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Wegberg
Knollen fürs Kartoffelfest gepflanzt

Wegberg. Ab den 1950er Jahren gingen die Bauern dazu über, Kartoffeln mit der Setzmaschine zu pflanzen. Kinder aus Merbeck erlebten, wie beim Bauern Terporten Frühkartoffeln in die Erde gebracht werden. Von Nicole Peters

Es ist einfach die schonendere Methode: Werden die Pflanzkartoffeln mit ihren Keimen in die Taschen der Setzmaschine gelegt und so in den Boden befördert, brechen die Keime nicht ab. Bis zu drei Wochen Vorsprung in ihrer Entwicklung haben sie gegenüber den Knollen, die heute größtenteils mit Vollautomaten gepflanzt werden.

Das Zeitalter der Traktoren ab den 1950er Jahren brachte die Setzmaschinen mit sich, die den Bauern die Arbeit erleichterten. Bis heute bringt Bauer Willi Terporten mit ihrer Hilfe vor allem die Frühkartoffeln in die Erde. Vier Kinder aus Merbeck und Tetelrath durften ihm jetzt bei einer Pflanzaktion helfen. Nun sind alle Knollen, die zu einem großen Teil auf dem 2. Merbecker Kartoffelfest (19. und 20. September) verarbeitet werden, gepflanzt. "Die Pflanzkartoffeln, die beispielsweise in Schleswig-Holstein möglichst auf jungfräulichen Böden mit Seeklima wachsen, bekommen wir im Dezember geliefert", erzählen Willi Terporten und Sohn Lukas, "sie kommen in 50-Kilo-Jutesäcken an, werden von uns auf Paletten geschüttet und keimen dort vor." In einer beheizten, 24 Stunden beleuchteten Halle werden die Kartoffeln, die Nachtschattengewächse sind, gelagert, um möglichst langsam gewachsene, stabile Keime zu erhalten.

"Zeitlich gesehen ist es ein Durchschnittsjahr", meint Lukas Terporten, "am 12. März haben wir die Frühkartoffeln 'Annabell' (festkochend) und 'Premiere' (halbfest) gepflanzt, die Anfang Juni erntereif sein werden." Einen rund 20-fachen Ertrag erhalten die Bauern aus den Pflanzkartoffeln: 200 Gramm pro Quadratmeter eingesetzt ergeben folglich vier Kilogramm.

Da der Ort Merbeck mit den Außenorten überzeugt hinter dem Kartoffelfest steht, habe sich die Pflanzaktion mit den Kindern aus Tetelrath und Merbeck angeboten, sagt Melanie Breuer-Eickels, zweite Vorsitzende des Fördervereins St. Maternus - dieser richtet das Kartoffelfest zugunsten des Pfarrheims aus. "Die Grundschüler haben in der Schule Kartoffeln in Eimern gepflanzt und werden sich am Fest wieder mit ihrem Kartoffellied beteiligen." Nele, Clemens, Anne und Jan fuhren hinten auf der Setzmaschine mit und haben unter Anleitung von Juniorchef Terporten die halbfesten Sorten "Belana" und "Mariska" gepflanzt. Damit seien alle Kartoffeln für dieses Jahr gesetzt, sagen die beiden Terporten, Breuer-Eickels und Designer Michael Körner, "das ist unser Startschuss fürs Fest und die Kartoffeln müssen nur noch wachsen."

Je nach Konsistenz werden daraus Reibekuchen, Kartoffelsuppe und Kartoffelgerichte auf der Merbi-Meile zubereitet. Aber auch alle anderen Pflanzfreunde sind aufgerufen, vor dem Fest ihre Knollen zu ernten: Wer die Kartoffel mit den außergewöhnlichsten Verwachsungen bis Sonntag, 20. September, 12 Uhr, beim Stand des Fördervereins mit Namen einreicht, hat die Chance, zweiter Merbecker Kartoffelkönig zu werden.

Quelle: RP
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