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Thema Tourismus
Mühlenstadt bei Übernachtungen vorne

Thema Tourismus: Mühlenstadt bei Übernachtungen vorne
Die Stadt Wegberg vermarktet ihre Mühlen (im Bild die Schrofmühle in Rickelrath) mit Erfolg. Das hat positive Auswirkungen auf den Tourismus. FOTO: RP
Erkelenz. Für das neue Tourismuskonzept wurde die Entwicklung bei Übernachtungen und Ankünften im Kreis Heinsberg analysiert. Von Michael Heckers

Wegberg Die Stadt Wegberg weist nicht nur das höchste Übernachtungsaufkommen im Kreis Heinsberg auf. Mit einem Zuwachs um rund 111 Prozent zählte der relative Anstieg bei den gewerblichen Übernachtungen seit 2005 zu den größten des Kreises. Es ist davon auszugehen, dass die Kur- und Rehabilitationsklinik mit 100 Betten zu diesem guten Ergebnis beiträgt. Relativ gleichmäßig auf die Monate März bis November verteilen sich die Übernachtungen in der Stadt Wegberg, wobei sie im Herbst etwas höher liegen.

Seit April 2016 darf Wegberg offiziell den Namen Mühlenstadt führen. Viele Mühlen prägen die Landschaft in der Freizeit-Region Heinsberg. Während im Westen vor allem Windmühlen zu finden sind, dominieren entlang der Schwalm und ihrer Nebenbäche Wassermühlen. Einige Mühlen wurden in den vergangenen Jahren wieder liebevoll hergerichtet. In der Schrofmühle in Rickelrath befindet sich seit 2009 ein kleines Mühlenmuseum, das einmal im Monat für Besucher geöffnet ist. Die Ophover Mühle und die Molzmühle beherbergen eine Gaststätte und die Tüschenbroicher Mühle ist Standort eines gehobenen Restaurants. Die Mühlen im Norden des Kreises Heinsberg sind durch die Wegberger Mühlentour miteinander verbunden. Mehr als 20 Mühlen lassen sich auf dem Stadtgebiet von Wegberg, dem "Tal der Mühlen" nachweisen. Touristisch wird dieses Thema in der Stadt Wegberg vielfältig aufbereitet. Neben der Wegberger Mühlentour gibt es Kooperationsprojekte mit dem Naturpark Schwalm-Nette sowie eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der niederländischen Gemeinde Leudal.

Auffällig sind laut Tourismuskonzept im Kreis Heinsberg die Betriebsgrößen. 2015 lag die durchschnittliche Betriebsgröße demnach nur bei 28,7 Betten und damit deutlich unter dem Landesschnitt von 60 Betten je Betrieb. In den einzelnen Kommunen sind die Unterschiede zum Teil erheblich. So verfügen die Betriebe in der Gemeinde Gangelt im Durchschnitt über lediglich 15 Betten, wohingegen die Städte Wegberg, Übach-Palenberg und Geilenkirchen jeweils auf knapp 40 Betten kommen. Für kleine Betriebe ist es erfahrungsgemäß schwieriger, das notwendige Kapital für regelmäßige Instandhaltung zu generieren.

Für den wirtschaftlichen Erfolg der Beherbergungsbetriebe gilt die Auslastung als wichtige Kennziffer. Die in der amtlichen Statistik ausgewiesene Bettenauslastung im Kreis Heinsberg beträgt knapp 35 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt in Höhe von 42,2 Prozent. Gegenüber 2005 wurde immerhin eine Steigerung von 6,7 Prozent erzielt. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Betriebe und Betten insgesamt gestiegen. Gestützt wird der Wert für den Kreis Heinsberg vor allem durch die Stadt Wegberg, die mit einer Auslastung in Höhe von 46 Prozent als einzige über dem Landesdurchschnitt liegt. Die vergleichsweise hohe Auslastung in der Stadt Wegberg ist vermutlich auf das im Ortsteil Dalheim beheimatete Kur- und Rehabilitationszentrum für Frauen und Kinder zurückzuführen. Solche Einrichtungen weisen erfahrungsgemäß hohe Auslastungszahlen auf.

Für das Jahr 2015 erfasst die amtliche Statistik im Kreis Heinsberg 56 geöffnete Betriebe ab zehn Betten. Das sind neun Betriebe mehr als noch zehn Jahr zuvor. Im Jahresverlauf wurden 1506 Betten angeboten (plus 14 Prozent gegenüber 2005), was nur minimal unter dem Wert des Vorjahres lag (minus 0,6 Prozent). Knapp 30 Prozent aller angebotenen Betten befinden sich im Stadtgebiet von Wegberg, 15,1 Prozent in Wassenberg und 14,4 Prozent in Erkelenz. Das absolute Tourismusaufkommen im Kreis Heinsberg ist laut Tourismuskonzept im Vergleich mit den Nachbarkreisen schwächer ausgeprägt. Allerdings ist die Entwicklung bei der Zahl der Übernachtungen im Kreis Heinsberg zuletzt sehr positiv.

Quelle: RP
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