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Wegberg
Kunst-Offensive: Jubiläum mit Extras

Wegberg: Kunst-Offensive: Jubiläum mit Extras
Einer der austellenden Künstler, Willi Arlt (rechts), erklärte seinen Besuchern, darunter Bürgermeister Michael Stock mit Ehefrau Susanne, seine Werke. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Zum zehnten Mal gaben Kunstschaffende bei der Kunst-Offensive in Wegberg vielfältige Einblicke in ihr Schaffen. Zu Folklore- und Mundartbeiträgen, Harfenklängen und Jazzmusik erkundeten die Besucher die Räume bis unter das Dach. Von Nicole Peters

Die Ausstellung Kunst-Offensive hat sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre zur gefragten, überregional bedeutsamen Schau gemausert: Ehemals 16 Künstler stellten im Jahr 2007 bei der Premiere in zwei Zelten auf dem Rathausplatz aus. Inzwischen zeigen durchschnittlich bis zu 34 Kunstschaffende im Garten und in den Räumen des ehemaligen Karmeliterklosters aktuelle Werke und geben inspirierende Einblicke in ihr Schaffen.

Die veranstaltende Projektgruppe sei genauso überrascht, dass sie bereits das zehnte Mal die Veranstaltung organisierte, sagte Mitglied Folkmar Pietsch zur Begrüßung. Zum "kleinen Jubiläum" seien Wolfgang Theuerzeit mit Folklore und Mundart sowie Marianne Cranston mit Harfenklängen engagiert worden. Das "boundless-dixieland-quartet" steuerte in bewährter Weise Jazzmusik bei. Ebenfalls extra zum runden Bestehensjahr hatte Grafikdesigner Franz Richter eine 48-seitige Broschüre erstellt, die vielerorts auslag und in der alle bis dahin bei der Offensive ausstellenden Künstler vorgestellt wurden.

Den Dank an die Sponsoren Kreiswasserwerk, Energieversorger NEW, Kreissparkasse Heinsberg und Volksbank Erkelenz griff Schirmherr und Bürgermeister Michael Stock auf: "Ihr Beitrag hilft, dass die Stadt nur wenig beitragen muss", betonte er. Sein Dank galt neben den Künstlern auch der Projektgruppe, die die Veranstaltung mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in Gang halte und diese mit großem Erfolg jedes Jahr neu erfinde. Eine großartige künstlerische Vielfalt innerhalb der Genres Malerei, Druckgrafik, Bildhauerei und Fotografie gab es für die Kunstinteressierten auf drei Etagen zu entdecken. Hinter der Vielseitigkeit steckt das Bemühen der Projektgruppe, die ebenso die Auswahl der Teilnehmer trifft, in einem Rotationsprinzip immer Neue dazu zu holen, wobei zurzeit der Anteil an Frauen höher ist, wie Künstler Johannes Donner erläuterte.

Acht erstmals Ausstellende waren bei der Wegberger Kunst-Offensive am Wochenende dabei. Ebenfalls viele Teilnehmer aus Belgien und den Niederlanden. "Wir versuchen, die Schau nicht zu voll zu gestalten, um die Qualität zu sichern und das Niveau hochzuhalten", fasste Donner zusammen. Beispielsweise zeigte Marita Wittmann mit italienischem Glas und Natursteinen gestaltete Skulpturen und Bildnisse. Stark kontrastierende Wirkung erzielte John Stultjens mit der Verwendung von glatt polierten Steinen und verrostetem Metall: Altes Werkzeug wie eine Heugabel funktionierte er zu Hörnern eines Stieres um. Beeinflusst von Malern wie Picasso oder Constantin Permeke hatte Peter Hermans mit direktem Farbauftrag leuchtende Bilder mit abwechslungsreicher Formensprache erschaffen. Leo Horbach - ausgehend von seiner Liebe zum Material Stein - zeigte exklusive Ausdrucke hinter Plexiglas: Mittels verschiedener digitaler Zeichenmittel hatte er unterschiedlich beschaffene Wandoberflächen in zweidimensionale Bildnisse verwandelt - Hingucker, die der einen oder anderen gerne gegebenen Erklärung bedurften.

Den Gang bis hoch in die ehemaligen Klosterzellen der Atelieretage belohnte unter anderem Grafikdesignerin Eva-Stefanie Mosburger-Dalz. In ungewöhnlicher Darstellungsform hatte sie zwei Bilder zu den Themen Tod und Natur versetzt miteinander verbunden. Zunehmend mit figürlicher Malerei hat sie sich aktuell ihrem großen Thema "Kreislauf des Lebens" mit dem Wunder des Entstehens und Vergehens gewidmet. Mit Acryl, Tusche oder lasierenden Ölfarben fertigte sie die poetisch anmutenden Ansichten an.

Quelle: RP
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