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Worte zur Woche
Haltung gefragt

Erkelenz. Für die Stadt Wegberg, die einen Schuldenberg von mehr als 60 Millionen Euro vor sich herschiebt, wird es höchste Zeit zu sparen, um künftige Generationen zu entlasten. Mit der Verabschiedung des Haushalts 2015, der erstmals ein Haushaltssicherungskonzept mit 23 konkreten Sparmaßnahmen beinhaltet, machte der Wegberger Stadtrat in dieser Woche den ersten Schritt in die richtige Richtung. Stadtrat und Verwaltung haben gemeinsam die Weichen gestellt: Spätestens im Jahr 2024 soll die Stadt Wegberg eine "schwarze Null" schreiben und erstmals seit vielen Jahren wieder mehr Geld einnehmen als sie ausgibt.

Was so simpel klingt, wird in der praktischen Umsetzung eine Menge Mut und Disziplin erfordern. Das kann schmerzhaft und unangenehm sein. Aber es geht um politische Verantwortung. Am Ende der Zehn-Jahres-Frist wird sich zeigen, wer das gemeinsam formulierte Ziel im Auge behalten hat und wer nicht. Es wird sich zeigen, wer in den vergangenen Wochen nur Lippenbekenntnisse zu den Konsolidierungsbemühungen abgegeben hat und wer ernsthaft bereit ist, zum Wohle der Stadt Wegberg und der künftigen Generationen, die hier leben wollen, zu handeln.

Während seiner Haushaltsrede erinnerte FDP-Fraktionschef Christoph Böhm in dieser Woche aus gutem Grund an die Vision "Wegberg 2025". Denn darin hat der Stadtrat in Zusammenarbeit mit der Verwaltung eine gemeinsame Vorstellung formuliert, wie Wegberg in der Zukunft aussehen soll. Die zentrale Aussage: "Im Jahr 2025 ist die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt gegeben und bildet die Grundlage für die zukünftige Entwicklung". Dies muss bei den nun zu fassenden Beschlüssen ein Leitsatz für die Politik sein. Es ist Haltung gefragt, auch und vor allem bei Themen, die nicht vergnügungssteuerpflichtig sind, wie das kostenpflichtige Parken in der Innenstadt oder die mögliche Schließung von Grundschulen. Am Ende geht es um das, was die Ratsmitglieder zu Beginn ihrer Tätigkeit in der Verpflichtungsformel versprochen haben: Um Handeln zum Wohle der Stadt.

michael.heckers@rheinische-post.de

Quelle: RP
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