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Wegberg
Halteverbot verärgert Bahnreisende

Wegberg: Halteverbot verärgert Bahnreisende
Damit Busse die Haltestelle am Dalheimer Bahnhof anfahren können, hat die Stadt Wegberg auf dem Wendeplatz ein absolutes Halteverbot eingerichtet. Pendler müssen ihre Fahrzeuge deshalb auf der Fahrbahn der Sankt-Ludwig-Straße abstellen. Das wiederum sorgt bei den Anwohnern für Frust. FOTO: Wagner
Wegberg. Jahrelang nutzten Bahnreisende die Fläche neben dem Dalheimer Bahnhof als Park-and-Ride-Parkplatz. Doch jetzt wurde dort ein absolutes Halteverbot eingerichtet. Pendler sprechen von einem Schildbürgerstreich. Von Michael Heckers

Unvermittelt tauchten vor einigen Tagen auf der seit langem als Parkplatz genutzten Fläche am Dalheimer Bahnhof Verkehrsschilder auf, die ein absolutes Halteverbot anordnen. Viele Pendler und Reisende halten das für einen Schildbürgerstreich: Sie können ihr Fahrzeug jetzt nicht länger dort parken, um mit der Regionalbahn 34 (Schwalm-Nette-Bahn) in Richtung Mönchengladbach zu fahren, sondern müssen sich Parkplätze auf der Fahrbahn der Sankt-Ludwig-Straße suchen.

Das Halteverbot wurde von der Stadt Wegberg auf Wunsch der Westenergie und Verkehr veranlasst. "Wir brauchen den Wendeplatz, damit unsere Busse die dortige Haltestelle bedienen können", erklärt Udo Winkens, Sprecher von Westenergie und Verkehr. Das eigentliche Problem für die Pendler sei, dass die Fläche neben dem Wendeplatz fürs Parken nicht mehr zur Verfügung steht. 2014 hatte die Bahn in Wegberg und Dalheim mehrere Brücken erneuert. Im Zuge dieser Arbeiten wurde ein großer Teil des Bahnhofvorplatzes, der bislang insgesamt als Buszufahrt und Parkplatz diente, als Lagerfläche für die Bauarbeiten genutzt. Obwohl die Arbeiten längst beendet sind, wurde die Fläche nicht wieder abgeräumt und ist seitdem verwildert. Folge war, dass die Reisenden, aber auch die Mitarbeiter der Rurtalbahn, ihre Fahrzeuge nun auf der kleineren Fläche abstellen mussten. Doch damit bleibt zu wenig Platz für die Busse, die dort wenden müssen. Das hat nun zu dem angeordneten absoluten Halteverbot geführt, für das längst nicht jeder Verständnis aufbringt: "Die Einrichtung des Parkverbotes ist für mich nicht nachvollziehbar. So wird Parkraum vernichtet, ein nicht gutes, aber immerhin funktionierendes Park-and-Ride-System beeinträchtigt, ja de facto abgeschafft", erklärt Dr. Klaus J. Wagner, Kreisvorsitzender der FDP. Er kritisiert auch, dass der Parkdruck für die Anwohner nun deutlich erhöht werde. "Das ist der Stärkung des Nahverkehrs, den wir alle fördern wollen, nicht zuträglich, zumal gerade der Bahnhof Dalheim mit Arsbeck-Büch, Dalheim, Wildenrath bis hin nach Wassenberg über ein recht großes Einzugsgebiet verfügt", sagt er.

Dass die Busse ausreichend Platz zum Wenden brauchen, steht für Wagner außer Frage. "Natürlich müssen auch die Busse den Bahnhof gut und sicher anfahren können. Gleichermaßen geht es aber auch um die Schaffung ausreichenden Parkraums auf der Gesamtfläche - und zwar sowohl für Kraftfahrzeuge als auch für Fahrräder, für die bislang ebenfalls keine hinreichenden Abstellmöglichkeiten vorhanden sind", erklärt Wagner. Er erinnert daran, dass Pro Bahn bereits im Jahr 2008 Pläne für die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes vorgelegt hat. "Darin finden sich auch viele weitere Ideen zur Fortentwicklung des Nahverkehrs rund um Wegberg. Es ist an der Zeit, den Gedanken des P&R über die Beseitigung des aktuellen Missstands hinaus wieder mehr mit Leben zu füllen."

Auch die Stadt Wegberg sei gefordert, sich für Pendler, Reisende und Tagestouristen einzusetzen, fordert Klaus Wagner. Wegbergs Ordnungsamtsleiter Ulrich Schulz sicherte das auf Anfrage unserer Redaktion zu. Er will sich mit den Zuständigen der Bahn, der die Fläche neben dem Wendeplatz gehört, schnellstmöglich in Verbindung setzen.

Quelle: RP
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