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Wegberg
Heißer Jazz bei kühlem Regen in Wildenrath

Wegberg: Heißer Jazz bei kühlem Regen in Wildenrath
Die Bonner Kultband "Doktor Jazz Ambulanz" war zu Gast bei Opus 512 und gestaltete die Jazzmatinee im Festzelt des Hotels Sternzeit. FOTO: Opus 512
Wegberg. "Doktor Jazz Ambulanz" heizte das Publikum an.

"Das ist Hot Jazz von einem Klangkörper voller Harmonie und solistischen Feinschmeckern." So äußerte sich Georg Wimmers, Ex-Schulleiter, Musiker und Vorsitzender des Heimatvereins Beeck in der ersten Pause zur "Doktor Jazz Ambulanz". Die Bonner Kultband war zu Gast bei Opus 512 und gestaltete die Jazzmatinee im Festzelt des Hotels Sternzeit in Wildenrath.

Ein aufmerksames Publikum im voll besetzten Zelt verfolgte konzentriert mitswingend die Vorträge der Band. Die Musiker pflegen und leben den Jazz der 1920er und 1930er Jahre, der frühen Swing-Ära. Vor allem sind Joe King Oliver, Fletcher Henderson, Clarence Williams, Thomas Fats Walter, Louis Armstrong und andere, vornehmlich schwarze Bands ihre Vorbilder.

Mit "Doktor Jazz" von Joe King Oliver eröffneten die sieben Jazzer das Konzert. Dann ging es Schlag auf Schlag und immer humorvoll weiter. Der Pianist Prof. Dr. Franz-Josef Lübken erntete mit einem Solo aus Wabash Blues Applaus auf offener Szene. In Rythm King schulterte Klaus Maria Gronemeyer das Sousafon, den Schirmständer, wie Trompeter und Moderator Marc Bothe scherzhaft meinte, und betörte die Zuhörer mit einem warmen, weichen Solo. Anhaltender Applaus war sein Lohn. In Little Willie Blues aus dem Jahre 1929 zeigte Peter Hermann sein ganzes Können als Schlagzeuger. Er meinte in einer Pause, die Band besteht aus sechs Musikern und einem Schlagzeuger. Hintergrund der Aussage ist, dass Hermann erst vor gut einem Jahr zur Band stieß. Was wäre eine Jazzband ohne das Banjo, den Eierschneider, wies es die Doktor-Jazz-Musiker nennen. Hiermit wusste Uli Heier zu gefallen und das Publikum zu begeistern. Beim Original Charleston Strut wechselten sich Wolfgang Gundlach mit der Klarinette und Uwe Schollmeyer, Posaune, mit hinreißenden Soli ab.

Einen besonderen Applaus erhielt Klaus Maria Gronemeyer, der neben dem Sousfon auch den Bass spielte, als er sich diesen wie eine Gitarre auf den Oberschenkel legte und vollendet zupfte.

"40 Jahre jung und kein bisschen leise", so legte sich die Doktor Jazz Ambulanz richtig ins Zeug. Und von Aufhören kann überhaupt keine Rede sein. Auf die Frage an Prof. Lübken, wie lange man denn noch gemeinsam spielen werde, kam prompt die Antwort: "Immer!" Im Wildenrather Zelt dauerte dieses "Immer" fast drei Stunden. Erst dann erhielten die Musiker je eine Rose als Dankeschön von den Vorstandsdamen von Opus 512 und entließen ein swingendes Publikum in den feinen Nieselregen.

Quelle: RP
 
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