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Wegberg/Wassenberg
Mit 110-Trick Geld und Schmuck erbeutet

Wegberg/Wassenberg: Mit 110-Trick Geld und Schmuck erbeutet
FOTO: Laaser (Archiv)
Wegberg/Wassenberg. Falsche Polizisten betrügen mehrere Wassenberger und Wegberger Senioren.

Angebliche Polizeibeamte haben seit Montag neun Senioren angerufen unter dem Vorwand, die alten Menschen wären akut durch einen Einbruch bedroht. Im Telefon-Display stand die manipulierte Nummer "110". In drei Fällen gelang es den Betrügern, Geld und Schmuck zu erbeuten. In einem zehnten Fall ermittelte die Kripo gestern noch.

Am Dienstag hatte die Tochter einer Wassenberger Seniorin in einer Facebook-Gruppe vor den Betrügern gewarnt, die ihre Mutter am Montagabend angerufen hatten. Die "Polizei" hätte am Telefon behauptet, es würden "Betrüger herumlaufen" und es gäbe eine Liste mit Opfern, auf denen auch der Name der Frau stehe. Das Telefonat habe 20 Minuten gedauert, die Anrufer hätten gebeten, niemandem etwas zu erzählen. Dazu postete die Frau das Foto eines Telefon-Displays, auf dem der Anruf vom 17. Juli, 21.57 Uhr, dokumentiert ist mit der Nummer 02432 110. Die echte Polizei warnt vor dieser Masche. "Die 110 würde nie erscheinen, wenn die Polizeibehörde anruft", versichert Polizeipressesprecherin Angela Jansen. Die Nummer sei leicht zu erzeugen - höchste Vorsicht geboten.

Zwischen Montag, 17. Juni, und gestern wurden nach bisherigen Erkenntnissen der Kripo neun Senioren, die in Wegberg und Wassenberg wohnen, von Unbekannten angerufen. Sie stellten sich als Polizeibeamte vor, fragten nach Schmuck und Wertgegenständen im Haus. Drei der Senioren folgten der Aufforderung und händigten einem Kurier, der angeblich im Auftrag der Polizei kam, Bargeld und Schmuck aus. Die Opfer befürchteten einen bevorstehenden Einbruch. Ihnen wurde suggeriert, die Gegenstände wären bei der Polizei in sicherer Verwahrung.

In einem der Fälle, an der St.-Johannes-Straße in Myhl, holte am Dienstag gegen 10 Uhr ein etwa 1,70 Meter großer Mann mit normaler Statur und Sonnenbrille das Geld ab. Er trug grüne Kleidung und hatte kurze, dunkle Haare. In Birgelen an der Straße Auf dem Feldchen händigte die Seniorin dem Täter am Dienstag gegen 11.30 Uhr einen Beutel mit Schmuck und Geld aus. Der Mann wurde hier als 30 bis 35 Jahre alt und 1,75 Meter groß beschrieben; kräftige Statur, dunklere Hautfarbe. Er wirkte südosteuropäisch. Sechs Senioren bemerkten den Schwindel, was sie vor finanziellem Schaden bewahrte. Sie verständigten Angehörige oder die Polizei.

Zur Klärung der Tat bittet die Polizei Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben, die mit den Taten in Zusammenhang stehen könnten, sich zu melden. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat unter Telefon 02452 9200 entgegen.

Um nicht Opfer eines solchen Trickbetruges zu werden, rät die Polizei: "Gibt sich der Anrufer als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter aus, lassen Sie sich den Namen nennen und wählen Sie selbst die 110. Schildern Sie der Polizei den Sachverhalt. Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Persönliches und sensible Daten. Übergeben Sie unbekannten Personen niemals Geld oder Wertsachen."

(gala)