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Wegberg
Kunst und Kultur in Halle 7

Wegberg. Fotograf Helmut Heutz und Künstlerin Elke Bürger bringen kulturelles Leben in alte Militärhalle.

Vom 29. April bis 1. Mai erwartet die Besucher bei freiem Eintritt ein abwechslungsreiches Programm aus Ausstellungen, Fotoshooting, Live-Painting und einer Prise Literatur - im Hangar. Zeitgleich mit der und unabhängig von der Kunsttour gibt es Kunst an ungewohnter Stelle: Wo früher die Kampfjets der RAF gewartet wurden, wartet heute Kunst auf die Besucher. "Besuchen Sie ein Zeugnis des Kalten Krieges, um das es in den letzten Jahren ruhig geworden ist", heißt es in der Einladung. Denn nach dem Abzug der Royal Airforce und einem Intermezzo als Festivalgelände ist es ruhig geworden um die Überreste der militärischen Vergangenheit.

Der aus Gerderath stammende Fotograf Helmut Heutz wollte das ändern: Der Ort eigne sich ausgezeichnet für Kunst. Und zwar nicht nur für die Ausstellung von Kunst - auch die Entstehung von Kunst findet ihren Platz in dem ehemaligen Hangar mit dem nüchternen Namen "Halle 7".

In der Erkelenzer Künstlerin und Leiterin des "Erkelenzer Kunsttreff", Elke Bürger, fand Heutz schnell eine Mitstreiterin, mit der er die Idee umsetzte. Das war nicht so einfach, denn zuerst musste die Nutzung mit der Stadt Wegberg geklärt werden. Die Besucher erwartet ein abwechslungsreiches und spannendes Programm in ungewohntem Ambiente. Eröffnet wird das dreitägige Kunst-Event mit einer Vernissage am Freitag, 29. April. Diese beginnt um 17 Uhr und zeigt Arbeiten beider Künstler. Weiter geht es am Samstag, 30. April, um 11 Uhr mit dem Aktionstag. Hier können die Besucher beobachten, wie Kunst entsteht. Elke Bürger wird live und auf Großformat malen, Heutz lädt zum Foto-Shooting mit festem Themenrahmen und Models ein. Der Aktionstag dauert bis 18 Uhr.

Heutz und Bürger wollen mit der außergewöhnlichen Wahl des Standortes das verlassene Gelände und seine Geschichte ins Bewusstsein der Bürger zurückholen. Darüber hinaus ist die Halle aufgrund ihrer Ausmaße bestens geeignet, um Kunst nicht nur zu zeigen, sondern auch entstehen zu lassen. Die Besucher sind quasi live im Atelier oder Studio dabei und bekommen ungeahnte Einblicke in die Arbeitsweise der beiden Künstler.

Elke Bürger setzt sich in ihrer Arbeit vor Ort mit dem Thema "Akt in Bildern und Skulpturen" auseinander. Helmut Heutz widmet sich der künstlerischen Aktfotografie, die er auch nutzt, um zur gesellschaftskritischen Auseinandersetzung anzuregen. "Es gibt Bilder, die misslingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir völlig egal", sagt Heutz.

Elke Bürger, die Workshops und Seminare anbietet, umschreibt ihr Verhältnis zur Kunst mit den Worten Picassos: "Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele".

Am Sonntag, 1. Mai, geht es wieder um 11 Uhr los. Diesmal gibt es neben der Kunst auch was fürs Ohr. Unter dem Motto "600 Sekunden Literatur, 600 Sekunden Mord, 600 Sekunden Denkfutter" präsentiert der Erkelenzer Autor Helmut Wichlatz literarische Texte und Kolumnen aus den letzten Jahren. Wer die Halle 7 und ihre Künstler besuchen möchte, sollte folgende Adresse ins Navi seines Autos eingeben: Friedrich-List-Allee 80, 41844 Wegberg.

Quelle: RP
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