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Wegberg
Hahn Lorenz - eben ein typischer Niederrheiner

Wegberg: Hahn Lorenz - eben ein typischer Niederrheiner
Hahn Lorenz tritt am Sonntag in Merbeck erstmals beim Hähnewettkrähen um den Flachsland-Cup an. Sein Besitzer ist Andreas Schrammen. FOTO: Jörg Knappe
Wegberg. Unter der mit 30 Tieren hohen Zahl an Großhühnern wird ein Hahn der Haushuhnrasse "Niederrheiner" um den Flachsland-Cup mitkrähen. Rund 350 Tiere wird es beim Kleintiermarkt geben. Von Nicole Peters

Inwieweit die von Kabarettist Hanns Dieter Hüsch dem typischen (menschlichen) Niederrheiner zugesprochene Eigenschaft "Er weiß nichts, kann aber alles erklären" auf den stattlichen, blaugesperberten Hahn Lorenz zutrifft, ist schwer zu sagen. Der einjährige Vertreter der Haushuhnrasse "Niederrheiner" tritt erstmals beim Hähnewettkrähen um den Flachsland-Cup mit 30 Hähnen der Großhuhnklasse parallel zu 20 Zwerghähnen an.

Angeschlossen ist ein Kleintiermarkt mit 350 Tieren: Hühner, Zwerghühner, Wassergeflügel, Kaninchen, Tauben und Vögel. Bekannterweise fordert ja die Tiere die ungewohnt große Konkurrenz anderer Hähne zum häufigen Krähruf heraus - somit könnte die "Rechnung" aufgehen. Wobei der Spaß an den Tieren und am freundschaftlichen Wettbewerb an erster Stelle steht, wie Lorenz' Besitzer Andreas Schrammen betont. "Der 'Niederrheiner' gehört zu den mittelgroßen Mittelgroßen und zählt eher nicht zu den Favoriten", dämpft der Zuchtwart des veranstaltenden Vereins Geflügelliebhaber Merbeck zu hohe Erwartungen, "er ist sehr bodenständig." Niederrheiner eben. Da wird den temperamentvollen "Italienern" eher ein Sieg zugetraut. Trotzdem haben die Ausrufe des schönen Hahnes Potenzial. Rund vier Sekunden lang halten sie an, gehen über die vier Silben ki-ke-ri-ki und dass in drei Tönen. "Er ist ein frühwüchsiges wetterhartes Zwiehuhn, das zur Eier- und Fleischproduktion gezüchtet wird", fügt Schrammen an, heutzutage habe es sich zudem als Ausstellungstier etabliert. Ende der 1920er Jahre war die Rasse von den niederrheinischen Züchtern Jobs und Regenstein als "Blausperber" gezüchtet worden - 1943 wurde sie als Haushuhnrasse anerkannt und später aufgrund verschiedener Farbschläge in "Niederrheiner" umbenannt.

Vorsitzender Andreas Theißen hebt die Bedeutung des Krähwettbewerbs für die Region hervor: "Er ist in seiner Größe einzigartig und jeder kann mitmachen, der möchte." Hobby-Halter und Züchter sind dabei. "Wir möchten an diesem Tag die Vielfalt an Rassen und Tieren zeigen", sagt er und freut sich zusammen mit dem Zuchtwart über einen Trend, den sie wahrnehmen: "Es gibt wieder viele Hobbyzüchter, die Spaß an einem prächtigen Hahn haben." Überhaupt stellen sie zunehmendes Interesse an eigener Hühnerhaltung, vor allem in kleinen Chargen, fest. Auf dem Kleintiermarkt werden Interessierte beraten, und es gibt eine große Auswahl an Junghennen.

Ob Lorenz beim Wettkrähen "vom Höcksken aufs Stöcksken kommen" wird, können die Besucher während der zwei Durchgänge mit einer Jury aus Rufrichtern und Schützenkönig Markus Gerads mit Gefolge miterleben - für die Tiere wäre eine gewisse Redseligkeit mit wechselnden Themen sogar hilfreich. Bei Tierkauf und Expertengesprächen wird diese niederrheinische Lebensart vermutlich ebenfalls gepflegt werden.

Quelle: RP
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