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Wegberg
Mit dem Historischen Verein durch das schöne Schaagbachtal

Wegberg: Mit dem Historischen Verein durch das schöne Schaagbachtal
Mitglieder des Historischen Vereins Wegberg waren in Wildenrath unterwegs. FOTO: Heinz Eßer
Wegberg. Wissenswertes über die Geschichte des Wegberger Ortsteil Wildenrath erfuhren die Teilnehmer eines Ausflugs des Historische Vereins.

Die Geschichte des Ortes Wildenrath ist gleichermaßen faszinierend wie das dazugehörige Schaagbachtal. Der ehemalige Denkmalbeauftragte der Stadt Wegberg, Arthur Tellers, empfing die Reisegruppe am Kirchplatz in Wildenrath. In seiner Begleitung war die Küsterin Helene Gotzen. Sie führte die Teilnehmer nach der offiziellen Begrüßung durch die Kirche St. Johannes Baptist.

Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche ging zurück auf das Jahr 1118. Es ist aber anzunehmen, dass die Kirche älter ist. Während der napoleonischen Zeit gehörte die Kirche zum Bistum Aachen. 1821 wurde das Bistum aufgelöst und die Pfarre Wildenrath der Diözese Köln angegliedert. Mitte des 19. Jahrhunderts bekam die Gemeinde eine neue Kirche, die 1964/65 wieder ersetzt wurde. Nur der Kirchturm blieb erhalten, indem heute die Taufkapelle mit dem alten Taufstein aus dem 12. Jahrhundert zu finden ist. Unter Papst Pius XI kam die Pfarre im August 1930 wieder zum neu geschaffenen Bistum Aachen.

Vom Kirchplatz aus sah man auf das alte Rathaus mit seinen drei Wappen, von links nach rechts: Wildenrath-Arsbeck-Myhl. Durch die kommunale Neugliederung 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Wildenrath und Arsbeck Wegberg zugeschlagen und die Gemeinde Myhl gehörte zu Wassenberg. Vorbei am Ehrenmal ging es dann zum Haus Wildenrath, das früher einmal ein Lehen der Grafen von Wassenberg war. Es liegt im Quellgebiet des Schaagbachs.

Die beiden Bäche Schaagbach und Rumpenbach haben für Wildenrath eine besondere Bedeutung. Der Schaagbach, der in seinem Verlauf den Rumpenbach aufnimmt, mündet bei Vlodrop in die Rur. Durch die Vielfalt von Flora und Fauna hat das Schaagbachtal eine besondere Bedeutung im Naturpark. Dort findet man noch unberührte Natur, die zu Recht als Urwald bezeichnet werden kann. Die Bachläufe verlaufen so mäandrisch durchs Tal, wie sie die Natur geschaffen hat. Es ist ein sehr beliebtes Wandergebiet.

Während der Wanderung erfuhren die Teilnehmer vieles über die Lebensgewohnheiten in früheren Jahren. Geprägt war die Region von Forst- und Landwirtschaft. Weitere Erwerbszweige neben der Landwirtschaft waren durch das große Tonvorkommen im Schaagbachtal, das Fertigen von Dachziegeln und Töpferarbeiten. Man nannte sie deshalb auch die "Wildenrather Ziegelbäcker".

Mit der Eröffnung des Nato-Flugplatzes der britischen Royal Air Force 1952 veränderte sich das Gemeindeleben. Dies war bei der Schließung im Jahr 1992 ebenso zu spüren. Durch die Eröffnung des Gewerbe- und Industrieparks gab es für Wildenrath wieder einen Einschnitt in das idyllische Leben am Rande des Naturparks.

Quelle: RP
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