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Wegberg
Kritik an Subventionen für Kultur

Wegberg: Kritik an Subventionen für Kultur
Szene aus der Theaterkomödie "Sei lieb zu meiner Frau", mit der die Münchner Tournee Ende des Jahres 2014 im Forum Wegberg gastierte. Im Kulturausschuss wurde jetzt im Wegberger Rathaus darüber diskutiert, ob sich die Stadt trotz Finanznot noch Subventionen für Kulturangebote leisten sollte. FOTO: MÜNCHNER TOURNEE
Wegberg. Eine moderate Erhöhung der Preise für das Theaterabonnement empfehlen die Mitglieder des Kulturausschusses. Mit Blick auf die leere Stadtkasse wurde darüber diskutiert, ob Kulturveranstaltungen noch subventioniert werden können. Von Michael Heckers

Wenn Städte und Gemeinden sparen müssen, wird der Rotstift häufig bei kulturellen Veranstaltungen angesetzt. Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt diskutierten die Mitglieder des Kulturausschusses nun über die Zukunft des Theaterabonnements in Wegberg. Dem Sparkurs gänzlich zum Opfer fallen soll das Bühnenangebot in der Mühlenstadt nicht. Allerdings müssen sich Theaterfreunde in Wegberg auf Preissteigerungen einstellen.

Seit mehr als 30 Jahren bietet die Stadt Wegberg ein Theaterabonnement an, zuletzt mit jeweils vier Aufführungen pro Spielzeit. Die Stadtverwaltung ist mit der Resonanz zufrieden: "Die Theaterveranstaltungen finden bei den derzeit rund 350 Abonnenten und bis zu 70 Einzelbesuchern je Vorstellung sehr positiven Anklang", sagte Erste Beigeordnete Christine Karneth. Für die Stadt ist das Theaterabonnement ein Zuschussgeschäft: 8094 Euro wurden für die Spielzeit 2014/15 aus dem städtischen Haushalt bezahlt, für die Spielzeit 2013/14 waren es 12 342 Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei die Personalkosten im Fachbereich Bildung und Soziales sowie die internen Verrechnungen des Baubetriebshofs für begleitende Arbeiten. Um das Defizit zu verkleinern, schlug die Stadtverwaltung nun vor, die Preise für Abo- und Einzelkarten leicht zu erhöhen.

Den Freien Wählern geht dieser Vorschlag nicht weit genug. Aus ihrer Sicht sind die Subventionen beim Theaterabonnement eindeutig zu hoch. "Wir sollten bei diesem Thema unbedingt den Rotstift ansetzen", sagte die Sachkundige Bürgerin Michaela Esser. Sie wies darauf hin, dass sich die Stadt beim kulturellen Angebot innerhalb der Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit zu bewegen habe. Ähnlich positionierte sich der Sachkundige Bürger Dr. Thomas Beutler (Grüne). "Wir lehnen die Subvention des Theaterabonnements ab", sagte er und sprach von einer Ausgabe, auf die man verzichten könne.

Christoph Böhm beantragte, die preislichen Vergünstigungen für Kinder und Jugendliche anders zu regeln und für Senioren ab 65 Jahren komplett zu streichen. Doch der FDP-Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt, nachdem Christine Karneth vor einer möglichen Kündigungswelle gewarnt hatte. "Über 50 Prozent der Abonnenten sind über 65 Jahre", sagte sie. Zugestimmt wurde dem Antrag von Tom Eisentraut (SPD), wonach laut Beschluss nach der Spielzeit 2016/17 geprüft werden soll, ob und wie eine weitere Reduzierung des Zuschussbetrages möglich sei. Der Empfehlung von Petra Otten (CDU), zunächst alles beim Alten zu belassen und im nächsten Jahr grundsätzlich neu zu regeln, folgte der Ausschuss nicht.

Der Kulturausschuss folgte schließlich dem erweiterten Beschlussvorschlag der Verwaltung. Endgültig entscheiden über die neuen Preise für Theaterabos und Einzelkarten wird der Stadtrat in der nächsten Sitzung am 12. Mai.

Quelle: RP
 
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