| 00.00 Uhr

Wegberg
Mit Spaß ins heimische Grün

Wegberg. Gärtnermeister Kleo Montforts erklärt, wie Hofanlage, Vorgarten oder Garten pflanzlich und praktisch gestaltet werden können und gibt jede Menge nützliche Ratschläge. Von Nicole Peters

Neu- und Umgestaltung von Gartenanlagen und deren Pflege ist ein Thema für Kleo Montforts. Allerdings steigt der Gärtnermeister mit einer leicht desillusionierenden Feststellung in das Gespräch über sein unbestrittenes Lieblingsthema, die Pflanzen, ein: "Es gibt keinen pflegeleichten Garten."

Was jetzt im Frühling an Gartenarbeit ansteht, unterteilt Montforts in Themenblöcke: Rasen, Schädlinge, Beetgestaltung, Neuanpflanzungen sowie Schnitt. So machte er es auch jüngst, als er Gast des Aktionskreises Wegberger Mühle war und vor rund 100 wissensdurstigen Gartenliebhabern über nützliches Gartenwissen sprach.

Klassischer Bestandteil des Gartens, der Rasen, lässt sich durch ein paar Maßnahmen gut in Form bringen, sagt Montforts. So empfiehlt der Gärtner, die Fläche mit Rasenkantensteinen, auch aus Holz oder Plastik, einzufassen. Damit wird lästiges Abstechen der Ränder vermieden. Auch findet er Rasenroboter vor allem bei größeren Flächen mit wenigen Hindernissen nützlich. Durch eine Rasenbegrenzung fährt die Maschine selbstständig und lädt sich auch selbst wieder auf.

Moos, das im Winter auf dem Rasen gewachsen ist, lässt sich durch regelmäßiges Rasenschneiden, sofortiges Kalken mit feinem Kalk sowie Düngen und Herausnehmen größerer Stellen mit einer Harke in den Griff bekommen. Gegen das Vertikutieren, das ebenso bei den Graspflanzen die Wurzeln zerschneidet, spricht der Fachmann sich hingegen ebenso aus wie gegen großflächige Kiesgärten als Alternative. Nach zwei bis drei Jahren sammeln sich Staub und Pflanzenteile zwischen den Steinen, die schlecht zu säubern sind. Gegen Unkraut kann man kleinflächig mit Spritzmitteln vorgehen und an sehr schattigen oder trockenen Stellen Gräser mit schmalen Halmen pflanzen, rät Kleo Montforts.

Schädlinge beschäftigen die Gärtner im Frühjahr ebenfalls. Besonders das Problem mit Wühlmäuse ist aufgrund der milden Winter noch schlimmer geworden, berichtet Montforts: "Sie sitzen fast in jedem Garten." Nichts hilft dem Gärtnermeister zufolge dagegen richtig - aber mit Kaninchendraht um die Wurzelballen von Bäumen können zumindest die Stammkerne geschützt werden. Und etwas Menschen- oder Tierhaar in den Gängen vergrämt die Wühlmäuse.

Gegen die Raupe Buchsbaum-Zünsler hilft Spritzen und Düngen zur Stärkung der Pflanze. Der darauf sich festsetzende Pilz lässt sich mit Spritzen nur an der Keimung hindern. Weiteres großes Thema ist die Schneckenplage. Im März oder April früh mit dem Ausbringen von Schneckenkorn zu beginnen, rät Montforts ebenso wie dabei vor allem die Zone zwischen Beet und Rasen zu berücksichtigen. Dem natürlichen Feind Igel gute Lebensbedingungen zu schaffen, hilft auch. Ameisennester unterhöhlen zwar den Boden, schädigen hingegen aber nicht.

Einen Garten um oder neu zu gestalten, bedeutet für Kleo Montforts, sich zunächst mit dem Bestand zu befassen: "Wichtig bei der Umgestaltung ist es, gute, gesunde Bäume und Sträucher stehenzulassen. Sie brauchen lange, bevor sie eine ansprechende Höhe erreicht haben." Kranke, zu dicht stehende Pflanzen können hingegen weggenommen werden. "Eine Umgestaltung ist am schwierigsten, da sie die Kunst darstellt, das Gute, Vorhandene zu verbessern." Bei der Neugestaltung von Gartenanlagen schlägt er geschwungene Beete oder mit Mulch ausgelegte Wege, durch Heckenelemente versteckte Sitzgruppen, Blubbersteine sowie eine grundlegende Rundumbepflanzung - gegebenenfalls mit einem "Fenster" - vor. Ebenso kann ein Platz, auf den die Nachmittagssonne scheint, mit Ulmen-Dachkonstrukt oder mit einer von Kletterpflanzen bewachsenen Pergola gestaltet werden. Eine umrahmende Pflasterung ist in einem Hof möglich, dessen Mitte mit grüner Insel und Möbeln ausgestattet ist.

"Die Farbe Grün beruhigt", erinnert der Gärtnermeister und verweist auf die Möglichkeiten des Pflanzens von Rasen oder grünen Bodendecker-Pflanzen. Geschwungene Wege, von einer Trockenmauer begleitet, Beet- und Buschbereich schlägt Montforts für den mit kleiner Hecke zur Straße begrenzten Vorgarten vor. Ebenfalls lassen sich hier hinter Heckenabschnitten Möbel oder Mülltonnen verbergen.

"Der Garten soll Spaß und Lust aufs Draußenleben machen", betont der Vollblutgärtner und empfiehlt Gartenbesitzern, zweierlei zu bedenken: "Der Garten muss für Sie da sein" und "Modern ist das, was einem gefällt!"

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wegberg: Mit Spaß ins heimische Grün


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.