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Wegberg
Integration fördern und stärken

Wegberg: Integration fördern und stärken
Viele Menschen nutzten am Wochenende die Gelegenheit, sich beim Begegnungsfest in Arsbeck näher kennenzulernen. Organisiert wurde das Fest vom Netzwerk "St. Martin hilft". FOTO: Uwe Heldens
Wegberg. Das Netzwerk "St. Martin hilft" hatte zum Fest der Begegnung eingeladen. An der Arsbecker Nordstraße trafen sich Ehrenamtler und Flüchtlinge. Gemeinsam kam man gut ins Gespräch und förderte so auch die Integration. Von Daniela Giess

"Wissen Sie", sagt Youssef Alami und lässt seinen Blick zufrieden über das Gelände schweifen, "ohne Ehrenamtler wäre es sehr, sehr kompliziert." Rund 35 freiwillige Helfer haben sich dem Netzwerk "St. Martin hilft" angeschlossen - Rentner, Hausfrauen, Berufstätige, Vereinsvorstände.

Beim Fest der Begegnung in der ehemaligen Raketenstation der britischen Streitkräfte, die als Flüchtlingsunterkunft dient, bringen sie sich gemeinsam mit den 160 Bewohnern, darunter 35 Kinder, ein. Es gibt Essen aus ihrer Heimat, dazu Würstchen vom Grill, Kuchen, den Mitglieder des Netzwerks gespendet haben, eine Hüpfburg. Und Jünter. Das tierische Maskottchen von Borussia Mönchengladbach hat die Einladung zum Begegnungsfest an der Arsbecker Nordstraße gerne angenommen.

Während das berühmte Plüsch-Fohlen mit den Mädchen und Jungen ausgelassen herumtollt und sich bestaunen lässt, schüttelt Sprach- und Integrationsmittler Youssef Alami ("wie Salami ohne S") immer wieder Hände. Viele ehemalige Bewohner sind gekommen, die inzwischen eine Wohnung bezogen haben. Youssef Alami sieht sich selbst als Brückenbauer zwischen Ämtern, Behörden, Schulen, Kliniken, Arbeitgebern und den Flüchtlingen, die vor allem aus Syrien, Afrika und Westbalkanstaaten stammen.

Netzwerk-Koordinator Willibert Jansen ist im Dauereinsatz. Er empfängt Borussen-Maskottchen Jünter und den SPD-Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath, der mit seinem Wahlkampf-Bus vorfährt, erklärt Kuchenspendern den Weg zur Cafeteria. Die Wegberger Pfarre St. Martin sowie die evangelische Kirchengemeinde der Stadt hatten die Flüchtlingshilfe gegründet. "Irgendwann merkten wir, dass auch andere unsere Hilfe brauchen", erinnert sich Willibert Jansen - der Startschuss für das Netzwerk "St. Martin hilft".

Manfred Gerhards ist im Tennisdress, Schläger und Bälle in der Hand. Der 76-Jährige, Übungsleiter beim TC Grün-Weiß Arsbeck, und Tennislehrerin Petra Methner stehen bereit für ein kostenloses Schnuppertraining. Schon seit einiger Zeit haben einige der Flüchtlingskinder ihr Interesse am "weißen Sport" entdeckt. Der ist inzwischen alles andere als weiß. "Freizeitkleidung reicht aus. Alles andere stellen wir zur Verfügung", berichtet Gerhards über die enge Kooperation, die den Mädchen und Jungen sichtlich Freude bereitet.

Trainiert wird auf dem Areal an der Unterkunft. "Wir müssen zu den Flüchtlingen kommen. Nicht umgekehrt."

Quelle: RP
 
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