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Wegberg
Mit Flügeln so stark wie ein VW Käfer

Wegberg: Mit Flügeln so stark wie ein VW Käfer
Die Flügel fehlen noch, doch die Windrose verrichtet schon ihren Dienst und bewegt die Kappe bei Drehung des Windes auf dem Gleitkranz. Mit angeschlossenem Generator soll Öko-Strom erzeugt werden. Die zu erwartende Leistung ist vergleichbar mit der eines VW-Käfer-Motors. FOTO: Laaser, Jürgen (jl)
Wegberg. Der Bau der neuen Windmühle bei Holtum schreitet voran. Zuletzt wurde die Kappe mit Windrose auf den hölzernen Mühlenkopf gesetzt. Von Nicole Peters

Der konische Baukörper der neuen Holtumer Mühle ist bereits von weitem zu sehen. Über drei Stockwerke mit einer hölzernen Galerie umgeben, ragt sie eindrucksvoll aus der Landschaft heraus. Den oberen Abschluss bildet ein hölzerner, mit grünen Bitumen-Schindeln verkleideter Mühlenkopf, auf dem seit vergangenem Jahr eine Kappe sitzt. Daran drehen sich die rot-weißen Flügel der Windrose - sie hat die Aufgabe, die noch fehlenden Flügel später optimal in den Wind zu stellen. Zu welchem Zeitpunkt die privaten Bauherren, die Familie Buschfeld, die vier jeweils elf Meter langen Flügelteile in den Niederlanden in Auftrag geben werden, können sie nicht sagen.

Da es sich bei der Mühle sowie angrenzender Hofanlage, die im Baustil des ausgehenden 18. Jahrhunderts errichtet ist, um einen Neubau und kein Denkmal handelt, gibt es weder vom Land noch von der Stadt Zuschüsse. "Die Flügel werden von Fachleuten aus Aluminium hergestellt werden", sagte der Privatmann beim RP-Besuch. Der stählerne Wellkopf, in den die Flügelteile gesteckt werden, ist bereits vorhanden. Ebenso gibt es im Innern ein massives Bremsrad zur Steuerung der Drehgeschwindigkeit bei stärkeren Winden. Auch die Windrose verrichtet schon ihren Dienst und bewegt die Kappe bei Drehung des Windes auf dem Gleitkranz. Später wird sie so die auf gegenüberliegender Seite befestigten Flügel optimal in den Wind stellen. Die Idee dahinter: Mit angeschlossenem Generator soll Öko-Strom für den Eigenverbrauch und bei Überschuss zur Einspeisung in das öffentliche Netz erzeugt werden. Das Konzept erstellt das Elektrotechnik-Team des Professors Dr. Stefan Bauschke vom Fachbereich Energietechnik der Fachhochschule Aachen. Die zu erwartende Leistung ist vergleichbar mit der eines VW-Käfer-Motors.

Den Ausschlag, eine Mühle zu bauen, hatte die unmittelbare Nähe zum Standort der ehemaligen "Holtumer Mühle" gegeben. Die quaderförmige hölzerne Bockmühle hatte ein paar Meter weiter gestanden und mit dem im Jahr 1704 erbauten Mühlengehöft jahrhundertelang das Landschaftsbild bei Holtum geprägt. Der Wunsch, eine Mühle zu bauen sowie etwas ästhetisch Schönes zu schaffen, das auch viele andere Leute erfreut, kam dazu. In der Provinz Groningen konnte das Vorbild aus dem Jahr 1860 vermessen und die neue Holtumer Mühle entsprechend nach historischen Plänen gebaut werden. Der untere dreistöckige Baukörper besteht aus Beton und ist ebenso wie die Hofanlage mit alten Feldbrandsteinen verklinkert. Hölzerner Mühlenkopf und Kappe inklusive Windrose, Wellkopf, Welle, Mechanik und Bremsrad sind jeweils 16 Tonnen schwer und wurden von der Firma Peschmann aus Wassenberg mit Hilfe von Autokränen aufgesetzt. Wenn die Mühle fertiggestellt ist und alle Sicherheitsvorschriften erfüllt sind, wird sie an einigen Tagen im Jahr zu besichtigen sein.

Quelle: RP
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