiert", sagt er. Der Gestank sei so ekelerregend, dass ein Aufenthalt im Freien nicht möglich sei. "Außerdem zieht dieser Gestank bis in die Häuser und ist trotz geschlossener Fenster auch abends noch wahrnehmbar", sagt Norbert Brunen. Wäsche, die im Freien getrocknet wurde, müsse ein zweites Mal gewaschen werden.

Der unangenehme Geruch geht von Kompostdünger aus, der mit großen Lkws aus den Niederlanden angeliefert und von einem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen auf viele Felder in der Region ausgebracht wird. "Es kann doch nicht sein, dass etliche Lkw-Fuhren von diesem widerlichen Müll aus den Niederlanden mit amtlichem Segen hier auf unseren Feldern entsorgt werden. Dabei spielen dann Naturschutzzonen und Wasserschutzgebiete keine Rolle mehr", sagt Norbert Brunen.

Auch beim Wegberger Ordnungsamt häuften sich in den vergangenen Tagen die Beschwerden über den üblen Geruch rund um Merbeck. Die Beschwerden erreichten auch Dr. Christian Hoffmann von der Kreisstelle Heinsberg/Viersen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Der Fachmann für das Thema Düngeverordnung hat sich die Sache vor Ort angeguckt. Sein Fazit nach der Besichtigung der betroffenen Felder in der Nähe von Wegberg-Venn: "Der Dünger wurde ordnungsgemäß ausgebracht, das ist unzweifelhaft", sagt er. Der Kompost sei sogar zeitnah untergearbeitet worden. Dazu sei der Unternehmer nicht verpflichtet, da es sich bei dem ausgebrachten Material nicht etwa um Putenmist handele. Dem Unternehmen sei demnach kein Vorwurf zu machen. Auch wenn er Verständnis für den Unmut der Anwohner hat: "Gestank ist immer eine sehr subjektive Sache", sagt Dr. Christian Hoffmann. Dass sich die Beschwerden zurzeit häufen, liegt nach Einschätzung des Experten möglicherweise daran, dass der Lohnunternehmer zurzeit sehr viele Felder rund um Merbeck bearbeitet.

Den Anwohner reicht diese Stellungnahme des Experten nicht. Bei Anrufen und Beschwerden von Nachbarn bei mehreren Behörden fühle sich niemand zuständig, beklagt Roswitha Moll, die ebenfalls in Venn wohnt. "Wir wissen, dass wir auf dem Land wohnen und haben gegen den Geruch von Gülle und Mist grundsätzlich nichts einzuwenden", sagt sie, "aber das, was hier geschieht, grenzt an Körperverletzung."

Quelle: RP
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