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Wegberg
Käfer, Buick, Alfa & Co. im Mondschein

Wegberg: Käfer, Buick, Alfa & Co. im Mondschein
H wie Histroisch auf dem Kennzeichen: der Käfer fand ebenso Bewunderer wie der Buick aus Los Angeles (li.). Das Moonlight-Treffen am Wegberger Rathaus zog Fahrer interessanter hochbetagter Wagen an. FOTO: JÖRG KNAPPE
Wegberg. Das Moonlight-Stelldichein des Oldtimer Treffs Grenzlandring Wegberg versammelte automobile Schätze vor dem Rathaus. Von Natalie Urbig

Mit Handschlag wird Robert Bremer auf dem Rathausplatz empfangen. Kevin Norgel stellt kurz darauf eine für Oldtimer-Freunde obligatorische Frage: "Brauchst du eine Pappe? Verliert er Öl?"Gemeint ist der Alfa Romeo, Baureihe Giulia, den Bremer seit zwei Jahren fährt. Gleich nach der Ankunft auf dem Rathausplatz zieht der Oldtimer Baujahr 1972 bewundernde Blicke für seine Farbe, ein glänzendes Aubergine mit braunem Innenleder, auf sich. Viel hat der Besitzer aus Neuss schon an dem Wagen gemacht, zu einer Pappe sagt er trotzdem nicht nein. In der Dämmerung des warmen Samstagabends laufen nach und nach weitere Fahrer mit ihren automobilen Schätzen auf dem Rathausplatz in Wegberg ein. Kevin Norgel, der mit seinem Vater Bodo und Bruder Phil jeden ersten Sonntag im Monat ein Oldtimer- Treffen in Wegberg organisiert, hat alle Hände voll zu tun. Dass ein Oldtimer-Treffen in den Abenstunden stattfindet, ist in der Szene ungewöhnlich. "Im gedämpften Licht wirken die Oldtimer anders als am Tag, und es entsteht ein besonderes Ambiente", sagt Norgel über das Moonlight-Treffen, das der Oldtimer Treff Grenzlandring Wegberg einmal im Jahr organisiert. Nachdem sie im Vorjahr Pech mit dem Wetter hatten, haben die Oldtimer-Freunde aus Uevekoven es nun in den Sommer gelegt. Eine Anmeldung gab es nicht, so bleibt es für die Veranstalter spannend, wer alles kommt. Bald schon sammeln sich Fahrzeuge verschiedenster Jahrgänge und Marken vor der historischen Kulisse. Die Kennzeichen verraten, dass die Besitzer nicht nur aus der nächsten Umgebung kommen.

Ein Blickfang ist der orange- cremefarbene Buick, der an die Karosserien aus alten Hollywoodstreifen erinnert. Tatsächlich hat Thomas Hansen seinen "Special 4 Door Hardtop" aus Los Angeles. 1956 war es das meistverkaufte Modell. Beim Kauf leuchtete der Buik allerdings noch in Silberblau. Eine Reklame aus den 1950er Jahren inspirierte Thomas Hansen, es einmal mit einer neuen Farbkombination zu wagen. Der Alfa Spider von Klara und Erich Ermeding aus Mönchengladbach hat dagegen seine Originalfarbe behalten. Er gehört der ersten Baugeneration an und ist der Urvater vom Spider. Eine echte Seltenheit ist der englische TVR von Bodo Norgel. 395 Mal wurde er in den siebziger Jahren gebaut, "weltweit gibt es noch 200 bis 220", schätzt er. Im Gegensatz dazu steht die Schwalbe, ebenfalls aus Norgels Besitz. Das blaue Moped war ein Garagenfund und wurde millionenfach in der DDR hergestellt.

An offenen Motorhauben wird gefachsimpelt, schnell ist man beim "Du". Die Atmosphäre ist ungezwungen, das wissen die Besucher Liebgard und Joachim Hansen zu schätzen. Noch sind sie nicht mit einem Oldtimer dabei, doch haben sie zwei Wagen, die gewissermaßen in den Startlöchern stehen. Ihnen fehlt nur der letzte Schliff, dann hofft das Ehepaar, bald selbst mit seinen Vierrädern auf dem Rathausplatz zu stehen. "Hier ist eine schöne bunte Mischung aller Marken vertreten", sagt Joachim Hansen. "Bei größeren Treffen sieht man immer nur die gleichen. Ich muss mir nicht 51 Alfa Romeos in Rot ansehen." Bis in den späten Abend führen die Oldtimer-Freunde Benzingespräche. Musikalische Untermalung gibt es vom Bistro Japi's, mit einem Mix aus den 80er und 90ern.

Quelle: RP
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