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Wegberg
Kunstvolle Malerei mit Fäden

Wegberg: Kunstvolle Malerei mit Fäden
Als "das gesamte Lebenswerk von Yvonne Scheele-Kerkhof" stellte Vereinsmitglied Inge Theissen, die mit Helfern den Aufbau organisierte, die Ausstellung vor. Yvonne Scheele-Kerkhof (l.) erläutert die Exponate. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Der Heimatverein Beeck zeigt eine beeindruckende Schau geklöppelter Spitzen: Unterschiedliche Techniken und Motive zeichnen die hochwertigen Arbeiten aus, die noch bis 30. Oktober im Flachsmuseum zu sehen sind. Von Nicole Peters

Mit Baumwolle hatte die Handwerkskünstlerin Yvonne Scheele-Kerkhof zu Klöppeln begonnen und war nach dem Erlernen verschiedener Techniken auf glänzende Seidenfäden gewechselt. Eine Entwicklung, die in der Sonderausstellung "The Beauty of the Orient" gut nachzuvollziehen ist. Die mit Seide gefertigten Werke gibt es an drei Wänden des Flachsmuseums zu bewundern, während es in den Vitrinen die Baumwollarbeiten zu sehen gibt.

Zu großen Teilen nach verwendeten Techniken geordnet, so dass sich Besucher ein aussagekräftiges Bild von den Handarbeiten machen und wie nebenbei Wissenswertes über asiatische Symbolik und Kultur erfahren können. Heimatvereins-Beisitzer Josef Jansen begrüßte die Gästeschar, zu der auch Niederländer und Vertreter deutscher Klöppelverbände zählten, bevor stellvertretender Bürgermeister Georg Schmitz das Wort ergriff.

Einige Fragezeichen und ganz viel Neugier habe er zur Schau mitgebracht, sagte er, die Motive fand er hochinteressant und war gespannt, anhand der zugehörigen Texte mehr über die gezeigten Stücke zu erfahren. Als "das gesamte Lebenswerk von Yvonne Scheele-Kerkhof" stellte Vereinsmitglied Inge Theissen, die mit Helfern den Aufbau organisierte und durchführte, die Ausstellung vor. "Als ich vor etwa zwei Jahren Teile dieser Ausstellung, die wir heute eröffnen, in den Niederlanden sah, ging mir das Herz auf", fuhr die selber die Schwälmer Weißstickerei Praktizierende fort.

"Sie begann im Jahr 1977 in England mit dem Klöppeln und in den folgenden Jahren erlernte sie zahlreiche Spitzentechniken." Aus welchem Grund die Handwerkskünstlerin fast ausschließlich weiße oder cremefarbige Fäden gebraucht, erläuterte sie selbst: "Für die Spitze bevorzuge ich sie, da Farbe ablenkt von der Technik." Mit dem Experimentieren zweier Techniken verwirklichte sie schließlich bei den asiatischen Motiven ihre Vision, Spitze lebendig werden zu lassen.

"Ich wollte mit den Fäden 'malen'", beschrieb sie ihr Bestreben. Die Schau besteht aus drei Teilen, aus drei Phasen ihres Lebens. Die Duchesse-Spitze ist ebenso ausgestellt wie die Bedfordshire-Spitze und darüber hinaus eine von ihr entwickelte eigene Richtung. So bevorzugt sie Plastizität, die sie mit dem Unterlegen von kleinen Stoffteilen beispielsweise unter den Korpus eines Vogels erreichte. Klöppelarbeit in mehreren Lagen war bei der Arbeit "Phoenix" nachzuvollziehen.

Und schillernde elegante Erscheinungen stellen "Pfau" oder "Karpfen" durch goldig glänzende Akzente auf Federn oder Schuppen dar. Bei der Herstellung der fein gearbeiteten Werke habe sie sich ganz auf ihre Augen verlassen - eine Lupe nutzte sie nicht, versicherte Scheele-Kerkhof, die in Appeldorn wohnt. Als "qualitativ hochwertig, da sie Entwurf, Ausführung und eigenes Experimentieren auf hohem Niveau zeige, bezeichnete Ursula Kurzrock vom deutschen Klöppelverband die Sonderausstellung.

Quelle: RP
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