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Wegberg
Grundschulstandorte auf dem Prüfstand

Wegberg. Zwei Grundschulen könnten schließen - so steht es im Haushaltssicherungskonzept. Arbeitskreise sollen Beschlüsse vorbereiten. Von Michael Heckers

Die Ankündigung im Haushaltssicherungskonzept, wonach ab dem Schuljahr 2018/2019 zwei Grundschulen im Stadtgebiet geschlossen werden könnten, hat in Ortsteilen mit Grundschulstandorten für große Unruhe gesorgt. Das berichteten die politischen Vertreter aus mehreren Orten während der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur, Soziales und Sport am Dienstagabend im Wegberger Rathaus.

Hintergrund für den Vorschlag, zwei Grundschulen im Stadtgebiet zu schließen, ist eine Prüfung der Situation der Schulen und Turnhallen durch die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA) unter den Aspekten Flächenmanagement und Auslastung (Schulbetrieb). Bei der Untersuchung wurden mittels Benchmarks (Durchschnittswerte) ein Vergleich zu anderen Kommunen in NRW gezogen. Demnach besteht in den Grundschulen der Stadt Wegberg derzeit ein Flächenüberhang von rund 3000 Quadratmetern. Bis zum Schuljahr 2018/19 werde sich dieser durch sinkende Schülerzahlen auf 5200 Quadratmeter erhöhen.

Der NRW-weite Durchschnittswert je Klasse beträgt an Grundschulen 301 Quadratmeter. Für die sechs Grundschulen im Wegberger Stadtgebiet wurden folgende Werte ermittelt: KGS Arsbeck (253 Quadratmeter), GGS Am Beeckbach (268), GGS Merbeck (455), Kastanienschule Rath-Anhoven (530), Erich Kästner Schule Wegberg (379) und GGS Wildenrath (572). Die Ergebnisse der Untersuchung weisen nach Angaben der Stadtverwaltung je Quadratmeter Bruttogrundfläche ein mögliches Einsparpotenzial in Höhe von 100 bis 200 Euro aus.

Die Prüfung der GPA weist auch am Maximilian-Kolbe-Gymnasium einen derzeitigen Flächenüberhang von rund 1100 Quadratmetern nach. Die Edith-Stein-Realschule und die Schule am Grenzlandring (Hauptschule) haben demnach einen geringen zusätzlichen Flächenbedarf. Nach den Untersuchungen der GPA wird bei der Schule am Grenzlandring ab 2018 ein Flächenüberhang erwartet.

Die Mitarbeiter der Wegberger Stadtverwaltung vermissen im GPA-Bericht nach eigenen Angaben eine ausreichende Berücksichtigung eines zusätzlichen Flächenbedarfes für Inklusion und besondere Angebote. Außerdem sei nicht berücksichtigt worden, dass Wegberg eine Flächengemeinde ist. Dennoch ist nach Angaben der Stadtverwaltung festzustellen, dass wegen der sinkenden Schülerzahlen unstrittig ein Flächenüberhang vorhanden sei.

Während der Haushaltsberatung hat der Haupt- und Finanzausschuss dem Stadtrat als Haushaltssicherungsmaßnahme empfohlen, zwei der sechs Grundschulstandorte im Stadtgebiet aufzugeben. Wie mit dem Problem umgegangen und der noch zu fassende Ratsbeschluss umgesetzt wird, soll mit den Beteiligten in Arbeitsgruppen getrennt nach Grund- und weiterführende Schulen besprochen werden. Dabei wird nach Angaben der Verwaltung zu diskutieren sein, wie zukünftig das Angebot der weiterführenden Schulen gestaltet wird. Die Arbeitsgruppen sollen am 19. Januar 2016 (Grundschulen) und 26. Januar (weiterführende Schulen) zusammenkommen und die Sachlage unter Berücksichtigung der aktuellen Schulentwicklungsplanung und der tatsächlichen Anmeldezahlen an den Grundschulen erörtern.

Der Arbeitsgruppe für Grundschulen (tagt am 19. Januar) gehören folgende Personen an: Petra Otten (CDU), Ralf Wolters (SPD), Tobias Arndt (Grüne), Christoph Böhm (FDP), Michaela Esser (Freie Wähler), eine Vertreterin der Wählergemeinschaft AfW (wird noch benannt), außerdem Bildungsausschussvorsitzender Georg Schmitz sowie Christine Karneth, Gerd Pint und Thomas Zybell von der Stadtverwaltung sowie die Leiterinnen der Grundschulen Gisela Unland (Arsbeck und Wildenrath), Helene Neumann (Wegberg und Merbeck), Sonja Krahl (Beeck) und Ann-Kathrin Engels (Rath-Anhoven).

Die Arbeitsgruppe für weiterführende Schulen (tagt am 26. Januar) setzt sich wie folgt zusammen: Ruth Klein (CDU), Dr. Monika Broy (SPD), Dr. Thomas Beutler (Grüne), Christoph Böhm (FDP), Michaela Esser (Freie Wähler), eine Vertreterin der Wählergemeinschaft AfW (wird noch benannt), außerdem Bildungsausschussvorsitzender Georg Schmitz sowie Christine Karneth, Gerd Pint und Thomas Zybell von der Stadtverwaltung sowie die Leiterinnen der weiterführenden Schulen Helga Mitzkeit (Hauptschule "Schule am Grenzlandring"), Karin Viethen (Edith-Stein-Realschule) und Dr. Barbara Tillmanns (Maximilian-Kolbe-Gymnasium)

Quelle: RP
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