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Michael Stock
"Integration durch Begegnung fördern"

Michael Stock: "Integration durch Begegnung fördern"
So stellen sich das die Befürworter des Projektes vor: Wie auf diesem Spielplatz in Mettmann sollen auch im Wegberger Stadtpark mit Unterstützung des Landes NRW Möglichkeiten zur Begegnung geschaffen werden. FOTO: D. Janicki (Archiv)
Erkelenz. Warum die Stadt Wegberg trotz des Haushaltssicherungskonzeptes rund 100.000 Euro in den Ausbau des Spielplatzes im Stadtpark investieren sollte, erklärt Bürgermeister Michael Stock.

Steuererhöhungen, weniger Geld für Vereine, Diskussionen um Schulschließungen - die AfW spricht vor dem Hintergrund der beschlossenen Sparmaßnahmen von einem falschen Signal, das nun von den Plänen für den Spielplatz im Stadtpark ausgehen könnte. Können Sie diese Kritik nachvollziehen?

Michael Stock Sparen ist in unserer Haushaltssituation eine richtig und wichtige Maßgabe. Dennoch: Es darf keinen Stillstand bei der weiteren Entwicklung unserer Stadt und der Verbesserung des Wohnumfeldes geben. Wohnen und Tourismus sind die Schwerpunkte, die der Stadtrat als Entwicklungsziele unserer Stadt vorgegeben hat. Die geplante Maßnahme ist nicht nur ein reiner Spielplatz, sondern ein Treffpunkt für Menschen jeden Alters. Familien mit Kindern sollen sich dort genauso aufhalten können, wie ältere Menschen. Der Stadt wird immer wieder vorgeworfen, Fördermittel nicht in Anspruch zu nehmen. Förderprojekte in dieser Größenordnung erfordern allerdings immer Eigenmittel des Antragstellers. Letztlich schaffen wir einen Wert in Höhe von 350.000 Euro und müssen nur 100.000 Euro an Eigenmitteln einsetzen.

Michael Stock: "Integrationsprojekt am richtigen Ort." FOTO: Knappe (Archiv)

Zum Thema Integration: Flüchtlingshelfer beklagen Missstände im Zusammenhang mit den städtischen Unterkünften, zum Beispiel fehlende Straßenlampen an der Nordstraße in Arsbeck. Wäre das Geld dort nicht besser angelegt?

Stock In die Ausstattung unserer Flüchtlingsunterkünfte haben wir in den vergangenen Jahren viel Geld investiert. Neue Unterkünfte in Klinkum, Tüschenbroich und Gerichhausen wurden geschaffen oder ausgebaut. Wir möchten aber, dass die Menschen sich nicht nur in diesen Bereichen aufhalten, sondern unsere Stadt erkunden und erleben. Wir wollen Begegnungsräume schaffen, damit Integration wirklich gelebt wird.

Die FDP spricht von Steuergeldverschwendung und befürchtet einen Eintrag ins Schwarzbuch der Steuerzahler. Wurden der Förderantrag und das dazugehörige Konzept im Vorfeld mit der Bezirksregierung Köln/dem Land NRW abgestimmt?

Stock Die Planungen stimmen mit den Förderrichtlinien des Landes überein und wurden im Vorfeld abgestimmt. Es ist Bestandteil von Maßnahmen zur Quartiersentwicklung zur Verbesserung des Umfeldes in allen Bevölkerungsteilen und des Grünkonzeptes im Stadtzentrum, das seit dem Jahr 2008 existiert und bislang nicht umgesetzt werden konnte.

Welche Chancen bietet das Projekt, bei dem es sowohl um die städtebauliche Entwicklung, als auch um das Thema Integration von Flüchtlingen geht?

Stock Für die Entwicklung und Attraktivität gerade unserer Innenstadt ist dieses Projekt ein weiterer Baustein. Durch das geförderte Naturprojekt "Wandervolle Wasserwelt" vor drei Jahren mit der Renaturierung der Schwalm im Bereich des Stadtparks ist ein erster Schritt begonnen worden, der jetzt um weitere Aufenthaltsmöglichkeiten ergänzt werden soll. Dabei schaffen wir eine Begegnungsmöglichkeit für alle Menschen, egal welcher Kultur und werten den Stadtpark deutlich auf.

Manche befürchten, dass der neue Spielplatz, die Geräte und das öffentliche WC ein Opfer von Vandalismus werden könnte. Wie soll das verhindert werden?

Stock Wir verhindern Vandalismusschäden, wenn wir die ehrenamtlichen Strukturen, die jetzt schon vorhanden sind, mit einbeziehen. Wir wollen auch das Besucherklientel mit einbeziehen und Mitverantwortung für den Platz erzeugen, was auch Ziel des Programmes ist und finanziell unterstützt wird. Durch einen geplanten integrierten Kiosk und die Anlage des Platzes im Umfeld einer Wohnbebauung ist ebenso eine gewisse soziale Kontrolle gegeben. Generell kann Vandalismus, wo auch immer, natürlich nie ganz ausgeschlossen werden.

Die meisten Flüchtlinge leben in Arsbeck und Petersholz. Macht dann ein Integrationsprojekt im kilometerweit entfernten Stadtzentrum von Wegberg Sinn?

Stock Die Flüchtlinge - auch diejenigen, die in den Ortschaften außerhalb des Stadtzentrums untergebracht sind - kommen schon jetzt mit Fahrrädern, per Bus oder Bahn in die Innenstadt und nehmen am öffentlichen Leben teil. Die Sozialarbeiter in unseren Einrichtungen sollen gemeinsam mit den Flüchtlingen die Möglichkeiten der Kommunikation erkunden, die unsere Stadt bietet. Deswegen ist das Integrationsprojekt in der Innenstadt genau am richtigen Ort.

Wie sieht es mit den Folgekosten aus? Was würde die Pflege der neuen Spielplatz-Anlage kosten und wer übernimmt das?

Stock Die Folgekosten entsprechen in der Höhe den Kosten, wie wir sie auch bei anderen Treffpunktplätzen oder Spielplätzen haben. Durch eine Konzentration unserer Spielplätze und Treffpunktplätze auf die Orte in der Stadt, wo sie auch tatsächlich nachgefragt werden, gehe ich von einem Aufwand aus, der nicht höher ist als bislang.

Wie beurteilen Sie die Chancen, dass Wegberg den Zuschlag für dieses Förderprojekt bekommt?

Stock Das Förderprojekt ist sehr beliebt bei vielen Kommunen. Wir sind überzeugt, die Jury von unserem Vorhaben überzeugen zu können.

MICHAEL HECKERS STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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