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Wegberg
Hochmotiviert, Deutsch zu lernen

Wegberg: Hochmotiviert, Deutsch zu lernen
Marcel Robertz unterrichtet die Internationale Vorbereitungsklasse (IVK) an der Schule am Grenzlandring (Hauptschule) Wegberg. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Ein Schulhalbjahr früher als geplant ist die Internationale Vorbereitungsklasse (IVK) in der "Schule am Grenzlandring" gestartet. 17 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren lernen in erster Linie Deutsch. Von Nicole Peters

Da es viele Kinder und Jugendliche aus Wegberg und Wassenberg gibt, die die deutsche Sprache lernen und den Unterricht besuchen wollen, hat die "Schule am Grenzlandring" (Hauptschule) sie bereits zu Beginn des Schulhalbjahres Anfang Februar aufgenommen. Es sind insgesamt 17 Kinder und Jugendliche aus dem Libanon, aus Syrien, Afghanistan und Irak, die Asyl beantragt haben.

Damit startete die Internationale Vorbereitungsklasse (IVK) für die Sekundarstufe I im Stadtgebiet ein halbes Jahr früher als geplant. Zunächst gingen die Schüler drei Wochen lang ausschließlich in die altersadäquaten Referenzklassen - seit dem 1. März ist Lehrer Marcel Robertz an der Schule angestellt und in der IVK eingesetzt. Ebenso verfügt die Gruppe nun über einen eigenen Klassenraum, den sie noch gestalten will.

"Im Unterricht der Internationalen Vorbereitungsklasse lernen die Schüler vor allem Deutsch, aber immer mit thematischem Bezug", erklärt Schulleiterin Helga Mitzkeit, "sie nehmen alle Fächer wie Geschichte, Erdkunde oder Mathematik, die im Fächerkanon in der Sekundarstufe I vorgegeben sind, durch." Ebenso Kunst, da die erstellten Werke oftmals gut dafür geeignet sind, einen Wortschatz zu bilden. Beim Darstellen eines Gesichtes werden so Begriffe wie Augen, Augenbrauen oder Mund erlernt.

Inzwischen verbringen die neuen Schüler an drei Tagen je eine Zeitstunde in den Regelklassen im Unterricht von Sport, Hauswirtschaft oder Technik. Zwei Tage halten sie sich komplett in der Förderklasse auf. "Die Schüler sind hoch motiviert, sie wollen so schnell wie möglich Deutsch lernen", lobt Mitzkeit, "sie haben sich gut im Schulalltag eingefunden und haben überhaupt keine Disziplinprobleme."

Wichtig sei der Schule die Vermittlung deutscher Kultur - auch, dass es ganz andere Regeln gibt. Einer der Sozialarbeiter spricht Arabisch und erklärt den Neuankömmlingen alles. Auf der anderen Seite informiert er die deutschen Schüler über die Flucht und den Weg, über den diese Mitschüler hergekommen sind, und hofft, bei den Deutschen Verständnis für die Situation der Flüchtlinge zu schaffen. Zu Teilen begleitet er auch den Unterricht zusammen mit Marcel Robertz. "Für uns ist der integrative Aspekt wichtig", bekräftigte Mitzkeit, "dass Gemeinsamkeiten gefunden werden und alle von der kulturellen Vielfalt profitieren."

Maximal zwei Jahre bleiben die Asylsuchenden in der IVK, die bis zu 18 Schüler besuchen können, und bekommen spätestens dann eine Empfehlung für die weitere Beschulung und Schulform. Falls es zukünftig mehr Schulpflichtige geben sollte, wird eine weitere IVK in der Realschule oder im Gymnasium eingerichtet werden. Ebenso ist angedacht, dass diejenigen, die in ihrem Leistungsstand weit genug gekommen sind, stundenweise Referenzklassen an diesen Nachbarschulen besuchen.

Quelle: RP
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