| 00.00 Uhr

Wegberg
MINT-Zertifikate öffnen Türen in die Berufswelt

Wegberg: MINT-Zertifikate öffnen Türen in die Berufswelt
Schulleiterin Dr. Barbara Tillmanns (2.v.r.) verlieh gestern am Maximilian-Kolbe-Gymnasium als eine der ersten Schulen in Deutschland überhaupt die MINT-EC-Zertifikate an Lea Erdkamp (von links), Miriam Bank, Susan Wagner, Sophie Müller und Kristina Döring. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Fünf Schülerinnen des Max-Kolbe-Gymnasiums haben mit viel Engagement das erstmalig vergebene MINT-Zertifikat erworben. Von Katharina Gillessen

MINT. Das sind die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Schulen, die ein ausgeprägtes Profil in diesen Fächern vorweisen, erhalten den Status, MINT-EC-Schule zu sein und werden in das nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC aufgenommen. Der Verein MINT-EC wird von Arbeitgeberverbänden, Unternehmen und Hochschulen unterstützt und ermöglicht allen MINT-EC-Schulen Zugang zu internationalen Projekten, aber gleichzeitig auch das Herstellen von Kontakten zu Firmen und Universitäten. Schüler können an MINT-Camps, Schülerforschungspraktika und anderen Projekten, Lehrer an Weiterbildungen teilnehmen.

Besonders engagierte Schüler haben in diesem Jahr neu die Möglichkeit, mit dem Abitur ein sogenanntes MINT-Zertifikat zu erwerben. Das unter anderem durch die Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz geförderte Zertifikat zeigt, dass ein Schüler besondere Leistungen in den MINT-Fächer erbracht und sich während seiner Schullaufbahn außerdem außerschulisch im MINT-Beriech engagiert hat. Es dient als eine Anerkennung der Interessen und Leistungen und soll eine Hilfe beim Berufseinstieg darstellen, da es den Schüler als besonders qualifiziert auszeichnet.

Um als Schüler ein solches Zertifikat zu erlangen, muss man Leistung in drei verschiedenen Bereichen erbringen. Zum Einen fließen fachwissenschaftliche Noten mit in die Bewertung ein, das heißt, dass man in einem Leistungskurs, der eines der MINT-Fächer sein muss, mindestens die Note "sehr gut" haben muss. Zum Andern muss man eine fachwissenschaftliche Arbeit schreiben sowie außerschulisches Engagement zeigen, indem man an Wettbewerben, Camps oder Akademien teilnimmt.

Beim MINT-Zertifikat gibt es drei Bewertungsstufen, die zeigen, ob ein Schüler das Zertifikat "mit Erfolg", "mit besonderem Erfolg" oder sogar "mit ausgezeichnetem Erfolg" erzielt hat. Das Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg (kurz: MKG) ist seit 2012 als einzige Schule im Kreis Heinsberg MINT-EC Schule und seit 2014 Mitglied des Netzwerkes. Seitdem konnte dort das Wettbewerbsangebot vergrößert werden und Schüler hatten die Möglichkeit, unter anderem an der RWTH Aachen Roboter zu programmieren, am Max-Delbrück-Institut in Berlin an einer mehrtägigen Veranstaltung zur Molekularbiologie oder am Kongress "MINT 400" mitzumachen. Nun kam in diesem Jahr das MINT-Zertifikat hinzu: Am MKG durfte Schulleiterin Dr. Barbara Tillmanns gestern fünf Schülerinnen zum erfolgreichen Erwerb des Zertifikates gratulieren. Drei der Schülerinnen erreichten dabei die zweite und zwei die dritte Bewertungsstufe, worauf MINT-Koordinator und Lehrer Sven Thelen besonders stolz ist.

"Bemerkenswert ist, dass Miriam Bank, Kristina Döring, Lea Erdkamp, Susan Wagner und Sophie Müller schon bevor das Zertifikat eingeführt wurde, viele der Voraussetzungen dafür erfüllt hatten, ohne bewusst daraufhingearbeitet zu haben.", sagt Barbara Rüth, Lehrerin am Maximilian-Kolbe-Gymnasium So nahmen sie im elften Schuljahr am Projektkurs "Forensik" teil, in dessen Verlauf sie eine fachwissenschaftliche Arbeit schrieben. Die Schülerinnen setzten sich mit in Bezug auf Fingerabdrücke mit Molekularbiologie, aber auch mit "Leichenzersetzungsmethoden" auseinander. Außerdem machten sie an anderen Projekten, wie "MINT 400" und Förderprogrammen, wie den MINT-Camps mit.

Neben Interesse und Engagement war dabei aber auch die gute Organisation und Koordination wichtig, erklärt Rüth. Die fünf Schülerinnen sind einige der ersten überhaupt, die das neue MINT-Zertifikat erhalten haben, worauf sie sehr stolz sein können, sind sich die betreuenden Lehrer einig.

Alle fünf wollen nach Auslandsaufenthalten ihren beruflichen Weg im MINT-Bereich einschlagen. Dabei kann ihnen das MINT-Zertifikat sehr nützlich sein. So zum Beispiel wurde von Seiten der Universitäten und Hochschulen schon darüber diskutiert, das Zertifikat als Bonus bei der Annahme neuer Studenten zu werten.

Auf jeden Fall dienen sie und die anderen Schüler, die das Zertifikat bundesweit erworben haben, für anderen Schüler, nicht nur am Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg, als gutes Beispiel und fordern zu Motivation und Ansporn auf, sich ebenfalls im MINT-Bereich zu engagieren.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wegberg: MINT-Zertifikate öffnen Türen in die Berufswelt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.