| 00.00 Uhr

Wegberg
Leben und Wohnen attraktiver gestalten

Wegberg: Leben und Wohnen attraktiver gestalten
Im ersten Schritt fordert die SPD ein Konzept, durch das der Kernbereich der Innenstadt neue Attraktivität gewinnt. In einem weiteren Schritt könnten die Außenorte folgen. FOTO: Heldens
Wegberg. Die SPD im Wegberger Stadtrat will - als gemeinsames Projekt des gesamten Stadtrates und der Stadtverwaltung sowie unter Beteiligung der Bürger - eine klare Vision für die Stadtplanung entwickeln. Wegberg müsse seine Bürger halten. Von Kurt Lehmkuhl

Neu ist die Forderung der SPD-Fraktion im Wegberger Stadtrat nicht: Bereits im Februar 2015 erklärte sie, die Stadt brauche für ihre Entwicklung einen Masterplan. Gemeint ist eine klare Vision für die Stadtplanung. Zunächst auf den Innenring bezogen, soll ein solcher Plan geschaffen werden, durch den Leben und Wohnen attraktiver werden. In einem weiteren Schritt könnten die Außenorte folgen.

In einem Pressegespräch konkretisierte die Fraktion ihre Vorstellungen; nicht ohne Grund zum jetzigen Zeitpunkt. Nachdem bereits ein Planungsbüro seine Vorstellungen zur Stadtentwicklung vorgestellt hat, sollen bei der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und -planung am morgigen Dienstag, 22. November, 18.30 Uhr, im Rathaus zwei weitere Planungsbüros ihre Vorstellungen des "Masterplan für den Siedlungsschwerpunkt Wegberg" darlegen.

Das Ziel der SPD sei es, einen zukunftsweisenden Gestaltungsplan zu erreichen, der nicht durch parteipolitisches Gezänk zerfleddert und zerredet wird, sind sich Ralf Wolters und sein Fraktionskollege Mark Bonitz einig. Als gemeinsames Projekt des Rates und der Verwaltung unter Beteiligung der Bürger soll ein Konzept erarbeitet werden, durch das der Kernbereich der Innenstadt neue Attraktivität gewinnt. "Wir müssen es schaffen, in Neubaugebieten, aber auch in bestehenden Quartieren die Lebensqualität zu steigern", erklärte Bonitz. Es könne nicht sein, dass sich in Neubaugebieten nur junge Familien ansiedelten und es in bestimmten Wohnquartieren nur ältere Menschen gebe. So sei es eine Aufgabe eines Masterplans, dafür Sorge zu tragen, das Jung und Alt, Familien und Singles ein Zusammenleben ermöglicht werde. Man wolle nicht nachkarten und zurückschauen, versicherte Wolters, und nach Gründen und Ursachen oder Verantwortlichkeiten für den jetzigen Zustand suchen. Gemeinsam mit allen Beteiligten solle es besser gemacht werden. "Die hohe Verschuldung und das Haushaltssicherungskonzept sind meist Folgen struktureller Probleme", erläuterte Bonitz. Diese strukturellen Defizite seien unter anderem auch durch falsche Weichenstellungen der Vergangenheit, der Politik, der Stadtentwicklungsgesellschaft und der Verwaltung bei der Entwicklung von Wohnbauflächen in Wegberg begründet. Eine Folge sei, dass es innerhalb des Kernbereichs kaum noch bezahlbare Wohnbauflächen zum Beispiel für junge Familien gebe. "Diese ziehen dann lieber in benachbarte Städte, die ohnehin einige Standortvorteile hätten", sagte Mark Bonitz. Der Effekt der Abwanderung werde durch den demografischen Wandel verstärkt. Zurück bleibe eine "unausgelastete Infrastruktur".

Wegberg aber besitze die große Chance, diese Fehlentwicklungen zu korrigieren, etwa mit der Ausweisung neuer Wohnbauflächen von rund 22 Hektar. Diese Chance berge auch Risiken, die gegeneinander abgewogen werden müssten. Deshalb sei es sinnvoll, abschnittsweise und in einer Zeitabfolge die Infrastruktur in neuen Gebieten zu entwickeln und zugleich bestehende Quartiere zu berücksichtigen. So eine Aufgabe könne die Verwaltung nicht schultern, dafür sei externer Sachverstand erforderlich, der in einem Masterplan den Weg weist. "Der Masterplan für den Siedlungsschwerpunkt Wegberg soll das Regiebuch für Verwaltung, Bürgerschaft und Politik sein", sagte Bonitz, und Wolters ergänzte: "Dafür brauchen wir einen parteiübergreifenden Konsens."

Das Geld für einen derartigen Masterplan sei vorhanden, betonte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Ralf Wolters: "Im Haushalt 2016 werden dafür 40.000 Euro bereitgehalten."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wegberg: Leben und Wohnen attraktiver gestalten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.