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Wegberg
Kunst und Natur im Zwiegespräch

Wegberg: Kunst und Natur im Zwiegespräch
Der Künstler Peter Sieben (l.) stellt bei "blatt und blume" Schockert in Uevekoven aus. Rechts im Bild: Markus Schockert. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Außergewöhnlich groß sind die Objekte, die Peter Sieben in der Gartenanlage von "blatt und blume" in Uevekoven zeigt. Von Nicole Peters

In dem grünen Refugium im hinteren Teil der Außenanlage des Pflanzen- und Blumengeschäfts "blatt und blume" steht dem Erkelenzer Künstler Peter Sieben genügend Platz zur Verfügung, um einen großen Teil seiner teils mehr als zwei Meter großen Stahlskulpturen und Objekte sowie zwei Feuerkörbe auszustellen.

Mit Hecken und Büschen gehen die Werke eine harmonische oder spannungsvolle Beziehung ein und können nach und nach vom Besucher entdeckt werden. Genau in der Umgebung, für die die Skulpturen in erster Linie geschaffen wurden, nämlich unter freiem Himmel. Diese werden nach der Idee und Skizze von Peter Sieben aus widerstandsfähigem Baustahl gefertigt, der im Laufe der Zeit eine Rost-Patina ansetzt. Die Motive entnimmt der Künstler dabei der Welt der Opern, Märchen und nordischen Sagenwelt. So stellt Sieben etwa Sarastro aus der Oper "Zauberflöte" oder den Wächter aus der Oper "Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart vor. Die einzige mit Farbe gestaltete Skulptur "Elvira" in Erinnerung an eine dänische Seiltänzerin ist ebenso zu sehen wie "Der Grübler" fiktiven Ursprungs oder "Lodur", der Feuerbringer.

Von gradlinigen einfach geformten ersten Werken ab dem Jahr 2012 ist dabei eine Entwicklung hin zu fantasievoll ausgestalteten Arbeiten nachzuvollziehen. Massive, bis zu 40 Millimeter starke Blickfänger inmitten von Pflanzen und Landschaft, die mit bewegtem Ausdruck eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlen und durch ihre teils rostbraune und -rote Färbung vom Licht angestrahlt facettenreiche Erscheinungen darstellen. Ein Objekt ist gleichzeitig Mahnmal - sind aus der Stahlplatte doch die Silhouette eines in die Freiheit springenden Soldaten an der Berliner Mauer, die Zahl 136 für dort Verstorbene und die Jahreszahlen 1961 und 1989 als Beginn und Ende dieser Zeit entnommen. Und bei den Feuerkörben, die aus vier gesteckten Seitenteilen mit ausgesparten größeren Motiven bestehen, geht das Feuer mit den Formen eine faszinierende Verbindung ein.

Für den Familienbetrieb "blatt und blume" ist es die erste von zukünftig häufiger geplanten Schauen. "Wir haben die Gartenanlage ausgebaut, um Skulpturen oder Objekte zeigen zu können", erläuterte Markus Schockert, "auch möchten wir Staudenarten auspflanzen und Musterbeete anlegen, um ein paar Gartensituationen darzustellen." Die Grundstruktur der Fläche sei mit Hecken und Rasenfläche bereits angelegt und die jetzige Ausstellung werde abends mit beleuchtet. Ab dem kommenden Frühjahr wird der Betrieb Gartenseminare anbieten.

Für den Künstler Peter Sieben beginnt im kommenden Jahr voraussichtlich eine neue, längere Schaffensphase, wie er andeutete, da er seit längerem die Nibelungensage als mögliches Thema für weitere Skulpturen im Kopf habe.

Quelle: RP
 
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