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Wegberg
Im Laufschritt die Heimat entdecken

Wegberg. Eine rund 16 Kilometer lange Laufrunde durch Wegberg führt an alten Mühlen und geheimnisvollen Motten vorbei. Von Michael Heckers

Entlang der Schwalm und ihren vielen Nebenbächen gab es früher mehr als 20 Wassermühlen. 14 zeugen bis heute davon, dass das Mahlen von Korn und das Schlagen von Öl sowie die Leinenverarbeitung viele Jahrzehnte lang bedeutende Wirtschaftszweige in der Region waren. Auf einer 16 Kilometer langen Laufrunde gibt es viel Wissenswertes aus der Kulturgeschichte der Heimat hautnah zu entdecken.

Ausgangspunkt der Mühlenrunde ist der Parkplatz vor dem Restaurant Tüschenbroicher Mühle (Gerderhahner Straße/L 364). Das alte Mühlengebäude mit dem oberschlächtigen Wasserrad stammt aus dem Jahr 1624. Um das Jahr 900 herum stand in Tüschenbroich die größte und mächtigste Burg des Niederrheins. Bis heute sind Überreste dieser Burg auf dem mittelalterlichen Burghügel (Motte) der kleinen Insel im Schlossweiher zu sehen. Vom Parkplatz aus geht es im Laufschritt über den kleinen Schotterweg zwischen dem heutigen Schloss und dem Angelpark Richtung Wald und Ulrichskapelle. Am Rand des Tüschenbroicher Mühlenweihers sorgt die Ölmühle mit Reetdach für eine wundervolle Postkartenidylle.

Gleich hinter der Ölmühle geht es links in den Wald, am Ufer des Mühlenweihers entlang, über die kleine Holzbrücke und an der nächsten Wegekreuzung rechts ab. Dort führt die Laufstrecke wieder auf freies Feld, und der Blick fällt auf den Wasserturm (an der linken Seite). Geradeaus geht es weiter durch Uevekoven und am Wasserwerk vorbei. Die Route quert den Grenzlandring und führt nach Gerichhausen, von dort aus geht es rechts herum bis zum Haus Beeck und von dort aus am Beeckbach entlang zurück Richtung Ophover Mühle. In deren Umfeld wurden erst kürzlich in Regie des Schwalmverbandes der Beeckbach und das Regenrückhaltebecken naturnah umgestaltet. Die Ophover Mühle ist ein beliebtes Ausflugsziel. Ulrike und Holger Hendricks bewirten dort ihre Gäste mit bodenständigen Gerichten und eigenen Bierspezialitäten. Erbaut wurde die Ophover Mühle im Jahr 1662. Gegenüber an der Motte fanden früher beliebte Open-Air-Konzerte statt. Dort und auf dem benachbarten Sportgelände des SC Wegberg spielten zwischen 1990 und 2009 unter anderem die Gruppen BAP, Höhner, Brings, Bläck Fööss, Montevideo, Booster und Just is.

Von der Ophover Mühle aus geht es rechts über die Straßen Forst, Freiheider Straße und Am Feldrain quer durch die Innenstadt Richtung Bahntunnel im Beecker Wald. Nach Überqueren des Grenzlandrings führt ein kleiner Weg zum Wanderparkplatz im Beecker Wald, von dort aus geht es weiter geradeaus und dann links über die Bahngleise über einen kleinen Waldweg Richtung Holtmühlenweiher, der nach einem Kilometer auf der rechten Seite liegt. Die Besonderheit der Bockenmühle ist auch im Vorbeilaufen zu sehen: Das Mühlrad besteht nicht wie üblich aus Holz, sondern aus Eisen.

Von der Holtmühle aus geht es links über die Hospitalstraße zur Buschmühle, die sich als einzige Wegberger Mühle am linken Ufer des Mühlenbachs befindet. An der rechten Seite der Buschmühle vorbei führt die Strecke durch den Wald nach Balkhoven bis zur Schrofmühle (Dülkener Straße) in Rickelrath. Die Schrofmühle ist die einzige noch funktionstüchtige Wasser- und Ölmühle im Rheinland. Dort befindet sich das Mühlenmuseum.

Die Route führt weiter geradeaus über die Straße In Bollenberg bis zur Molzmühle. Von dort aus geht es nach links über einen Trampelpfad an der Schwalm entlang zurück zum Grenzlandring, der an der Kläranlage überquert wird, weiter Richtung Innenstadt, durch den "Liebestunnel" zur Wegberger Mühle. Durch den Stadtpark führt der Weg über die Fußbachstraße und Klinkumer Straße in den Ortsteil Bissen (Lohmühle) und nach Watern, wo es die Bischofsmühle und die Bockenmühle zu sehen gibt, bevor der Ausgangspunkt an der Tüschenbroicher Mühle erreicht wird. Am Ende der Mühlenrunde stehen rund 16 Laufkilometer und jede Menge Eindrücke von Mühlen und Motten zu Buche.

Quelle: RP
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