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Mühlentag in Wegberg
Mühlentechnik der Vorfahren erlebt

Mühlentag in Wegberg: Mühlentechnik der Vorfahren erlebt
Guido Schmitz erklärt das Innenleben der Schrofmühle. Die Besucher sind beeindruckt von der der ursprünglich aus dem Jahr 1771 stammenden Mühlentechnik, die heute noch funktioniert. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Zahlreiche Besucher nutzten das Angebot, die Schrofmühle mit Mühlenmuseum am Deutschen Mühlentag zu besichtigen. Auf 17 Schautafeln wird die Geschichte von mehr als 20 Mühlen im Wegberger Stadtgebiet gezeigt. Von Nicole Peters

Die einzige noch funktionstüchtige Getreide- und Ölmühle im Rheinland, die Schrofmühle, befindet sich in guter Gesellschaft mit den Beecker Einrichtungen "Flachsmuseum" und "Museum für europäische Volkstrachten". Sie schlägt zusammen mit ihrem Mühlenmuseum und der darin gezeigten Ausstellung "Wegberg im Tal der Mühlen" einen gekonnten Bogen zur Verarbeitung des Leinsamens, der in der Vergangenheit aus der über einige Jahrhunderte in der Region weit verbreiteten Flachspflanze gewonnen wurde. Wobei am Deutschen Mühlentag auch die zugehörige Mühlentechnik zum Einsatz kam.

So erlebten die zahlreichen Besucher bei den Führungen etwa hautnah mit, welch große Kräfte bei der Ölpresse wirkten. Nach dem Zerquetschen der Leinsamen unter dem Kollergang wurde das ölige Leinmehl auf einem Ofen erwärmt und in kleine Säcke gefüllt. An diesem Tag demonstrierten unter anderem Johannes Jentgens und Guido Schmitz, wie das Gemenge im Anschluss gepresst wurde, um Öl zu gewinnen. Deutlich hörbar rammte der Holzkeil in die Ölbank und übte somit den nötigen Druck aus. Vor allem für die jungen Zuschauer war dies ein sehr eindrücklicher Vorgang. Für das Mahlen von Getreide sind zudem ein Sackaufzug für Getreidesäcke und zwei Mahlgänge vorhanden. "Das Ganze ist aus Liebe zur Sache entstanden, mehr, als aus wirtschaftlichen Gründen", umriss Theo Schmitz das Engagement der ganzen Familie für das Anwesen.

Die Schrofmühle hatte noch sein Großvater gewerblich betrieben. In den 1920er Jahren zog dieser weg, und der Mühlenbetrieb lief unter Pacht bis 1951 weiter - mit Dieselkraft, wie in dieser Zeit üblich. 1558 wurde die Schrofmühle erstmals in der Chronik der Pfarre Beeck erwähnt, seit mehr als 200 Jahren ist sie in Familienbesitz. "Es lohnt sich, der Nachwelt zu hinterlassen, was die Vorfahren aufgebaut haben und welche Arbeitsweise sie nutzten", meinte er. Eine Auffassung, die der im Juli 2004 gegründete Förder- und Museumsverein ganz teilt - die aus Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten bestehende Vereinigung setzt sich mit finanziellen Mitteln für Restaurierungsmaßnahmen ein und stellt Förderanträge an Behörden und Einrichtungen.

Seit beinahe 20 Jahren beteiligt sich die Schrofmühle am Deutschen Mühltag, erzählte Schwiegertochter und Vereinsmitglied Frauke Dennig-Schmitz, zu Beginn nur mit dem Öffnen der Mühle. Mit der Vereinsgründung ist eine gesellige Bewirtung mit Erläuterungen zu Gebäude und der ursprünglich aus dem Jahr 1771 stammenden Mühlentechnik dazu gekommen. Ebenso zeigten die Mitglieder in einer Power-Point-Präsentation Sanierungsarbeiten der vergangenen Jahrzehnte. Diese ist auch regelmäßig im Mühlenmuseum zu sehen, in dem auf 17 Schautafeln die Geschichte von mehr als 20 Mühlen im Wegberger Stadtgebiet dargestellt wird.

Quelle: RP
 
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