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Wegberg
Menschen aller Nationen helfen

Wegberg: Menschen aller Nationen helfen
Chantal Servus (stehend, von links), Susanne Rüttgens und Regina Detges sind drei der insgesamt elf Helferinnen und Helfer, die sich um Menschen kümmern, die den Wegberger Tisch besuchen. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Der Wegberger Tisch gibt in persönlicher Atmosphäre seit mehr als zehn Jahren Lebensmittel und Mahlzeiten an Bedürftige aus. Das Team sieht es als menschliche Verpflichtung an, alle Besucher in gleichem Maße zu unterstützen. Von Nicole Peters

Gabriela Jansen hatte vor Gründung des Wegberger Tischs den Schritt zum Handeln getan. Oft war sie an Menschen vorbeigekommen, die ihre Tage auf der Bank im Park verbrachten. Anstatt nur hinzusehen und weiterzugehen, hat sie Initiative gezeigt: An Wochenenden grillte sie für sie in ihrem Garten. Aus der Idee, ihnen Halt und einen Raum zu geben, wo sie hingehen können, ist mit der Zeit die Einrichtung Wegberger Tisch gewachsen.

Die Räume im ehemaligen Karmeliterkloster stellt die Kirchengemeinde kostenlos zur Verfügung. Aufgrund der Flüchtlingssituation sind es seit einiger Zeit zudem viele Menschen unterschiedlicher Nationen, die in sehr freundschaftlicher Atmosphäre zwei Mal in der Woche Mahlzeiten und Lebensmittel erhalten. "Es sind Menschen wie du und ich, die es ebenso Wert sind, Hilfestellung zu bekommen", beschreibt Jansen während der samstäglichen Ausgabe ihre damalige und heutige Haltung gegenüber denen, die sie bei Wind und Wetter auf den Bänken angetroffen hatte. Aus ihrem Engagement ist die ehrenamtliche Hilfseinrichtung entstanden. "Wir vom Wegberger Tisch sehen es als unsere Pflicht an, mit Menschen aller Nationalitäten umzugehen", sagt sie. Die Besucherzahlen der zwei Lebensmittelausgabe-Termine, an denen mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr kleinere Mahlzeiten und samstags von 13 bis 15.30 Uhr ein warmes Essen des Wegberger Krankenhauses mit Backwaren vom Bäcker Hinzen gereicht wird, sind inzwischen deutlich gestiegen. Waren es früher bis zu 30 Personen pro Tag, sind es inzwischen durchschnittlich 40 Personen. "Aufgrund von Sprachbarrieren ist es schwierig, dass eine Vermischung der Gruppe stattfindet", berichtet Gabriela Jansen, "es herrscht aber trotzdem gute Stimmung." Das bestätigt Mitleiter Alfons Heuvelmann ausdrücklich: "Wir haben keine schlechten Erfahrungen gemacht. Unter den Flüchtlingen in Wegberg sind viele nette Leute, die auch das, was sie von den Lebensmitteln nicht wollen, wieder zurückgeben." Das Team von elf Mitgliedern hat zudem einen eigenen Kühlschrank ohne Schweinefleisch eingerichtet, um auf Moslems einzugehen. Wie wichtig das Hilfsangebot wiederum für die Gäste ist, beschreiben Vater und Tochter der Familie Penner aus Kasachstan, die Spätaussiedler sind. "Wir finden es gut, dass die Helfer ihre Freizeit dafür geben, um den Leuten zu helfen", betonen sie, "bei unserem geringen Einkommen ist es ein wichtiges Angebot." Hilfe, die das Team mit viel Liebe umsetzt, wie die "gute Seele" Susanne Rüttgens stellvertretend beschreibt.

Für die Bevölkerung gibt es bei der Weihnachtspakete-Aktion die Möglichkeit, zu unterstützen. Es werden haltbare, nicht zu kühlende Lebensmittel angenommen, die entsprechend der Zielpersonen Erwachsene, Ältere oder Familien beschriftet und gepackt sein sollten. Auf Geschenk-Päckchen für Kinder sollte dessen Alter vermerkt sein. An diesem Samstag kam bereits praktische Hilfestellung von "Ilona's Haarstudio": Als Privatinitiative schnitten die Frisörinnen dort den Tisch-Besuchern kostenlos die Haare. Dass man viel Positives zurückbekommt, hatten sie bereits bei der Premiere durch die Friseur-Innung im vergangenen Jahr erlebt.

Quelle: RP
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