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Wegberg
Kostenloser Haarschnitt für Tafel-Kunden

Wegberg: Kostenloser Haarschnitt für Tafel-Kunden
Tafel-Kunden konnten sich in Wegberg kostenlos die Haare schneiden lassen. Hier schneiden gerade Ilona Honnes (vorne) und Janine Ingenbleek. FOTO: Jürgen Lasser
Wegberg. Die Friseur-Innung Heinsberg bietet eine Wohltätigkeitsaktion für Tafel-Kunden an. In Wegberg nahmen 40 Menschen die Hilfe an. Von Nicole Peters

Platz nehmen. Sich im Spiegel betrachten und aufmerksam die Veränderungen auf dem Kopf zur Kenntnis nehmen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Wegberger Tisches, Markus Schmitt und Alfons Heuvelmann, nehmen an diesem Nachmittag das Angebot der Friseur-Innung Heinsberg an und vertrauen sich den geübten Händen der Friseurinnen Janine Ingenbleek und Ilona Honnes an.

Ein Trocken-Haarschnitt nach Wunsch soll es werden. Erstmals hat die Innung Tafel-Kunden angeboten, kostenlos die Haare zu schneiden. Nach einem ersten Termin in Heinsberg kommen an diesem Tag, einen Monat vor dem Weihnachtsfest, rund 40 Wegberger in den Genuss eines schönen Haarschnitts. Zur Situation bedürftiger Menschen haben die Friseure im Vorfeld recherchiert. Im Land leben rund zwölf Millionen Menschen in Einkommensarmut oder sind unmittelbar vor ihr bedroht: Dazu zählen Arbeitslose (darunter viele Alleinerziehende), Geringverdiener und Senioren mit niedriger Rente. Die meisten von ihnen kommen trotz Sparsamkeit nur schwer über die Runden. Schmitt und Scheuvelmann meldeten sich, um die Tafel-Besucher anzuregen, sich auch die Haare schneiden zu lassen. Während sie eine neue Frisur bekommen, stellen die weiblichen Mitarbeiter in den Räumen des Wegberger Tisches aus Spenden der Bäckereien die Brottüten zusammen und verteilen sie. Im Anschluss werden die beiden bei der Ausgabe von Lebensmitteln helfen. "Ich finde es super, dass sich die Friseure in ihrer Freizeit engagieren", meint Markus Schmitt, der ausnahmsweise Gel in seinen Haaren akzeptiert, "ich gehe sehr ungern zum Friseur, da ich lieber arbeite und mir nicht die Zeit für mich selber nehme." Er fährt ehrenamtlich drei Mal in der Woche mit dem Transit-Bus die Geschäfte ab und nimmt gespendete Lebensmittel entgegen. "Eine ganz originelle Idee" sei die Schneideaktion, ergänzt Heuvelmann. Ralf Käbel verhilft einem männlichen Kunden zu einem akkuraten Schnitt. Er hält den Mann an, sich in Ruhe das Ergebnis anzugucken und entlässt ihn mit einem fröhlichen "Jetzt kann Weihnachten kommen".

Von einer Besucherin, die Ilona Honnes aus Dankbarkeit umarmte, berichtet diese. "Wir machen die Arbeit sehr gerne und sehen, dass Bedarf da ist, da viele Passanten nach dem Blick auf die Preistafel nicht in den Salon kommen", sagt sie, "wir bekommen ja etwas von ihnen zurück." In den Tafel-Räumen hatten sich die Interessierten in einer Liste eingetragen, sagt Mitbegründerin Gabriela Jansen. Sie findet das Angebot klasse. "Es ist eine schöne Aktion", bestätigt Stellvertretender Bürgermeister Georg Schmitz, "ein Zeichen der Solidarität und dafür, dass sich Menschen für andere engagieren."

Quelle: RP
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