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Wegberg
Grüner Daumen vereint Generationen

Wegberg: Grüner Daumen vereint Generationen
Kinder des Offenen Ganztages der KGS Arsbeck und Wildenrath am Hochbeet mit den Seniorinnen Anneliese Trebels (grünes Hemd, links) und Christine Weber vom Johanniterstift Erkelenz. FOTO: Ruth Klapproth
Wegberg. Grundschüler aus der Garten-AG der Offenen Ganztagsschule (OGS) Wildenrath und Arsbeck empfingen in ihrem Bauerngarten an Haus Wildenrath 15 Senioren aus Erkelenz. Bei den Besuchern kamen Erinnerungen an alte Zeiten auf. Von Daniela Giess

Es sollten entspannte Stunden werden. Den Bewohnern des Erkelenzer Johanniterstifts den Schulgarten zeigen, sie zur gemütlichen Kaffeetafel mit Streuselkuchen vom Blech unter freiem Himmel einladen: Die 15 Mitglieder aus der Garten-AG der Offenen Ganztagsschule (OGS) Wildenrath und Arsbeck empfingen jetzt 15 Senioren aus der Erka-Stadt.

Auf dem Gelände der Naturschutzstation des NABU luden die Mädchen und Jungen ihre betagten Gäste zu kleinen Führungen durch den barrierefreien Bauerngarten ein, der auch von Rollstuhlfahrern ohne Probleme erkundet werden kann. Hier bauen die jungen Hobbygärtner unter der fachkundigen Anleitung der Naturpädagogin Helga Korzitze unter anderem Gurken, Möhren, Lauch, Zwiebeln, Kürbisse, Tomaten, Kartoffeln, Johannisbeeren und Zucchini an.

Aufgeteilt in zwei Arbeitsgruppen, die Schmetterlinge und die Marienkäfer, lernen die Grundschüler dabei, wie man Obst und Gemüse anbaut, den Garten pflegt und eine möglichst reichhaltige Ernte einholt. "Im vergangenen Jahr war es so viel, dass wir den Kindern sogar noch etwas mitgeben konnten für ihre Familien zu Hause", erzählte Ulla Jansen, die Koordinatorin des OGS-Betriebs in Arsbeck. Mit ihrer Wildenrather Kollegin Natalie Malek hatte sie den Besuch aus dem Erkelenzer Johanniterstift gut vorbereitet. "In unserem Garten" hieß das selbst geschriebene Gedicht, mit dem die jungen Gastgeber ihre Besucher erfreuten. Außerdem hatten die Grundschüler mit dem grünen Daumen viele bunte "Glückssteine" bemalt, die sie den Senioren als kleine Erinnerung schenkten. Heinz Greitzke (83) genoss den Aufenthalt im Freien sichtlich. "Es ist so schön, den Kindern dabei zuzusehen, wie sie den Garten bewirtschaften", erklärte er glücklich. Früher verbrachte der Titzer selbst unzählige Stunden im eigenen Garten. Früher - das war die Zeit, bevor die Erkrankung ihn zwang, ins Johanniterstift umzuziehen. Die Hoffnung, in seinen Garten zurückzukehren, hat Heinz Greitzke nie aufgegeben. "30 Stauden Tomaten habe ich da, dazu Frühkartoffeln, Gurken und Zucchini", zählte er auf. Seit vier Monaten lebt er im Johanniterstift. "Meine Gesundung macht gute Fortschritte", zeigte er sich optimistisch. "Ein eigener Garten ist immer mit viel Arbeit verbunden", so Greitzke. "Früher hat mir meine Lebensgefährtin dabei geholfen."

Susanne Stevens vom Sozialen Dienst des Johanniterstifts, die bei dem Ausflug ins Grüne von zwei Betreuungsassistentinnen, einer Jahrespraktikantin sowie einer weiteren Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes unterstützt wurde, stellte fest, dass bei Heinz Greitzke und den anderen Senioren Erinnerungen an alte Zeiten aufkamen. An Zuhause, die eigene Gartenparzellen, an den Geschmack von Obst und Gemüse aus eigener Ernte.

Wie gut der eigene Gartenertrag schmeckt, wissen auch die AG-Teilnehmer aus Arsbeck und Wildenrath. Funkelnd rote Johannisbeeren, Himbeeren und kleine Cocktailtomaten verschwinden bei der Gartenarbeit oft im Mund. "Klar darf zwischendurch auch genascht werden", verriet OGS-Koordinatorin Ulla Jansen schmunzelnd. Zum Ende des Schuljahres überreichte Schulleiterin Gisela Unland den kleinen Gärtnern Garten-Diplome.

Quelle: RP
 
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