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Wegberg
Momentaufnahmen aus Mönchszellen

Wegberg: Momentaufnahmen aus Mönchszellen
Die Künstler der Atelieretage im früheren Karmeliterkloster gaben am Wochenende einen Einblick in ihre vielfältige Arbeit. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Die zehn Künstler der Atelieretage des früheren Klosters in Wegberg stellten Bilder, Stelen und Drucke aus. Die Werke sind im Laufe des Jahres entstanden - es sind Momentaufnahmen künstlerischer Entwicklungsprozesse. Von Nicole Peters

Traditionell ist es die dunkle Jahreszeit, in der die zehn Künstler der Wegberger Atelieretage zur Jahresausstellung "Einblicke" in die zehn Mönchszellen des ehemaligen Karmeliterklosters einladen. Mit Schokoladen-Nikoläusen auf dem Treppenaufgang, Lichterketten und stimmungsvoller Beleuchtung in den Ateliers setzten sie auch in diesem Jahr eindrucksvoll ihre Werke für Besucher in Szene: Vor allem Bilder, Holzstelen und Drucke, die im Laufe des Jahres entstanden und somit widerspiegeln, mit welchen Themen und Materialien sich die Künstler aktuell beschäftigen.

Mit Muße waren Einzelpersonen, Paare oder Kleingruppen im Flur, Treppenaufgang oder in den angrenzenden Räumen unterwegs, um Kunstwerke zu entdecken und zu betrachten. Leicht kamen sie mit den anwesenden Kunstschaffenden ins Gespräch. Wer bei denen unter dem Dach angekommen war, hatte bereits einen umfassenden Einblick in aktuellste Werke erhalten. Einige zusätzliche waren in den Ateliers zu sehen. So waren von Ulrike Kotlowski Mixed-Media-Arbeiten mit Schwerpunkt auf Farbkomposition oder spannungsreichem Auftrag im Eingangsbereich ausgestellt. Oben hielt sie Beispiele für aktuelle experimentelle Acrylarbeiten auf Hartfaserträgern bereit. Die Arbeitsweise von Ulrike Kempf, großflächige durchscheinende Farbflächen zueinander in Beziehung zu bringen, war ebenso gut nachzuvollziehen. Eva-Stefanie Mosburger-Dalz hatte sich mit verschiedenen Ausführungen dem Arbeitszyklus "Tage mit Goldrand" gewidmet: Die im Tiefdruckverfahren hergestellten, fein konturierten Darstellungen hatte sie mit poetischen Texten nach dem Liedzyklus "Das Lied von der Erde" versehen. Großformatig und spannungsvoll in verschiedenen Schichten gearbeitet, waren die Werke von Johannes Donner von ursprünglicher Ausdruckskraft geprägt. Während eines Sardinien-Aufenthaltes hatte er zudem Werke mit geleimten Seidelbastpapier-Schichten, Farbpigmenten und weiteren Materialien erarbeitet.

Von Ansichten der vierseitigen Druckstöcke zeugten die von Beate Bündgen erstellten Holzschnitte, die etwa die Musen "Die Erfreuende" oder "Die Hymnenreiche" facettenreich abbildeten. Karin van Zoggel widmete sich mit kontrastreichen Malereien ihrem aktuellen "Gras"-Thema, wobei einzelne Gemälde der vorherigen Serie "Unterwegs" noch zu sehen waren. Vor allem Landschaftsbilder, aber auch eine ganze Reihe Porträts hatte Petra Plum erschaffen, während sich Ingrid Pusch mit Grau-, Silber- und Blautönen großflächig angelegter Malerei mit lasierenden Schichten gewidmet hatte. Viel Raum für eine optimale Bildwirkung erhielten die großformatigen, schön ausgearbeiteten Großstadtansichten von Johann Wittmann, die Mengen von Menschen, Autos oder Leuchtreklamen zeigten und mit ein wenig Abstand ein zusätzliches Seherlebnis boten. Unterschiedliche Wirkungen erzielten ebenso die großen abstrakten Gemälde von Brigitte Uhrmacher, die vielschichtig und detailliert von nahem und beinahe fantastisch sowie kontraststark von weitem strahlten.

Quelle: RP
 
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