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Wegberg
Mit Herz und Humor für Afrika

Wegberg: Mit Herz und Humor für Afrika
Klaus Buyel überführt diesen VW Golf nach Afrika. Das Dieselfahrzeug hat bereits 300 000 Kilometer auf dem Tacho. Bei zurückgeklappter Rückbank und Beifahrersitz kann der Wagen eine afrikanische Krankentrage aufnehmen. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Pfarrer Klaus Buyel reiste erstmals vor über 40 Jahren nach Burundi. Heute unterstützt er mehrere afrikanische Projekte und hat die "Klaus Buyel Stiftung" mitgegründet. Der Pfarrer setzt sich mit Herz und Humor für seine Projekte ein. Von Nicole Peters

Jetzt im Ruhestand hat er mehr Zeit - Zeit, durchschnittlich drei Mal im Jahr in das ostafrikanische Land Burundi zu fliegen und die Menschen in diesem armen Land vor Ort zu unterstützen. Ein Visum gilt für drei Monate. In diesem Zeitraum bewegt Buyel sich bei seinen jährlichen Planungen für die Afrikaaufenthalte.

Im Jahr 1975 reiste er während seines Dienstes als Kaplan in der Pfarrei Oberbruch erstmals nach Burundi, was sein Leben grundlegend beeinflussen sollte. Damals besuchte er die Partner-Initiative "Frauen helfen Frauen", die ebenfalls von der dortigen Pfarrei Rushubi organisiert wird. Sie stellt eines von insgesamt sechs Projekten dar, deren Unterstützung Buyel mit der Mitbegründung der "Klaus Buyel Stiftung" vor zwei Monaten gesichert hat.

"Die Projekte sind so angelegt, dass sie fortlaufend bestehen", erzählt Buyel, der in den Jahren 1989 bis 2012 in Arsbeck als Pfarrer tätig war. Mit Eintritt in den Ruhestand ist er in sein Elternhaus in Erkelenz umgezogen. "Deshalb gründe ich auch die Stiftung, damit sie weiterbestehen können, wenn ich mich nicht mehr kümmern kann." Ebenso sei die Stiftung, die er mit Hilfe des Rechtsanwaltes und Steuerberaters Dr. Wolfgang Boochs aus Neersen gründete, geeignet, um bestmögliche Unterstützung zu bekommen. Dabei ist Boochs für ein Jahr als Treuhänder eingesetzt. Die Koordination der Hilfe sei so zudem gewährleistet.

Der zweite Aufenthalt in Burundi hatte dann in den Jahren 1980 bis 1986 stattgefunden: Buyel war Lehrer am "Lycée de Muramvya" sowie Leiter des schuleigenen Bauernhofs. Die Schule ist die zweite Einrichtung, der er seine Hilfe zuteilwerden lässt. Eine Partnerschaft hat das Cusanus-Gymnasium in Erkelenz übernommen.

Zum Abschluss dieser prägenden Zeit schlossen die Bischöfe von Aachen und Bujumbura das Abkommen, den engagierten Pfarrer jedes Jahr einen Monat im Jahr in Ostafrika arbeiten zu lassen und ihn in dieser Zeit von einem afrikanischen Priester vertreten zu lassen. So kam etwa der Aufenthalt von Abbé George zustande. "Ich sollte mich um den Fuhrpark des Bistums kümmern", erklärt Buyel, was er bis heute mit der Überführung von Fahrzeugen für Transport- und Krankentransportfahrten macht. So ist er etwa an diesem Tag mit einem VW-Golf Diesel unterwegs, der bereits stattliche 300 000 Kilometer auf dem Tacho hat. Bei zurückgeklappter Rückbank und zurückgeklapptem Beifahrersitz kann der robuste Wagen eine afrikanische Krankentrage aufnehmen. Ein VW-Bulli für größere Transporte wartet auch auf die Überfahrt ab Arsbeck oder Wildenrath nach Antwerpen, von wo aus sie nach Daressalam, die Hauptstadt Tansanias, verschifft werden. Rund einen Monat sind sie auf dem Seeweg unterwegs.

Fuhr Klaus Buyel bis vor einigen Jahren noch auf dem Landweg von Burundi aus hin, um die Wegbeschaffenheit vorab zu testen, wird er in diesem Jahr den Hafen direkt mit dem Flugzeug anfliegen und von dort aus mit Begleitung die Fahrzeuge 1800 Kilometer über Land ihrem Bestimmungsort zuführen. Zuvor bringt er in einer weiteren Tour eine Lieferung Ersatzteile nach Burundi. "Pick-ups habe ich ebenso afrikanischen Pfarreien für kleine Transporte geliefert wie die Nissan Patrol Jeeps mit Allradantrieb zur Anfahrt von Krankenstationen, die auf schlechteren Straßen zu erreichen sind." Drei Krankentransportwagen und zwei Rettungstransportwagen - vor ein paar Jahren vom Kreis Heinsberg an ihn übergeben - tun ihren Dienst nach wie vor für Stationen, die an Teerstraßen liegen.

Die weiteren vier Projekte, für die sich der Pfarrer mit viel Herz und Humor einsetzt, sind zum einen "Fußball statt Krieg", das unter anderem von den Fußballvereinen SV Helpenstein und Sparta Gerderath mitgetragen wird oder "Saatgut statt Hunger" mit der Unterstützung des Agrarhandels Zillekens aus Erkelenz. Zum anderen unterrichtet er mit dem Ansatz "Wind statt Benzin" aidskranke Fischer aus Bujumbura im Segeln und verhilft zusammen mit den Wildenrather Sternsingern seit einem Jahr den bedürftigen Kindern der Pfarrei Karinzi zu "Zukunft statt Hoffnungslosigkeit".

Quelle: RP
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