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Wegberg
Grundschulen: eher zu wenig Platz als zu viel

Wegberg: Grundschulen: eher zu wenig Platz als zu viel
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Wegberg. Die Stadtverwaltung hat die Raumkapazitäten an den sechs Grundschulen im Stadtgebiet geprüft. Sie kommt zu einer völlig anderen Einschätzung als die Gemeindeprüfanstalt. Von Michael Heckers

Die Stadtverwaltung sieht keine Möglichkeit, auf Räume in den sechs Grundschulen im Stadtgebiet zu verzichten, um damit den städtischen Haushalt zu entlasten. Das ist das Ergebnis der Potenzialanalyse mit dem Titel "Verfügbarer Raum in den Grundschulen der Stadt Wegberg".

Die Verwaltung legte die Analyse und das Ergebnis den Mitgliedern des Bildungsausschusses vor. Angestoßen war die Prüfung von der Gemeindeprüfanstalt. Diese hatte nämlich bei einer Prüfung bei den Grundschulen einen Überhang von rund 3000 bis 5000 Quadratmetern bilanziert. Die damit einhergehenden jährlichen Kosten von 290.000 Euro einzusparen, schrieb sie dem Rat ins Aufgabenbuch zur Entlastung des städtischen Haushalts. Die Stadt Wegberg hat rund 50 Millionen Euro Schulen, befindet sich seit 2015 im Haushaltssicherungskonzept und möchte spätestens im Jahr 2024 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können.

Die Gemeindeprüfanstalt machte den Vorschlag, zwei Grundschulen zu schließen. Dies wurde als Maßnahme im Haushaltssicherungskonzept mit einer entsprechenden Einsparsumme hinterlegt. Der Rat sprach sich allerdings gegen die Schließung von Grundschulen aus, nachdem es massiven Gegenwind aus den Reihen der Bürger gab. Die Kommunalaufsicht fordert nun, dass entsprechende Kompensationsmaßnahmen beschlossen werden, mit denen die vereinbarten Sparziele doch noch erreicht werden.

Ende 2016 beauftragte der Bildungsausschuss die Mitarbeiter der Verwaltung, weiter nach zusätzlichen und rentierlichen Nutzungen für derzeit nicht benötigten Schulraum zu suchen. Außerdem sollte die Stadtverwaltung eine Übersicht erstellen, welche Räume in den einzelnen Schulen für eine mögliche externe Nutzung zur Verfügung stehen. Entsprechende Anträge stammen von der CDU-Fraktion und von den Freien Wählern.

Die Stadtverwaltung kommt nach eingehender Untersuchung und vielen Gesprächen mit den Schulleitungen zu einem ganz anderen Ergebnis als die Gemeindeprüfanstalt. Berücksichtige man die Anforderungen der Inklusion und der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS), liege "ein fast ausgeglichenes Raumprogramm vor, das sich an den Mindeststandards orientiert", heißt es in der Potenzialanalyse. Kein einziger Raum an den sechs Grundschulen im Stadtgebiet stehe leer. Rein rechnerisch bestehe stadtweit ein Überhang von gerade einmal zwei Räumen. Während die Gemeindeprüfanstalt den Flächenüberhang auf mindestens 3000 Quadratmeter beziffert, ist bei der Stadt Wegberg nur von 120 Quadratmetern die Rede. Der erforderliche Schulraum richtet sich nach Ansicht der Verwaltung nicht nach der zur Verfügung stehenden Bruttogrundfläche, sondern nach dem zur Verfügung stehenden Räumen und besonders von Nebenräumen zur Differenzierung und zieldifferenten Beschulung. "Der Vergleichswert ,Bruttogrundfläche' zielt hier zu kurz und berücksichtigt nicht die konkreten baulichen Voraussetzungen", heißt es in der Analyse.

Für die einzelnen Schulstandorte kommt die Verwaltung zu folgendem Ergebnis: In der Kastanienschule Rath-Anhoven und in der Katholischen Grundschule Arsbeck fehlen insgesamt drei Klassenräume. In Wildenrath ist das Raumangebot unter zusätzlicher Berücksichtigung der Internationalen Förderklasse ausgeglichen. In der Beecker Grundschule, in der Erich Kästner Schule Wegberg und in der Merbecker Grundschule besteht ein rechnerischer Raumüberhang von fünf Klassen, obwohl alle Räume zu Schulzwecken genutzt werden.

Quelle: RP
 
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